Subway-Drama in New York

06. Dezember 2012 13:59; Akt: 06.12.2012 14:12 Print

«Er liess mich nicht in Ruhe»

Nach dem tragischen Todesfall in der New Yorker U-Bahn ist der Täter verhaftet worden. Der 30-Jährige hat gestanden, den 58-jährigen Koreaner auf die Gleise gestossen zu haben.

Kurz vor dem tödlichen Sturz vor die New Yorker Subway hat ein Fotograf auf den Auslöser gedrückt. (Quelle: YouTube/NYPost)
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«Lass mich in Ruhe! Schlepp deinen verfluchten Arsch hinter die Linie und warte auf den R-Zug, so einfach ist das». Das sind die letzten Worte, die der Koreaner Ki Suk Han zu hören bekommt. Wenige Sekunden später liegt er auf den Gleisen der New Yorker Subway-Station Seventh Avenue/47th Street und wird von einem ankommenden Zug überrollt.

Der Mann, der die Worte ausgesprochen hat, ist Naeem Davis, ein 30-jähriger New Yorker. Er und Ki Suk Han waren in der U-Bahn-Station aneinandergeraten, wie das Video eines Passanten zeigt. Offenbar hatte der Koreaner den Disput begonnen. Davis wurde wenig später von der Polizei verhaftet. Anklage: Mord. Er soll den 58-jährigen Familienvater auf die Gleise geschubst haben.

«Sie wissen nicht, wer ich bin!»

Beim Polizeiverhör hat Davis die Tat gestanden. «Er liess mich nicht in Ruhe, also habe ich ihn weggestossen», soll er laut «New York Daily News» den Beamten gesagt haben. «Dann sah ich, wie er vom Zug erfasst wurde.»

Laut den New Yorker Behörden war Davis ohne erkennlichen Grund völlig in Rage geraten. Han trat dann an ihn heran und versuchte, den Afroamerikaner zu beruhigen. «Han ging zu ihm und versuchte ihn zu beruhigen. Er sagte: ‹Sie machen den Leuten Angst›», erzählte ein Beamter der «New York Post». Der verwirrte Davis habe dann zu schreien begonnen: «Sie kennen mich nicht! Sie wissen nicht, wer ich bin!»

Trauer bei der Familie

Ki Suk Han hinterlässt eine Frau und eine 22-jährige Tochter. Er wird in den US-Medien als harter Arbeiter beschrieben, der vor 25 Jahren in die USA ausgewandert ist, um sich und seiner Familie ein besseres Leben zu bieten. Vor rund zwei Jahren erlitt seine Firma Konkurs und Han wurde arbeitslos.

Am Tag, an dem Han starb, habe er das Haus im Streit verlassen, erzählte seine Frau Serim an einer Pressekonferenz. Sie und ihr Mann hätten Alkoholprobleme gehabt. Han sei betrunken gewesen, als er aus dem Haus ging. Trotzdem ist die Trauer bei den Hinterbliebenen gross. «Ich wünschte, ich könnte ihm noch ein letztes Mal sagen, dass ich ihn liebe», so die traurige Serim.


(Video: YouTube/CBS)

(aeg)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • J.S. am 06.12.2012 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daily

    Bevor du gehst von zuhause fort, sag morgens mir ein liebes Wort. Es kann soviel am Tag geschehen, wer weiß ob wir uns wiedersehen.

  • Silvio Foiera am 06.12.2012 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Moral der Geschichte:

    Verlasse dein Haus oder deine Lieben nicht im Streit. Du weisst nicht ob Du sie auf dieser Welt nochmals siehst.

    • R. Kunz am 06.12.2012 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ja

      Da sprichst du mir aus dem Herzen! Daran denkt man meistens nicht.

    • Sabrina S. am 06.12.2012 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      absolut

      besser hätte ich es nicht sagen können.

    • Tino S am 06.12.2012 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wahre Worte

      Wahre Worte

    • J.R. am 06.12.2012 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wie Recht du hast!!

      Leider merken wir dies erst, wenn es zu spät ist. :-(

    • R.Z. aus K am 07.12.2012 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wie recht Du hast

      Amen

    einklappen einklappen
  • Hubert am 06.12.2012 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Tragischer Fall!

    Man fragt sich schon, was mit den Jugendlichen von heute los ist. Wegen eines Streites schubst man doch niemanden vor den Zug.

    • René Meier am 07.12.2012 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Teenie?

      30 jähriger ein Jugendlicher?

    einklappen einklappen
  • NYPD am 06.12.2012 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    New York is cold...

    New York, the cradle of the best and of the worst. Solche meltingpots haben halt nicht nur Vorteile, wie man immer mehr in der Schweiz auch merkt...