Trump im UNO-Hauptquartier

18. September 2017 22:10; Akt: 18.09.2017 23:03 Print

«Ergebnisse entsprechen nicht den Investitionen»

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem ersten Auftritt bei der UNO die Organisation gelobt – und dann scharf kritisiert.

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US-Präsident Donald Trump hat zum ersten Mal im UNO-Hauptquartier in New York gesprochen. Bei einem Vorabbesuch vor seinem Auftritt am Dienstag an der Vollversammlung hat Trump die Weltorganisation für ihre viele guten Taten gelobt, aber auch als zu bürokratisch und schlecht geführt kritisiert. «Wegen Bürokratie und Misswirtschaft haben die UNO ihr volles Potenzial nicht erreicht», sagte Trump bei seinem ersten Auftritt bei der UNO am Montag in New York.

Das Budget der Weltorganisation habe sich seit dem Jahr 2000 um 140 Prozent vergrössert und die Zahl der Mitarbeiter seitdem verdoppelt, sagte Trump. «Die Ergebnisse entsprechen diesen Investitionen nicht.»

UNO-Generalsekretär António Guterres verschonte Trump dann aber. «Ich weiss, unter dem (aktuellen) Generalsekretär ändert sich das – und es ändert sich schnell, wir haben es gesehen. Wir loben deshalb den Generalsekretär und seinen Aufruf, die UNO stärker auf Menschen als auf die Bürokratie zu fokussieren.»

«Bürokratie und Misswirtschaft»: Präsident Trumps erster Besuch im UNO-Hauptquartier in New York. (18. September 2017) Video: Twitter

Guterres bekräftigte nach Trumps kurzer Ansprache seinen Reformwillen. «Wir können mehr tun», sagte Guterres und nannte als Ziel ein gutes «Preis-Leistungs-Verhältnis, während wir gemeinsame Werte vorantreiben». Guterres dankte Trump für seine Unterstützung.

«Veränderung ist dringend notwendig»

Tatsächlich zahlen die USA sowohl zum Budget für die 16 weltweiten UNO-Friedenseinsätze als auch zum regulären UNO-Budget den mit Abstand grössten Beitrag. Trump dürfte die Budgetfrage auch in seiner Rede bei der am Dienstag beginnenden Generaldebatte aufgreifen. 128 der 192 weiteren Mitgliedstaaten unterzeichneten eine von den USA vorgelegte politische Absichtserklärung, die Guterres zu «grösserer Transparenz und Berechenbarkeit bei benötigten Ressourcen» drängt.

«Veränderung ist dringend notwendig», sagte die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley. Die USA wollen auch die rund 60 verbleibenden Staaten zu einer Unterschrift bewegen. «Wir müssen sicherstellen, dass kein Mitgliedstaat einen unverhältnismässigen Teil der Last trägt, militärisch oder finanziell», sagte Trump.

Russland trägt Reform nicht mit

Russland kündigte an, die Reform nicht mitzutragen. Diese könne nur durch Dialog aller Staaten herbeigeführt werden und nicht durch Unterzeichnung einer von einem einzigen Land vorgelegten Erklärung, sagte der russische UNO-Botschafter Wassili Nebensja in einem Interview der Agentur Tass. «Wir werden uns nicht mit weniger zufrieden geben als mit einem kompletten Konsens», sagte Haley.

Trumps Vorschlägen für den US-Haushalt 2017/2018 zufolge soll das Aussenministerium von Rex Tillerson knapp 30 Prozent weniger Zuwendungen bekommen und damit statt 55 nur noch 39 Milliarden Dollar. Diese Kürzungen sollen aber weniger die Diplomatie als vielmehr die Auslandshilfe betreffen.

Die Vereinten Nationen hatten ihr Budget für die Friedensmissionen bereits um 600 Millionen Dollar gekürzt. Für diese Kürzungen hatte sich vor allem UNO-Botschafterin Haley stark gemacht.

Trotz seiner Kritik schlug Trump auch versöhnliche Töne an. Die 1945 geschaffene Organisation sei mit «wahrlich noblen Zielen» gegründet worden und habe hungernde Menschen ernährt, Katastrophenhilfe geleistet sowie Frauen und Mädchen gestärkt. Guterres bezeichnete er als «fantastisch» und lobte ihn für seine Bemühungen, die UNO zu verschlanken und effizienter zu gestalten.

(mch/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SwissJohnson am 19.09.2017 01:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da geht noch mehr

    Mag ihn zwar nicht besonders aber seinen Äusserungen stimme ich diesmal zu.

  • Typhoeus am 19.09.2017 02:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur die UNO

    Alle internationalen Organisationen kreieren eine Eigendynamik zu Wohle ihrer Mitarbeiter. So gelangen alle Investitionen und Spenden erst einmal in die eugene Kasse.

    einklappen einklappen
  • Daniel am 19.09.2017 02:11 Report Diesen Beitrag melden

    hat Recht

    Jeder welcher schon mal näher mit der Uno zu tun hatte und unabhängig d.h. nicht mit denen verbandelt ist, bestätigt was Trump sagt, der Uno-Zirkus ist eine gigantische Steuergelder-Verschleuderung, welche fast nichts Effektives produziert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pat am 19.09.2017 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht hat er

    Auch wenn er für mich eher die letzte wahl ist. Die Frage nach Aufwand und Output der UN ist für mich berechtigt. Viel Wasserkopf und wenig das raus kommt.

  • Bojan am 19.09.2017 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Ironie

    Was hat der überhaupt in der UNO zu suchen am Tage wo die CIA 70-jährig wurde ? Warum soll man ihm glauben?

    • Petr Penz am 19.09.2017 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bojan

      lieber bojan du hast nicht begriffen. Wenn es brennt auf der Welt, wer muss löschen und für Ordnung sorgen. Leider hat man es vor ~ 20 jahren falsch gemacht.

    einklappen einklappen
  • Erwin B am 19.09.2017 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Problem sind die Grossmächte

    Das Problem ist nicht die UNO selbst - sie ist nur so stark wie es die Grossmächte zulassen. Mit ihrem Vetorecht können sie jede Aktivität blockieren, die ihnen aus irgend welchen Gründen nicht passt. So kann die Welt noch lange auf Erfolge bei den für sie brennendsten Problemen warten....

  • Ruth am 19.09.2017 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn er Recht hat, hat er Recht!

    Diesen inkompetenten, ineffizienten Wasserkopf bauen wir beim Bund auch in aller Regelmässigkeit auf. Weniger Arbeitslose dank dem Bund!

  • Marco xxx am 19.09.2017 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    XXX

    Die frage ist ob sich die indirekte investition in den Amerkinasischen Präsidenten gelohnt hat oder nicht!