Aussenpolitik-Experte Kagan

23. Februar 2017 14:44; Akt: 23.02.2017 15:07 Print

«Europa sollte sich Sorgen machen»

von O. Fischer - Robert Kagan, Experte für US-Aussenpolitik, erklärt, was er von Donald Trump hält und warum die Schweiz den Kopf unten halten sollte.

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Am Samstag ist Donald Trump 100 Tage im Amt. US-Präsident Donald Trump in seinem Büro im Weissen Haus. (Archivbild) Ernster Blick, miese Umfragewerte: Die Unzufriedenheit über die Regierungsarbeit des US-Präsidenten wächst. Donald Trump am 19. März 2017 in Washington D.C. Treffen ohne Handschlag: Angela Merkel und Donald Trump im Oval Office. (17. März 2017) Kommt in Mexiko nicht gut an: Trumps Mauer. (26. Februar 2017) Fordert von Deutschland höhere Verteidigungsausgaben: Donald Trump mit seinem Vize Mike Pence (l.) im Weissen Haus. (17. März 2017) Einstweilige Verfügung gegen sein neues Einreisedekret: US-Präsident Donald Trump. (15. März 2017) Der Applaus ist ihm sicher: Donald Trump bei seiner Rede vor Vertretern der Automobilindustrie. (15. März 2017) Verzichtet auf 400'000 Dollar Jahresgehalt: US-Präsident Donald Trump. (13. März 2017) Muss ihre US-Reise wegen des Schneesturms verschieben: Kanzlerin Angela Merkel, hier bei einem Treffen in Brüssel. (10. März 2017) Will sich von Trump nicht alles gefallen lassen: Hawaiis Justizminister Doug Chin kündigt an einer Pressekonferenz in Honolulu rechtliche Schritte gegen das Einreiseverbot an. (3. Februar 2017) Das erste Dekret, das Staatsangehörigen von sieben überwiegend muslimischen Ländern generell die Einreise untersagte, war von Gerichten aufgehoben worden: Präsident Donald Trump, hier an einem Treffen mit Lehrern und Eltern in einer katholischen Schule in Orlando, Florida. (3. März 2017) «Da waren Einwanderer, die im Bauch von Sklavenschiffen hierhin kamen»: Ben Carson bei seiner Ansprache an die Mitarbeiter seines Ministeriums. (6. März 2017) Der Entwurf der Republikaner sei «der bessere Weg» als Obamacare: Der Vorsitzende des Energie- und Handelsausschusses, Greg Walden. (Archivbild) Zum Missfallen des Präsidenten: Trumps Auftritt im Kongress wurde von der Sessions-Affäre überschattet. (28. Februar 2017) Bei einer Demonstration für die Politik des US-Präsidenten sind Protestierende in der Nähe der kalifornischen Universität Berkeley mit Gegnern von Donald Trump aneinandergeraten. (4. März 2017) Trump-Befürworter schreit einen Trump-Gegner im Martin Luther King Jr. Civic Center Park in Berkeley, Kalifornien, an. (4. März 2017) Mütze und Jacke der US-Army: Veteranen sehen das gar nicht gerne. Hat als Gouverneur von Indiana Medienanfragen blockiert: Vizepräsident Mike Pence bei seiner Rede in Janesville, Wisconsin. (3. März 2017) September 2003 in New York: Der russische Präsident besuchte New York und wird von Senator Charles Schumer (2.v.r.) begleitet. Als neuer US-Energieminister bestätigt: Rick Perry, der frühere Gouverneur von Texas, spricht in Washington. (19. Januar 2017) Beschimpft Trump fast täglich auf Twitter: Erfolgsregisseur Rob Reiner bei einer Filmgala in Los Angeles. (Archivbild) Sein neues Domizil hat neun Zimmer und elf Bäder, vier Garagen sowie einen Pool: US-Finanzminister Steven Mnuchin. (14. Februar 2017) Oprah Winfrey denkt über Präsidentschaftskandidatur nach: Hier bekommt sie von Trump-Vorgänger Barack Obama die Friedensmedaille umgelegt. (20. November 2013) Trump gibt sich selbstkritisch: Im Interview mit der Sendung «Fox & Friends» gesteht er Fehler ein. Schelte eines Vorgängers: George W. Bush geht mit dem aktuellen Präsidenten hart ins Gericht. (Februar 2016) Viele (Wahlkampf-)Versprechen der vergangenen zwei Jahre seien bereits erfüllt worden, sagte der US-Präsdient: Donald Trump am Dinner der Gouverneure im Weissen Haus in Washington. (26. Februar 2017) Neuer Affront: Präsident Donald Trump sagt Dinner mit Korrespondenten im Weissen Haus ab. (24. Februar 2017) Amerika sei in seinen nuklearen Fähigkeiten zurückgefallen: Donald Trump im Weissen Haus. (23. Februar 2017) Strahlen um die Wette: US-Vizepräsident Mike Pence und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei einem Treffen in Brüssel (20. Februar 2017). Die USA seien «gegründet, um alle religiösen Überzeugungen zu schützen»: New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio an der Demonstration am Times Square. (19. Februar 2017) «Ich bin auch ein Muslim»: Hunderte demonstrieren in New York gegen Trumps Einreisepolitik. (19. Februar 2017) In Boston gingen Wissenschaftler gegen Trump auf die Strassen. (19. Februar 2017) Dubai hat jetzt einen 18-Loch-Platz mit der Marke Trump: Eric (zweiter von links) und Donald Trump Jr. (zweiter von rechts) haben ihr erstes Geschäft seit der Vereidigung ihres Vaters eröffnet. (18. Februar 2017) «USA unterstützen Nato»: Mike Pence spricht an der Sicherheitskonferenz in München. (18. Februar 2017) Hat alternative Fakten: Kellyanne Conway vor einer Konferenz mit dem kanadischen Premierminister im Weissen Haus am 13. Februar. (AP Photo/Evan Vucci) Zieht den Ruhestand dem Jobangebot von Trump vor: Der pensionierte General Robert Harward in Zaranj, Afghanistan. (6. Januar 2011) Neuer Leiter des Haushaltsbüros im Weissen Haus: US-Vizepräsident Mike Pence (r.) vereidigt Mick Mulvaney in Anwesenheit von dessen Frau Pamela West. (16. Februar 2017) Glaubt, er habe ein Chaos geerbt: US-Präsident Donald Trump während seiner Pressekonferenz im Weissen Haus. (16. Februar 2017) Als neuer US-Arbeitsminister nominiert: Der Republikaner Alexander Acosta spricht an einer Konferenz mit Reportern. (Archivbild) An der US-Grenze verläuft nur an einzelnen Stellen ein Zaun: Übergang von Baja, Kalifornien, nach Mexiko am 7. Februar 2017. Mahmoud Abbas alarmiert: Donald Trump hat eine Abkehr von der 2-Staaten-Lösung zwischen Israel und Palästina eingeläutet. (12. Januar 2017) Hat mit Trump auch die USA auf seiner Seite: Israels Premierminister Benjamin Netanyahu besucht am Mittwoch, 15. Februar den US-Präsidenten. (12. Februar 2017) Ist unter politischen Druck geraten: Der ehemalige Sicherheitsberater Michael Flynn an einer Pressekonferenz mit Japans Premierminister Shinzo Abe im Weissen Haus. (10. Februar 2017) Das Ergebnis spiegelt im wesentlichen die Mehrheitsverhältnisse von Republikanern und Demokraten in der Kongresskammer wider: Steven Mnuchin ist als neuer US-Finanzminister vom Senat bestätigt worden. (19. Januar 2017) Mit 100 zu 0 Stimmen vom US-Senat bestätigt: David Shulkin, der nun an die Spitze des Ministeriums für Kriegsveteranen rückt. (1. Februar 2017) Nicht länger bei Nordstrom und Sears zu finden: Ein Schuh des Labels der Präsidententochter Ivanka Trump. (10. Februar 2017) «Er sagt Sachen, die nicht wahr sind»: Der Senator von Minnesota Al Franken äusserte in einem CNN-Interview Besorgnis um Trumps geistige Gesundheit. (12. Februar 2017) Besser als das Original? Alec Baldwin als US-Präsident Donald Trump in der Sendung «Saturday Night Live» in New York. (4. Februar 2017) Tausendfach kommentiert: Trump Tweets sind so populär, dass manchmal die Technik bei Twitter streikt. Bedeutende Golfpartie: Trump und Abe klatschen auf dem Rasen ab. Drei Millionen Migranten wolle er abschieben, hat Trump vor Amtsantritt in einem Interview angekündigt. Am 10. Februar hat es nun offenbar Razzien in sechs US-Bundesstaaten gegeben. Polizisten verhaften einen illegalen Einwanderer in Los Angeles, Kalifornien (7. Februar 2017). Will es womöglich nochmal versuchen: Trump unterzeichnet das Dekret zum Einwanderungsstopp. (25. Januar 2017) Diesen Gegner ist Trump los: Daniel Tarullo kündigte seinen Rücktritt von der US-Notenbank Federal Reserve an. (Archivbild) Scheinen sich gut zu verstehen: Präsident Trump begrüsst Japans Premier Shinzo Ab im Weissen Haus. (10. Februar) Begleitet von Streitereien vom Senat im Amt bestätigt: Tom Price. «3:0»: Trumps einstige Rivalin Hillary Clinton reagierte via Twitter hämisch auf den Justizentscheid. (6. Februar 2017) «Geht und kauft Ivanka-Sachen»: Kellyanne Conways Aufruf an das US-TV-Publikum. (8. Februar 2017) Rügte die Richter-Schelte des US-Präsidenten: Neil Gorsuch (l.) mit Donald Trump im Weissen Haus. (31. Januar 2017) Der neue US-Justizminister gilt als erzkonservativer Hardliner: Jeff Sessions vor einer Anhörung in Washington, D.C. (10. Januar 2017) Die US-Ladenkette Nordstrom hat ihre Modekollektion aus dem Sortiment genommen: Ivanka Trump im Trump Tower in New York. (11. November 2016) Sprach von einem islamistischen Terroranschlag in Atlanta, den es nie gegeben hat: Sprecher des Weissen Hauses Sean Spicer. Der Satz «Einwanderer haben Amerika gross gemacht (und sie haben übrigens heute auch Ihr Essen gekocht und Sie bedient)» steht kleingedruckt am Ende jedes Kassenbelegs des neuseeländischen Spezialitätenrestaurants «Kiwiana». Will für Trump in Europa und Lateinamerika «vermitteln»: Der spanische Premierminister Mariano Rajoy kommt in Malta an. (3. Februar 2017) Wurde dank Intervention des Vizepräsidenten ins Amt befördert: Die neue US-Bildungsministerin Betsy DeVos. (17. Januar 2017) Klagt «Daily Mail» wegen Verleumdung an: First Lady Melania Trump bei der Amtseinführung ihres Mannes. (20. Januar 2017) Solidarisch mit Mexiko: Argentiniens Präsident Mauricio Macri an einer Pressekonferenz in Buenos Aires, Argentinien. (17. Januar 2017) Nicht auf Trumps Wellenlänge: Bestseller-Autor Stephen King. Will nicht, dass Trump vor dem britischen Parlament spricht: Präsident des Unterhauses John Bercow. (Archivbild) Vizepräsident Mike Pence soll eine Untersuchungskommission zum mutmasslichen Betrug bei den US-Wahlen leiten. (4. Februar 2017) Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen: Melissa McCarthy spielt den ungehaltenen Pressesprecher Sean Spicer. Der Sarg symbolisiert das Ende der Demokratie: Menschen protestieren in Florida gegen Trump. (4. Februar 2017) Reist für den G7-Gipfel im Mai nach Italien: Präsident Donald Trump bei seiner Ankunft mit der Air Force One am internationalen Flughafen von Philadelphia. (26. Januar 2017) Verlangt, dass die Blockade seines Einreiseverbots aufgehoben wird: US-Präsident Donald Trump und das Justizministerium haben Einspruch gegen den Entscheid des Bundesrichters eingelegt. (2. Februar 2017) Tausende Menschen gingen am 4. Februar 2017 in London auf die Strasse, um gegen Donald Trump und seinen anstehenden Staatsbesuch zu protestieren. Neues Dekret unterzeichnet: Trump hält die Verordnung zur Lockerung der Banken-Regulierungen in die Höhe. (3. Februar 2017) Um keine Antwort verlegen: Trump-Beraterin Kellyanne Conway anlässlich einer Rede Ende Januar. Vereidigung des neuen US-Aussenministers: Mike Pence, Donald Trump, Rex Tillerson und seine Frau Rena St. Clair (von links). (1. Februar 2017) Amerika hat einen neuen Aussenminister: Rex Tillerson mit Vladimir Putin in Russland. (Archivbild) USA wollen Flüchtlinge aus australischen Lagern aufnehmen: Sean Spicer, Sprecher des Weissen Hauses, während einer Pressekonferenz. (31. Januar 2017) Stellte sich gegen Trump: Die entlassene geschäftsführende Justizministerin Sally Yates. (Archivbild) Schon eine Million Briten haben eine Petition gegen Donald Trump unterschrieben: Die britische Premierministerin Theresa May hat ihren Antrittsbesuch bei Donald Trump bereits absolviert. (27. Mai 2017) Die neue US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen: Nikki Haley. (27. Januar 2017) Sagte, dass sie das Weisse Haus schon oft in die Luft sprengen wollte: Sängerin Madonna am Women's March in Washington. Donald Trump findet, sie sei «widerlich». (21. Januar 2017 ) Hat die US-Medien satt: Gemäss dem Chefstrategen des Weissen Hauses, Stephen K. Bannon, versteht die Presse «dieses Land nicht». Die Medien begriffen bis heute nicht, «warum Donald Trump der Präsident der Vereinigten Staaten ist». (20. Januar 2017) Liess sich die Provokationen nicht gefallen: Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto sagt ein Treffen mit Donald Trump ab. Donald Trump besteigt zum ersten Mal als US-Präsident die Air Force One. Der erste Flug führt ihn nach Philadelphia. Des Präsidenten Pult: Donald Trump nimmt Platz an seinem Arbeitstisch in der Air Force One. Nach Trumps Willen soll Mexiko die gigantische Anlage an der 3200 Kilometer langen Grenze finanzieren. Die mexikanische Regierung lehnt dies jedoch strikt ab: Blick auf den Grenzzaun in Tijuana.

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Donald Trump ist seit einem Monat US-Präsident und hat sich in dieser Zeit wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten. Für den Politik-Berater und Historiker Robert Kagan, Spezialist für internationale und Sicherheitspolitik, ist das sowohl logisch als auch gefährlich.

Robert Kagan, Sie waren Republikaner, bis Sie die Partei im vergangenen Jahr wegen Donald Trump verlassen haben. Was an Trump hat Sie dazu bewogen?
Er hat während des Wahlkampfs sehr deutlich gemacht, dass er keinen Respekt vor den demokratischen Prinzipien und Institutionen der USA hat. Er bestätigt das als Präsident leider weiterhin. Er nennt einen Richter einen «sogenannten Richter», er erklärt die Medien zu Feinden des Volkes.

Ein Jahr nach Ihrem Parteiaustritt bleibt Ihre Einschätzung zu Trump also gleich?
Meine Befürchtungen hinsichtlich Trump sind immer noch die gleichen. Ich würde es begrüssen, wenn ich komplett falsch läge. Ich würde es begrüssen, wenn ich mich damit lächerlich machte. Ich glaube, dass eine gute Chance besteht, dass das amerikanische System Trumps Impulse im Zaum halten kann. Aber wir müssen wachsam sein. Und meine Befürchtungen betreffen nicht nur ihn, sondern vor allem auch die Leute, die ihm blindlings folgen. Ein Mensch allein ist keine faschistische Bewegung, er braucht eine Bewegung hinter sich. Aber wenn Menschen bereit sind, ihm alles zu glauben und überallhin zu folgen, dann ist das sehr besorgniserregend.

Sie haben gesagt, Barack Obama hinterlasse die Welt in einem schlechteren Zustand, als er sie acht Jahre zuvor angetroffen habe. Wie schätzen Sie die Möglichkeiten ein, dass die Trump-Regierung einen Turnaround schafft?
Das kommt darauf an, ob er seine Sicht auf die Welt und die Sicht seiner Beraters Stephen Bannon in Handlungen umsetzt. Wenn er das tut, wird er eine ohnehin schon schlechte Lage in ein Desaster verwandeln. Er scheint alle Beziehungen und Verträge zwischen den USA und anderen Ländern auf den finanziellen Aspekt zu reduzieren. Das widerspricht allem, was die USA seit dem Zweiten Weltkrieg gemacht haben. Es scheint zum Beispiel, dass Trump und Bannon die EU am liebsten zerstören würden.

Da gibt es ja einiges, was Trump gesagt hat: Er begrüsst den Brexit oder hält die Nato für überholt. Viele europäische Länder machen sich grosse Sorgen deswegen.
Ja, sie sollten sich auch Sorgen machen. Ich glaube nämlich nicht, dass Trump seine Meinung dazu geändert hat. Er würde gern Marine Le Pen die Wahlen in Frankreich gewinnen sehen. Er würde einen Sieg der Rechtspopulisten in Italien begrüssen. Er würde gern eine stärkere AfD sehen. Er hätte lieber Nigel Farage als Theresa May als Partner in Grossbritannien. Aber ob er konkret handelt, um diese Impulse zu stärken, bleibt offen. Es ist gut möglich, dass er nichts unternimmt. Europa muss seine eigenen Probleme selbst in die Hand nehmen, unabhängig von den USA. Es ist im Interesse der Europäer, sich selbst zusammenzuraufen, weil sie sich nicht auf die USA verlassen können.

Was sind die grössten internationalen Herausforderungen, denen sich Trump und seine Regierung stellen müssen?
Es ist klar, das Terrorbekämpfung sehr wichtig ist. Kein Präsident kann sich ein neues 9/11 erlauben. Aber betrachtet man das Gesamtbild, die Weltordnung und welchen Gefahren diese Ordnung ausgesetzt ist, dann ist der IS kein Thema. Der IS ist gefährlich, aber nicht gefährlich für das grosse Ganze. Die Weltordnung wird letztlich durch China und Russland bedroht, die mit der jetzigen Struktur unzufrieden sind. Eine Gefahr ist dabei, dass die USA durch die unmittelbare Bedrohung, die vom IS ausgeht, den Blick auf das Gesamtbild verlieren.

Sie sehen in China und Russland die grösste Gefahr. Können die USA selbst zur Gefahr für die Weltordnung werden?
Interessante Frage. Wenn Trump der Meinung ist, dass die Ordnung, die von den USA gewährleistet worden ist, nicht länger Bestand haben sollte, und die Interessen der USA massiv einengt, dann ja. Wenn das Land, das Stabilität garantiert, sich zurückzieht, ist das offensichtlich eine Gefahr für die Stabilität.

Trumps Mantra lautet «America First». Was meint er genau, und hat er nicht in gewissen Punkten recht damit?
«America First» heisst, die Interessen der USA immer an erste Stelle vor allem anderen zu setzen. Das ist etwas ganz anderes als zu sagen, die USA müssen ein globaler Anführer sein. Denn als globaler Anführer musst du oft kurzfristige Vorteile opfern für langfristige Ziele. Trump liegt vielleicht nicht falsch, wenn er sagt, dass einige Handelsverträge nicht zum alleinigen ökonomischen Vorteil der USA sind, aber das ist nicht der Grund, warum sie ausgehandelt wurden. TPP war kein Vertrag, damit die USA mehr Geld verdienen. Das Ziel war, eine asiatische Allianz aufzubauen, um Herausforderungen, die von China ausgehen, besser angehen zu können.

Was kann die Schweiz von Donald Trump erwarten?
Ich denke, das Beste, was einem Land passieren kann, ist, dass sich Donald Trump nicht mit ihm beschäftigt. Trump denkt nur darüber nach, was ein Land seiner Meinung nach tun sollte, es aber gerade nicht tut. Ich muss an dieses unglaubliche Telefonat mit dem australischen Premierminister denken. Australien ist praktisch der engste Verbündete, den die USA weltweit haben. Und dieses Gespräch war eine Katastrophe. Die grundsätzliche Hoffnung sollte sein, dass man jemand ist, über den Donald Trump nicht nachdenkt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schwarzbär am 23.02.2017 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Kopf unten halten

    , das denke ich ist ein super Satz. Reinigen wir mal unser Wohnzimmer bevor wir die Krümel auf dem Vorplatz der Nachbarn kommentieren. Zudem bewahrt es auch vor dem Grössenwahn, den einige Politiker bei uns haben. Die Schweiz ist ein geniales Land, aber auf der Bühne der Weltpolitik sollten wir uns zurückhalten, so lange es so rauh zu und her geht. Dafür sind wir zu klein. Klein, aber wunderschön.

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  • Willi Zbinden am 23.02.2017 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wird die Schweiz versklavt?

    Die Schweiz hat von Amerika schon lange nichts mehr positives zu erwarten. Jedoch auch schon zu Obamas Zeiten nicht. Das beste Beispiel war der Investment Banker Skandal wo die Schweizer Politik einfach so als Schweizer Fehlverhalten hingenommen hat. Jedoch in meinen Augen war das reine Erpressung gegen die Schweiz. Was die Schweiz auch nicht einfach so akzeptieren sollte. Ich denke das Parlament in Bern hat es bis heute nicht begriffen was Wirklich auf der Welt läuft.

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  • Emil G. am 23.02.2017 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Europa sollte sich auf keiner verlassen

    Europa sollte sich auf keiner verlassen müssen aber auf sich selbst und sicher nicht auf USA. Schweiz übrigens auch. Wie wäre es mit etwas mehr Selbstständigkeit? GO TRUMP.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marty am 24.02.2017 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    was zählt

    sind Taten, nicht Worte. Wer hat die Armee aus Europa freiwillig abgezogen? Und wer hält weiterhin an der Besetzung fest und hat Tausende Militärbasen rund um die Welt? Warum hat Deutschland bis heute keinen Friedensvertrag?

    • Rüedu am 24.02.2017 19:59 Report Diesen Beitrag melden

      Marty

      "freiwillig abgezogen" Im Gegensatz zu Russland hat die USA keinem Staat sein politisches System mit Waffengewalt aufgedrängt. Ostdeutschland 53, Ungarn 56, Tschechoslowakei 67. Der 2+4 Vertrag ist ein völkerrechtlich faktischer Friedensvertrag, der die Souveränität der BRD garantiert. Artikel 7, Absatz 2. Diese juristische Form wurde gewählt, damit keine völkerrechtlichen Forderungen für die BRD als Nachfolgestaat des Deutschen Reichs einklagbar werden. Reparation. Alle rund 700 Objekte der US Streitkräfte sind Mietobjekt von jeweiligen Land und sind kündbar.

    • Marty am 24.02.2017 21:22 Report Diesen Beitrag melden

      @ruedu

      "Im Gegensatz zu Russland hat die USA keinem Staat sein politisches System mit Waffengewalt aufgedrängt."Ach wirklich? Das Zeug dass Sie rauchen muss ein Hammer sein,möchte ich auch haben.Der 2+4-Vertrag ist aus juristischer Sicht kein Friedensvertrag.Zweitens wurden nach dem Bonner Vertrag von 1952 Einschränkungen der deutschen Souveränität beschlossen: u.a.das Verbot von Referenden zu militärpolitischen Fragen, das Verbot des Anspruchs auf den Abzug der alliierten Truppen vor der Unterzeichnung des Friedensvertrags usw.Die Einschränkungen wurden vom 2+4-V nicht abgeschafft und gelten weiter.

    • Rüedu am 24.02.2017 22:52 Report Diesen Beitrag melden

      Marty

      Nennen Sie ein Land der westlichen Besatzungszone,in dem ein Volksaufstand durch Truppen der Besatzung niedergeschlagen wurden. Gibt keines im Gegensatz zur Sowjetzone. Selbstverständlich wurden ALLE Gesetze der Besatzungsordnung aufgehoben! Die Ersten schon durch die Notstandsgesestze 68, der Rest durch den 2+4 Vertrag 90. Wie völlig unsinnig Ihre Argumentation ist, zeigt ja schon der Fakt, dass alle Truppen aller Besatzungsmächte 94 Deutschland verlassen haben. Nochmals Artikel 7 des 2+4 Vertrag lesen, statt irgendwelche Behauptungen aufstellen.

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  • Homer Simpson am 24.02.2017 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Stupid America

    Aha, und vorher brauchten wir uns also keine Sorgen zu machen? Aber ja, Nato-Panzer an der Russischen Grenze sind ja auch kein Grund zur Besorgnis!

  • Markus D. am 24.02.2017 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so ein Geschwafel

    so einen schwachsinn liesst man auch nicht alle Tage. Die USA die angeblich für Ordnung gesorgt und die Sicherheit der Welt garantiert hätten. Und das Russland und China die gefährlicheren sind..........Zweifelsohne würden diese Staaten die Welt nicht unbedingt positiv verändern, wenn sie denn könnten. Aber hey....das tun die USA auch nicht !! Jeder dieser 3 versucht sich imperialistisch zu positionieren. Und zum Glück gibt es auch die Gegenspieler der USA. Letztendlich sind es die gleichen Flöhe die einem beissen.

  • Ruedi am 24.02.2017 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Experte

    Experte, dass ich nicht lache. Kagan war einer jener, die am lautesten für den verbrecherischen Irakkrieg getrommelt hatten. Ein Neocon.

  • Rönz am 24.02.2017 00:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach Osten

    Sage schon seit Jahren, dass wir uns vermehrt nach Osten orientieren sollten!