Macher des Islam-Hassfilms

26. November 2012 18:57; Akt: 26.11.2012 18:57 Print

«Film erzählt die Wahrheit über Mohammed»

Der Film «Innocence of Muslims» sorgte in der muslimischen Welt für Unruhen. Über 50 Menschen starben. Jetzt erklärt sein Macher erstmals, wieso er das Drehbuch dafür geschrieben hat.

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Der Film «Innocence of Muslims» stellt den Propheten Mohammed als lüsternen, homosexuellen, blutrünstigen Gauner dar. Als Anfang September Auszüge des arabisch-synchronisierten, 14-minütigen Youtube-Trailers im ägyptischen Fernsehen gezeigt werden, kommt es in grossen Teilen der muslimischen Welt zu gewaltsamen Protesten. Über 50 Menschen sterben, darunter auch der US-Konsul von Bengasi, Christopher Stevens.

Der Autor des Drehbuchs Nakoula Basseley Nakoula (55), der wegen Verstössen gegen eine Bewährungsauflage eine einjährige Haftstrafe in Los Angeles absitzt, hat der «New York Times» in einem schriftlich geführten Interview nun erstmals Auskunft über seine Motivation hinter dem Film gegeben.

Massaker von Fort Hood als Motivation für Film

Wer auf zellengereifte, reflektierte Antworten hoffte, wird jedoch enttäuscht: «Der Film erzählt nur die Wahrheit über Mohammed», so Nakoula. Immerhin wird klar, was den seit den 1980-er Jahren in den USA lebenden, gebürtigen Ägypter veranlasste, ein solches Skript zu schreiben – ebenfalls aus dem Gefängnis, notabene.

So ist das Massaker von Fort Hood für Nakoula ein «Paradebeispiel für die Gewalt, die im Namen Allahs begangen wird». Auf dem Militärstützpunkt hatte 2009 ein Psychiater der Armee mit Verbindungen zu radikalislamischen Kreisen in Texas 13 Menschen erschossen.

Nakoula legt der «New York Times» noch viele weitere Beispiele «muslimischer Grausamkeiten» vor, die ihn dazu bewogen hätten, den Film zu machen: Bombenattentate, Schiessereien und Folterungen von Kopten prägten seine Ansichten während Jahren. Doch «nach dem Massaker von Texas wurde ich noch fassungsloser und wütender», schreibt Nakoula.

Selten im Gottesdienst

«Leidenschaftliche Überzeugung und meine Beobachtungen von Christenverfolgungen waren es, die mich zu dem Film trieben», so Nakoula weiter. Bei der koptischen Kirche in Kalifornien mag man ihm diesen religiösen Eifer aber nicht so ganz abnehmen, zumal Nakoula den Gottesdienst sehr selten besucht habe.

Mit den christlichen Grundsätzen jedenfalls nahm es Nakoula insgesamt nicht so genau: Er sass wegen Drogenhandel und Betrug im Gefängnis, und führte auch die Schauspieler hinters Licht, die in dem Film mitmachten. Ihnen gaukelte er vor, dass sie in einem Historienfilm mitwirken würden. Später wurden die Dialoge neu synchronisiert, aus der Hauptfigur «George» wurde «Mohammed».

(gux)