Wirtschaftskrise

12. Februar 2018 18:07; Akt: 12.02.2018 18:07 Print

«Hungrige Venezolaner fallen an der Grenze um»

Wegen der Wirtschaftskrise migrieren täglich Tausende Venezolaner nach Kolumbien. An der Grenze kommt es oft zu dramatischen Szenen.

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Seit Wochen versuchen täglich Tausende Venezolaner über die Grenze in die Nachbarländer Kolumbien und Brasilien einzureisen. Sie flüchten vor der eskalierenden wirtschaftlichen und politischen Krise in ihrem Land.

Vergangenen Freitag verschärften die kolumbianischen Behörden die Einreisebestimmungen, was am Wochenende zu einem Run auf die Grenzübergänge führte. Bilder zeigen, wie sich Menschen dicht an dicht in einer endlos scheinenden Schlange drängen. Viele, die mit ihrem Hab und Gut unter der prallen Sonne ausharrten, kollabierten.

«Wir sehen viele unterernährte Kinder, aber auch Erwachsene, die ohnmächtig werden, weil sie seit Tagen nichts gegessen haben», sagt Fabiola Ruiz zur «Deutschen Welle». Sie leitet eine Suppenküche in der kolumbianischen Ortschaft Cúcuta.

15 Stunden lang Schlange stehen

Auf der Grenzbrücke Simón Bolívar zwischen dem venezolanischen Bundesstaat Táchira und dem kolumbianischen Dörfchen La Parada im Department Norte de Santander überqueren bis zu 37'000 Menschen pro Tag die Grenze. Einige kommen, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen – wegen des Devisenmangels und der Hyperinflation kann Venezuela kaum noch Nahrungsmittel, Medikamente oder Dinge des täglichen Bedarfs einführen.

Andere wiederum planen die Weiterreise: «Ich will nach Ecuador», sagt eine Frau, die nach 15 Stunden in der Schlange den Busterminal erreicht. Zwei Männer wollen nach Peru. Auch die argentinische Regierung meldet, dass sich in den letzten fünf Jahren die Ankunft von venezolanischen Migranten versechsfacht hat.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hatte zuletzt gesagt, die Migration aus Venezuela sei ausser Kontrolle geraten. Den humanitären Notstand ausrufen will die Regierung aber nicht. Der Bürgermeister von Cúcuta, César Rojas, kritisiert: «Die Regierung will den Flüchtlingsstatus für Venezolaner nicht anerkennen, damit sich nicht herumspricht, dass wir ihnen hier helfen können. Das können wir den Menschen nicht bieten.»


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Gent am 12.02.2018 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    Der Staat Venezuela sollte sich zu tiefst schämen, was er sein Volk angetan hat...oder eben, nichts getan hat.

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  • wosindnundielinken am 12.02.2018 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommunismus

    So, wo sind jetzt die linken, die immernoch behaupten, dass eine solche Staatsform unbedingt anzustreben ist?

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  • Anonymous am 12.02.2018 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialismus

    Man braucht nicht mehr zu sagen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kly am 13.02.2018 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    in der Schweiz nicht als Flüchtlinge anerkannt.

    ja ich habe eine Venezuanische Freundin die letztes Jahr 2 Neffen und ihre Mutter in die Ferien nahm. alle sind unterernährt. Bei einem der Neffen brach am 2 Tag eine Hebatitis aus. Nur mit Arztzeugnissen durfte er länger beiben. Eine Chance ihn in der Schweiz zu behalten gab es nicht. Er musste zurück in ein Land in dem die Kinder der Armen und Arbeiter hungern. Seite Tante ist schon übe r 30 Jahre da und hat sich nie etwas zu schulden kommen lassen. Durfte ihn nicht hier behalten. Nicht mal für 1 Jahr. Traurig und unerträglich für mich.

  • Th.b am 13.02.2018 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    menschenfreund

    mein gott die armen Menschen. wieso tut niemand etwas? :-( wie kann man nur tatenlos zusehen wie kinder, Frauen und Männer, verhungern müssen? da muss sofort was getan werden!

  • Ihr Venezolanerlein kommet am 13.02.2018 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Amt für Migration

    Na klar doch, dann kommt bitte alle nach Europa, es kommt auch nicht mehr drauf an, wir werden eh alle zusammen absaufen!

  • Klaus am 13.02.2018 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Kapitalismus eine Glaubensreligion

    Fast so bedenklich wie die Situation in Venezuela, ist die Beschränktheit unserer Gesellschaft. Warum können sich hier die meisten nur zwei Staatsformen vorstellen? Was nicht Kapitalismus ist MUSS Kommunismus sein. Man könnte meinen im Kapitalismus läuft alles 1A. Ist das eine neue Glaubensreligion?

  • brro am 13.02.2018 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Linker Bankrott

    Tja, wieder ein Beispiel, es gibt so viele davon, das zeigt, dass Marx' Theorien nicht realisierbar sind , solange wir keine Heiligen sind;) Wir sind weit, weit weg davon. Die postmoderne Gleichmacherei macht Motivierte zu Unmotivierten und Unterstützte zu abgelöschten Abhängigen. Aber sie träumen weiter, die PM und versuchen jenen, die Lust an der Talententfaltung haben, Steine in den Weg zu legen. Die Verwalter des Mittelmasses sind Neider aller, die den inneren Funken leben. Eine traurige Sache!