McAfee hat genug

13. Dezember 2012 00:48; Akt: 13.12.2012 05:57 Print

«Ich bin frei. Ich gehe nach Amerika»

Der gejagte IT-Millionär John McAfee ist aus der Haft in Guatemala entlassen worden. Nun will er sich in Florida niederlassen.

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Am Abend des trifft John McAfee in Miami, Florida, ein. Seine Odyssee scheint damit ein vorläufiges Ende zu haben. Am , kann John McAfee das Gefängnis in Guatemala verlassen. Er will in die USA zurückkehren. Kurz nach seiner Verhaftung muss John McAfee am in Guatemala-Stadt in ein Spital eingeliefert werden. Software-Pionier John McAfee, der in Belize in Zusammenhang mit einem Mord gesucht wird, wird am . Der 67-Jährige war auf seiner Flucht zwei Tage zuvor in Guatemala angekommen. Am . Die beiden wollen nach Aussagen McAfees heiraten. Am . Von Guatemala aus will McAfee die Korruption in Belize bekämpfen. Am Montag, veröffentlicht «Vice» auf seiner Website ein Bild von McAfee: Angeblich sind zwei Journalisten des US-Magazins mit dem Flüchtigen unterwegs. Die Meta-Daten des Bildes sollen Hinweise auf seinen Aufenthaltsort enthalten – diese seien aber von ihm manipuliert, sagte McAfee. Drei Wochen nach der Flucht, mit einem sichtlich gezeichneten McAfee. Auf die Frage, wie es weitergehe, antwortete er: «Ich habe keine Ahnung. Ich werde weiterkämpfen, mich keinesfalls ergeben.» Ob er Angst habe? «Hättest du keine Angst?» Nach seinem Rückzug aus der IT-Branche betätigt sich McAfee in Colorado als Yogalehrer und schreibt mehrere Bücher zum Thema. Eine weitere Leidenschaft ist das Aerotrekking – das Fliegen in geringen Höhen mit einem Ultraleichtflugzeug. Ein bizarres Katz-und-Mausspiel beginnt: Auf . 2008 wandert er in den zentralamerikanischen Staat Belize aus. . John McAfee wird in England geboren, den grössten Teil seines Lebens verbringt er in den USA. Er arbeitet für verschiedenste IT-Firmen und gründet das Computer-Sicherheitsunternehmen McAfee. 1997 verkauft er dieses und wird zum Multimilionär.

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Die filmreife Odyssee des John McAfee erlebt ihren Schlussakt in den USA: Der exzentrische Gründer der Computersicherheitsfirma McAfee ist am Mittwoch in Guatemala aus der Haft entlassen und in die USA ausgewiesen worden.

Vertreter der Einwanderungsbehörde und ein Konvoi der Polizei eskortierten den 66-Jährigen zum Flughafen von Guatemala-Stadt. Dort wurde McAfee in ein Flugzeug Richtung Miami gesetzt.
«Ich bin frei. Ich gehe nach Amerika», erklärte er.

McAfee wurde beim Ausstieg aus dem Flugzeug von Sicherheitskräften begleitet. «Ich hab kein Telefon, kein Geld und keine Kontakte», schrieb McAfee kurz nach seiner Ankunft in Miami in seinem Internetblog. Demnach suchte er in der Metropole im US-Staat Florida zunächst ein Luxushotel im Viertel South Beach auf.

Der frühere Unternehmer und Gründer der nach ihm benannten Anti-Virus-Softwarefirma war erst in der vergangenen Woche nach Guatemala geflohen und wollte dort Asyl beantragen.

Haft statt Asyl in Guatemala

Der im Zusammenhang mit einem Mordfall in Belize gesuchte Unternehmer war vergangene Woche in Guatemala festgenommen worden, nachdem er dort illegal eingereist war. Einen Antrag McAfees auf politisches Asyl lehnten die guatemaltekischen Behörden ab. Ein internationaler Haftbefehl liegt nicht vor.

«McAfee hat das Land illegal betreten», erklärte der Sprecher der Einwanderungsbehörde, Fernando Lucero. «Und da die USA sein Heimatland sind, schiebt ihn Guatemala dorthin ab.» Zuvor hatte ein Richter McAfees Festnahme für illegal erklärt und dessen Freilassung angeordnet.

Die wochenlange Haft in dem zentralamerikanischen Land habe bei ihm Spuren hinterlassen, deutete McAfee kurz vor seiner Abreise an. «Ich kann nur sagen, dass ich mich zehn Jahre älter fühle und nicht weiss, was ich mache. Ich gehe jetzt erst einmal nach Miami.»

Bloggen auf der Flucht

McAfee hatte Anfang des Monats mit seiner wirren Flucht von Belize nach Guatemala für Aufsehen gesorgt. Dabei liess der gebürtige Brite es sich nicht nehmen, während der Odyssee unentwegt über seine Erlebnisse zu bloggen und darüber mit Journalisten zu sprechen.

Die Polizei in Belize will McAfee im Zusammenhang mit dem Mord an dem US-Bürger Gregory F. befragen. Für die Ermittler ist McAfee in dem Mordfall den Angaben zufolge eine «Person von Interesse». Das heisst, dass die Behörden eine Verwicklung des Unternehmers in den Fall vermuten. McAfee bestreitet das.

Vermögen durch Finanzkrise geschrumpft?

McAfee hatte in den späten 1980er Jahren das Unternehmen McAfee Associates gegründet. Mittlerweile hat er mit der Firma, die an Intel verkauft wurde, nichts mehr zu tun.

Vor drei Jahren zog er nach Belize, um weniger Steuern zu zahlen. Der «New York Times» sagte er 2009, dass von seinem Vermögen von einst 100 Millionen Dollar durch die Finanzkrise nur rund vier Millionen Dollar übrig seien. Andernorts wurde er mit den Worten zitiert, diese Darstellung «sei überhaupt nicht zutreffend».

Erst am Sonntag hatte McAfee erklärt, in die USA zurückkehren zu wollen, um dort ein «so normales Leben» wie möglich führen zu können.
Der Yoga-Anhänger McAfee, der offen zu seiner früheren Drogensucht steht, zeigt sich gern mit Bodyguards, jungen Frauen und Pistolen am Gürtel.

(dapd)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Orang Utan am 13.12.2012 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    MäcÄffchen

    wäre zutreffender

  • Hansli DieMeise am 13.12.2012 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    Virus gefunden

    Das System funktioniert innerhalb normaler Parameter. Der Gerichtscomputer hat einfach ein McAfee Virus entdeckt und diesen aus dem System entfernt. Das sollten wir alle tun.

  • saraa am 12.12.2012 23:20 Report Diesen Beitrag melden

    gesundes Asylwesen

    Die Schweiz sollte sich Guatemala als Vorbild nehmen und künftig die Asylentscheide auch innert paar wenigen Tagen treffen. Und bei uns sagt man immer es koste zuviel. Von wegen Guatemala ist doch viel ärmer und die können sich wies scheint auch Schnellgerichte leisten.

    • Patricio Lopez am 13.12.2012 00:25 Report Diesen Beitrag melden

      Asyl Antrag ????

      Mit Bestechung geht alles in diesen Länder !

    • Silvan am 13.12.2012 01:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Patricio

      Tja, dann hat die USA aber mehr bezahlt als er selber :-D

    • TheDude am 13.12.2012 01:40 Report Diesen Beitrag melden

      Ohje...

      Korrupte Staaten können sich relativ viel leisten...

    • Eidgenosse am 13.12.2012 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Rausgekauft

      Da hat er sich aber schön aus der Schei*** rausgekauft... Geld regiert die Welt!

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