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J.K. Rowling
01. Dezember 2012 02:55; Akt: 01.12.2012 05:38 Print
«Ich fühle mich verschaukelt»
von Bea Emmenegger - Die Opfer des Abhörskandals in Grossbritannien fühlen sich von Premierminister David Cameron hintergangen, der eine zentrale Forderung des Untersuchungsberichts rundweg ablehnt.
In seinem am Donnerstag vorgestellten Bericht über «Kultur, Praktiken und Ethik der Medien» forderte Lord Brian Leveson die Einführung gesetzlicher Normen zur Unterstützung einer neuen unabhängigen, selbstregulierten Institution, die unter anderem Beschwerden einzelner Personen gegen Medienorganisationen behandeln soll und Bussen verhängen kann.
Cameron lehnte dies sofort ab, weil er in einer gesetzlichen Regulierung der Presse den ersten Schritt zu einer möglichen Gefährdung der Pressefreiheit sieht. Grossbritannien hat seit Ende des 17. Jahrhunderts kein Pressegesetz mehr.
«Schmerzliche Momente» im Zeugenstand
«Wenn der Premierminister keine Änderung im System der Selbstregulierung der Presse wollte, nicht einmal in diesem moderaten und ausgewogenen Ausmass, wie es Lord Leveson vorschlägt, dann frage ich mich, weshalb so viele öffentliche Gelder ausgegeben wurden und weshalb so viele Leute aufgefordert wurden, im Zeugenstand extrem schmerzliche Momente vor einem Millionenpublikum noch einmal zu durchleiden. Nachdem ich auf Camerons Aussagen zu Beginn der Untersuchung (...) vertraut hatte, wonach er alle vernünftigen Vorschläge implementieren wolle, (...) fühle ich mich jetzt verschaukelt», schrieb «Harry Potter»-Autorin J.K. Rowling in einem Artikel im «Guardian» vom Freitag.
Rowling hatte wie viele Prominente vor dem Untersuchungsausschuss ausgesagt, der von Cameron ins Leben gerufen worden war, nachdem bekannt wurde, dass die Telefone unzähliger Prominenter von Journalisten abgehört wurden. Im Zentrum des Skandals stand Rupert Murdochs Medienimperium News International, zu dem unter anderem das Boulevardblatt «News of the World» gehörte, das im Zug des Skandals eingestellt wurde.
Enge Bande zwischen Politikern und Presse
Die Levenson-Untersuchung kam zum Schluss, dass das Hacken privater Telefone keineswegs wie von Murdoch und seinem Sohn James mehrfach behauptet, Einzelfälle waren, sondern im Murdoch-Imperium System hatten. Die Journalisten hörten selbst die Telefone von Eltern getöteter oder entführter Kinder ab.
Der Untersuchungsbericht kommt ausserdem zum Schluss, dass die Bande zwischen der britischen Presse und den Politikern viel zu eng waren und schlägt vor, dass Treffen mit leitenden Redaktoren von den Volksvertretern gemeldet werden müssen.
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Alle 8 Kommentare

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Wort zum Sonntag
Aufgrund welcher gesetzlichen Norm die am Skandal beteiligten Redaktoren zur Rechenschaft gezogen werden ist irrelevant und geht dem Durchschnittsbriten am Allerwertesten vorbei - J.K. Rowling als Vertreterin der Zunft weiss dies bestens, auch dass Cameron nur politisch suizidal Levensons Empfehlungen aufnehmen könnte. Aber wer kann denn moralisch einwandfrei und konsequenzlos die PR in eigener Sache im Guardian abschlagen?
Privacy der Promis, ironie der Zeit
Das Riesenproblem bei diesen Praktiken der englichen Presse ist das sie nicht die einzige ist die das macht somit hat sie einige sehr sehr hohe Leute die diese Praktiken nicht verbieten wollen können sodann ab jetzt es eigentlich schon nicht mehr so böse ist die Leute abzuhören.. Ein Witz denn in England sind mehr kameras und Mikrophone installiert als Menschen leben oder fast. Auf den Punkt: es ist im Interesse der Promis und den Leuten in England nicht so sehr auf Ihre "privacy" zu achten denn andere haben das Recht ergriffen auf deren "privacy" und das ganz legal..
schmeisst einen Frosch
in einen Topf mit heissem Wasser...er springt sofort wieder raus. schmeisst ein Frosch in einen Topf mit lauwarmem Wasser...er mag es...jetzt erhöhe jeden Tag die Temperatur um null, fünf Grad...er wird sich daran gewöhnen bis er kocht. so geschehen mit der Video Überwachung in London.es wurde vom Spiegel ein Bericht dazu veröffentlicht...die wunderbare Welt der Überwachung...mal Googeln. und sich beeindrucken lassen.