Olympische Winterspiele

12. Februar 2018 10:15; Akt: 12.02.2018 21:04 Print

«Ivanka aus Nordkorea» verwirrt die Welt

Die Schwester Kim Jong-uns hat den Präsidenten Südkoreas nach Pyongyang eingeladen. Das sei «Lippenstift-Diplomatie», sagt ein Experte.

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Der erste Besuch eines Mitglieds der Kim-Dynastie in Südkorea schlägt hohe Wellen. Die von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un an die Olympischen Winterspiele entsandte Schwester Kim Yo-jong überrascht die Welt mit einer Charme-Offensive.

US-Medien nennen sie die Ivanka Trump Nordkoreas. Die «New York Times» vergleicht ihr Lächeln mit dem der Sphinx. Was steckt dahinter?

Kims Schwester Kim Yo-jong sei die Ivanka Trump aus Nordkorea, schreiben amerikanische Medien. (Bild: Keystone/Carolyn Kaster/AP)

Kim Yo-jong überreichte dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in am Samstag bei einem Empfang in Seoul einen Brief ihres Bruders. «Wir hoffen, Sie bald in Pyongyang zu sehen», sagte sie. Pyongyang setze darauf, dass Moon auf dem Weg zur Wiedervereinigung ein «neues Kapitel» aufschlage.

US-Medien vergleichen das Lächeln Kim Yo-jongs mit jenem der Sphinx.

Moon, der sich seit langem für Verhandlungen mit Pyongyang einsetzt, reagierte zurückhaltend auf die Einladung: Zunächst müssten die «passenden Voraussetzungen» für ein solches Treffen geschaffen werden. Moon verlangt von Nordkorea, sich ernsthaft um einen Dialog mit den USA zu bemühen.

US-Vizepräsident Mike Pence fand dagegen deutlichere Worte: Er interpretiert die Charme-Offensive als «Propaganda-Farce» aus Nordkorea. «Die Welt darf nicht die Augen verschliessen vor der Unterdrückung und den Drohungen des Kim-Regimes», schrieb er auf Twitter.

Dass die USA und ihr südkoreanischer Verbündeter in der Nordkorea-Frage uneins sein könnten, bestritt Pence: Die USA, Südkorea und Japan seien sich einig, dass Pyongyang weiterhin wirtschaftlich und politisch isoliert werden müsse, bis das Land sein Raketen- und Atomprogramm aufgebe.

Beobachter halten die diplomatische Initiative für einen Versuch des isolierten Nordkorea, die internationalen Sanktionen abzumildern und das Bündnis zwischen Seoul und Washington zu schwächen.

Keil zwischen USA und Südkorea treiben?

Der Korea-Experte Robert Kelly von der Universität Pusan glaubt jedoch nicht, dass Moon das Bündnis mit Washington zugunsten einer Annäherung mit Nordkorea gefährden werde. Moon werde sich schwerlich von «Lippenstift-Diplomatie» beeindrucken lassen, schrieb Kelly auf Twitter: «Er ist ein Liberaler, aber kein Idiot oder Verräter.»

US-Verteidigungsminister Jim Mattis sagte, Nordkorea könne mit seiner Charmeoffensive gegenüber Südkorea keinen Keil zwischen Seoul und Washington treiben. «Ich weiss, dass die Leute nach einem Keil zwischen Südkorea und den USA suchen», sagte Mattis am Sonntag auf einem Flug nach Rom. «Es gibt da keinen Keil.»

(oli/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 12.02.2018 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Amis y ihr Einfluss

    Das sagt schon viel über die Amis aus.Die Amis sind eigentlich nicht daran Interessiert daß sich Nordkorea y Südkorea wirklich näher kommen! Ein Friedensprozess ist nicht im Sinne der Amerikaner,zu groß ist die Angst sie könnten an Einfluss in Korea verlieren!

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  • Beat Hofer am 12.02.2018 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die grosse Frage

    Bin ich der einzige der überrascht ist wie hübsch diese Frau im Vergleich zu ihrem Bruder ist? Ja? Okay, ich bin ja schon still.

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  • citoyen am 12.02.2018 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    10000 Schrittchen zum Frieden

    Vielleicht schafft es das Staatsfernsehen Nordkoreas sogar, einen Eishockeymatch in ganzer Länge zu übertragen. Bis zur Wiedervereinigung braucht es dann nur noch 9999 weitere Schrittchen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Babett am 12.02.2018 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind Fremde

    Ich würde sagen kühl und berechnend . Aber das alles geht uns nichts an , nur diese beiden Koreanischen Länder.

  • xxlbmw am 12.02.2018 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gugus

    Nordkorea und südkorea werden erst frieden spühren wenn das die amis wollen.

  • Anony Mouse am 12.02.2018 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Strategie?

    Würde Kim nicht dauernd poltern und etwas diplomatischer vorgehen würde er auch ernster genommen und hätte mehr Unterstützung, z.B. von China, Russland und anderen Ländern die es auch nicht so genau nehmen mit Sanktionen oder Menschenrechte.

  • bebbeli am 12.02.2018 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Frieden

    Von Politik verstehe ich nichts, aber wenn die Gegner miteinander reden, ist schon viel gewonnen. Wenn es den Frieden bringt, bin ich sehr einverstanden.

  • Lilo am 12.02.2018 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ivanka aus NK

    Es wäre zu wünschen, dass die junge Frau sich noch an ihre Schulzeit in Bern erinnert und tief in ihrem Innern die Idee von Freiheit und Frieden nicht ganz vergessen hat....

    • true am 12.02.2018 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lilo

      darum ist ja kimi so grissgrämig er hatt sich an die mentalität der schweizer angepasst.

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