James Alex Fields

13. August 2017 16:43; Akt: 13.08.2017 16:43 Print

«Sei friedlich», sagte seine Mutter vor der Todesfahrt

Ein Auto ist am Samstag in Gegendemonstranten einer Rechtsextremen-Demo gerast. Am Steuer sass ein 20-Jähriger. Was bisher über ihn bekannt ist.

Schock in Charlottesville: Beim Aufmarsch rechtsextremer Gruppen ist ein 20-Jähriger in Gegendemonstranten gerast.
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Nach der mutmasslich absichtlichen Autofahrt hinein in eine Menge von Demonstranten in der US-Kleinstadt Charlottesville sitzt der 20-jährige James Alex Fields Junior in Untersuchungshaft. «Wir liefen auf der Strasse, als ein Auto, eine schwarze oder graue Limousine, mit hohem Tempo auf uns zuraste und gegen all die Leute prallte», sagte ein Augenzeuge.

Eine Frau wurde bei der Fahrt getötet, 19 Menschen verletzt. Die Behörden beschuldigen Fields der Tötung in einem Fall sowie der böswilligen Körperverletzung in drei Fällen. Zudem werfen sie ihm vor, den Tatort verlassen zu haben.


Assad, Hitler, Hakenkreuze

Bilder vom Samstag zeigen den 20-Jährigen mit Mitgliedern der rechtsextremen Organisation «Vanguard America», die den Aufmarsch mitorganisiert hatte. Die Gruppe distanzierte sich von Fields. Er sei kein Mitglied, twitterte sie.


Unter den Gruppierungen, die zu dem Aufmarsch aufgerufen hatten, waren auch einige, die US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf unterstützt hatten. Unter ihnen der rassistische Ku Klux Klan und die Alt-Right-Bewegung. Manche Teilnehmer gaben sich auf Mützen und T-Shirts als Trump-Anhänger zu erkennen. Auch Fields soll nach mehreren Medienberichten ein Unterstützer Trumps sein.

Seine Facebook-Seite zeigt eine Nähe zur Alt-Right-Bewegung. Fields postete mehrere Bilder und Symbole, die in der Bewegung verwendet werden. Weiter finden sich dort ein Porträt des syrischen Machthabers Baschar al-Assad mit dem Kommentar «undefeated» (dt. unbesiegt) und ein Babyfoto von Adolf Hitler, wie etwa die «New York Daily News» schreibt.

«Sei vorsichtig und friedlich»

Fields Mutter sagte der Zeitung «Toledo Blade», ihr Sohn habe angekündigt, zu der Rechtsextremen-Demo fahren zu wollen. Zuvor habe er seine Katze noch bei ihr gelassen. Sie habe ihn aufgefordert, «vorsichtig zu sein» und «friedlich» zu demonstrieren.

Ihr zufolge ist der 20-Jährige erst vor rund einem halben Jahr in seine eigene Wohnung in Maumee (Ohio) gezogen. Ein Onkel beschrieb den jungen Mann gegenüber der «Washington Post» als «nicht wirklich freundlich, eher geknickt». Fields wuchs bei seiner alleinerziehenden Mutter auf, nachdem sein Vater kurz nach seiner Geburt von einem betrunkenen Autofahrer getötet worden war.

20 Jahre Haft möglich

James Alex Fields soll bereits am Montag einem Gericht vorgeführt werden. Nach den Angaben von Anwälten mit Fokus auf Virginia handelt es sich bei böswilliger Körperverletzung um eine Tat, die mit Absicht und im vollen Bewusstsein – also nicht im Affekt – verübt worden ist. Alleine dafür sind in dem US-Staat Haftstrafen zwischen fünf und 20 Jahren möglich.

(kko/dapd/afp)