Experte Schaffar

13. Oktober 2016 20:45; Akt: 13.10.2016 20:45 Print

«Thailand ist als Ferienland nicht sicher»

von Viviane Bischoff - Der thailändische König Bhumibol ist gestorben. Der Experte Wolfram Schaffar schätzt ein, was das für das Land und den Tourismus bedeutet.

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Der thailändische König Bhumibol Adulyadej ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Im Volk genoss er hohes Ansehen und wurde mit religiöser Hingabe verehrt. Einen Grossteil des vergangenen Jahrzehnts befand sich der Monarch in stationärer Behandlung im Siriraj-Spital in der Hauptstadt Bangkok. (13. Oktober 2016) Beteten für den König: Einige Thailänder versammelten sich vor dem Siriraj-Spital in Bangkok. (12. Oktober 2016) Dort ist er nun verstorben: Der thailändische König Bhumibol mit seiner Frau Sirikit während der Geburtstagsparade. (2. Dezember 2005) Er war schon länger geschwächt: Der König im Rollstuhl. (9. April 2012) Er galt als Stabilisator in dem zuletzt von politischen Tumulten geschüttelten Land, das seit 2014 von einer Militärregierung geführt wird: Pro-Regierung-Demonstranten halten Bilder des Königs. (5. Dezember 2013) Der seit 1950 regierende Bhumibol war der am längsten amtierende Monarch der Welt: Das Foto zeigt ihn bei der Krönungszeremonie. (5. Mai 1950) Prinz Bhumibol (rechts) mit seinem Bruder Ananda. (16. Dezember 1938) Der thailändische König mit dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle in Paris. (11. Oktober 1960) US-Präsident Dwight Eisenhower zwischen Bhumibol und dessen Frau Sirikit in Washington. (28. Juni 1960) Hoch zu Ross: Ein Foto aus dem Jahr 1969. König Bhumibol spielt auf einem Bootsausflug Trompete. (undatierte Aufnahme) Am 30. Oktober 1996 empfing Bhumibol die britische Königin Elizabeth II. Ein Herz für Tiere: König Bhumibol adoptierte den streunenden Hund Khun Thongdaeng. (2. Dezember 2002) König Bhumibol spricht mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Bangkok. (22. Oktober 2003)

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Sicher ist, dass der Tod der grösste Einschnitt seit Jahrzehnten ist. Bhumibol war ein Monarch, der nominell zwar nur repräsentative Funktionen, faktisch aber eine ganz zentrale Position im thailändischen politischen Gefüge hatte. Mit dem Tod des Königs kann es sein, dass der Deckel des Pulverfasses nicht mehr hält – und dass es zu starken Auseinandersetzungen kommt.

Thailand ist eine Monarchie, könnte sich das bald ändern?

Auf jeden Fall. Denn Vajiralongkorn, der Sohn des Königs, wird das Amt übernehmen. Viele denken, dass er nicht das Format und das Ansehen habe, um das Land zu leiten. Möglicherweise gibt es sogar viele Thailänder, die sind nicht mehr bereit sind, ihn und die Monarchie zu akzeptieren.

Führt das zu einer politischen Instabilität?

Das Land ist bereits seit längerem instabil. Das Militär-Regime und die royalistische Elite halten das Land noch zusammen. Die Mehrheit der Bevölkerung will aber eine andere Regierung. Es ist fraglich, ob es dem Militär-Regime weiterhin gelingen wird, die Mehrheit der Thailänder zu unterdrücken.

Wird die Situation auch für Touristen gefährlicher?

Bisher wurde mit friedlichen Mittel demonstriert und mobilisiert. Die Gewalt richtete sich nicht systematisch gegen Touristen. Trotzdem würde ich sagen, dass Thailand als Ferienland nicht mehr sicher ist. Es kann sein, dass die Auseinandersetzungen so hochkochen, dass bald eine viel schlechtere Sicherheitslage entsteht.

Werden deshalb weniger Leute nach Thailand reisen?

Tourismusströme lassen sich leicht umleiten. Bereits als 2013 und 2014 die Gelb-Hemden demonstrierten, brach der Tourismus ein. Damals endete der Konflikt in einem Militärputsch. Der Tod des Königs ist nun der grösste Umbruch, den wir uns vorstellen können. Die politische Unsicherheit hat sich so weit angestaut, dass man sagen kann, der König ist zu einem höchst explosiven Zeitpunkt gestorben.

Das Regime hat ein Jahr Staatstrauer ausgerufen. Was bedeutet das?

Was damit gemeint ist, ist unklar. Es könnte sein, dass die Staatstrauer vom jetzigen Militär-Regime genutzt wird, um die Kontrolle zu halten. Durch das Trauerjahr kann es die Wahlen hinauszögern. Wir müssen davon ausgehen, dass das Regime diese Situation zu nutzen versucht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Waterpolo1s am 13.10.2016 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    good luck. :-))

    Ich hoffe nur, dass es den Thailändischen Menschen gut gehen wird

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  • Waterpolo1s am 13.10.2016 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    friedlich

    Ich wünsche dem Thailändischen Volk, dass die Machtkämpfe friedlich ablaufen . drücke die Daumen ....

  • EMM am 13.10.2016 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    König Bhumibo

    War wohl ein Monarch der am längsten regiert hat, und durch seine Jahrelange erfahrungen, die Herzen und Loyalität des Thailändische Volk gewonnen hat. Nicht jede Kultur braucht Demokratie, um ein Land führen zu können. Es braucht gute und erfahrene führer, der für das Volk einsteht. Eigentlich schade dass er gehen musste, jedoch muss man letztendlich, nach vorne schauen. Thailand braucht Zeit und geduld, um am neuen Situation anzupassen. Hoffentlich wird die Situation dort, nicht ausser Kontrolle geraten, denn das wäre das letzte, was Thailand noch gebrauchen könnte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • mrblack am 14.10.2016 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Angstmacherei.. Der "Experte" kennt villeicht die politischen Fakten aber kaum das Land ubd die Leute. Erstmal wird jetzt getrauert und dass sicher für ein paar Monate. Sogar alle Thais die ich kenne sehen keine Probleme kommen und erwarten eine ruhige Übergabe an den neuen König. Ausserdem ist immernoch das Militär an der Macht, welches die Kontrolle halten würde falls nötig. Ich geh im Dezember wie geplant und sorglos dorthin. Auch falls es Aufstände gäbe. Hat mich auch in 2013/14 kein bisschen gestört

    • Jean d'Arm am 14.10.2016 14:15 Report Diesen Beitrag melden

      Bin auch da im Dezember.

      Und das komplett angstfrei. Dieser "Experte" hat das System "Mit Angst und Panik lässt sich Geld machen" irgendwie falsch umgesetzt.

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  • A.R am 14.10.2016 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Thailand Reise

    Ich werde in ein paar tagen für 1 monat dahin fliegen, hoffe das EDA weiss die Lage einzuschätzen.

  • Ich am 14.10.2016 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Südostasien ist relativ sicher

    Was ist Sicherheit? Bereise seit 20 Jahren Asien und ich hatte keine Zwischenfälle. Italien Auto ausgeraubt Mallorca Tresor im Hotelzimmer aufgebrochen Frankreich 2 bikes gestohlen also meine Pers. Statistik.....

    • Auch ich am 14.10.2016 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ich

      Hm, ist mir noch nie passiert. Vielleicht liegt's an dir? Ich reise übrigens eher selten mit dem Auto nach Asien. Und mit dem Velo auch nicht.

    • Silbermond am 14.10.2016 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ich

      Ich reise praktisch jedes Jahr nach Asien. Hatte noch nie Probleme und das als Alleinreisende Frau.

    • D.M. am 14.10.2016 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ich

      Bis gestern ja, wie sich die neue Situation nach dem Tod vom König entwickelt muss man abwarten.

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  • peter zeller am 14.10.2016 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so eine unwahrheit über die jetzige regierung

    wie viel bezahlt ihnen der taxin claen ,damit sie als angeblicher thailand kenner so ein mist schreiben und versuchen den wohlstand der jetzigen regierung und dem volk zu schaden. ich wohne seit jahren in thailand und bin froh ,dass endlich eine regierung ordnung in das land bringt . gerade die eu und die usa sollen doch mal vor der eigenen reinigen von wegen demokrastie !!! gein glücklicher schweizer in thailand... ( schaut doch besser zur eu ,als nach asien)

  • Netik am 14.10.2016 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Massentouris

    In Tat und Wahrheit ist die Masse an europäischen Auswanderern und Touristen die grösste Gefahr für Thailand. Diese Männer kennen von Thailand in der Regel gerade mal das lokale Rotlicht Viertel und Bars. Keine Spur von minimalen Sprachkenntnissen, kein Interesse oder Respekt gegenüber lokalen Gebräuchen und Traditionen, Buddhismus etc. Diese Aussagen stammen übrigens nicht von mir, sondern von Thais die ich kenne.

    • Marita Labisch am 14.10.2016 18:08 Report Diesen Beitrag melden

      Marilla

      seit 2005 bin ich jedes Jahr 2 Monate in Thailand und habe minimale Sprachkenntnisse erworben, habe Respekt gegenüber der Tradition und um das Rotlicht Viertel mache ich einen Bogen. Mein Interesse liegt an dem herrlichen Land und den liebenswerten Menschen.Wie man in den Wald............ Also bitte nicht alle über einen Kamm scheren

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