Duterte über Rebellinnen

13. Februar 2018 15:22; Akt: 13.02.2018 15:22 Print

«Wir töten euch nicht, wir schiessen in eure Vagina»

Der philippinische Präsident wird beschuldigt, ein Frauenhasser zu sein. Aktueller Grund: Eine Rede über den Kampf gegen weibliche Rebellen.

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Aussagen von Staatschef Rodrigo Duterte, in denen er Soldaten zu Gewalt gegen Frauen aufruft, haben auf den Philippinen für Kritik und Entsetzen gesorgt. Soldaten sollten Rebellinnen in ihre Geschlechtsorgane schiessen, hatte Duterte gesagt.

In einer Rede vor 200 früheren kommunistischen Rebellen gab Duterte eine Anweisung, wie mit Guerilla-Kämpferinnen zu verfahren sei: «Wir werden euch nicht töten. Wir werden euch nur in die Vagina schiessen», zitiert der «Guardian» den Präsidenten. «Ohne die sind sie nutzlos», so Duterte in seiner Ansprache vergangene Woche.

«Gipfel von Frauenfeindlichkeit»

Duterte benutzte das visayanische Wort für Vagina, «Bisong», mehrfach in seiner Rede. Aus dem offiziellen Manuskript der Rede wurde es herausgestrichen, doch es existieren Aufnahmen der Rede.

Die Abgeordnete Emmi de Jesus von der linken Frauenpartei Gabriela sagte am Montag, Duterte zeige sich als der «Gipfel von Frauenfeindlichkeit und Faschismus».

Dies sei nicht das erste Mal, dass sich Duterte frauenfeindlich und abwertend geäussert habe, kritisierte auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Solche Sätze «ermutigen staatliche Kräfte in bewaffneten Konflikten, sexuelle Gewalt auszuüben, was das humanitäre Völkerrecht verletzt». Die philippinische Regierung bekämpft sowohl kommunistische wie auch radikalislamische Rebellengruppen.

«Das ist witzig»

Dutertes Sprecher Harry Roque wies die Vorwürfe, Duterte sei ein Sexist und Frauenfeind, zurück. «Wissen Sie, manchmal übertreiben diese Feministinnen ein bisschen», so Roque. «Ich meine, das ist witzig. Kommen Sie schon, lachen Sie einfach.»

Am vergangenen Montag sorgte Duterte für Aufsehen, als er sagte, er würde 42 Jungfrauen opfern, um Touristen anzuziehen. Vergangenes Jahr versicherte er Soldaten, er würde sie vor Strafverfolgung schützen, auch wenn sie bei der Umsetzung des Kriegsrechts in der Region Mindanao Frauen vergewaltigten.

(mlr/sda)