Venezuela

17. Juli 2017 06:37; Akt: 17.07.2017 08:43 Print

Über 7 Millionen sind gegen Maduros Reform

Bei der symbolischen Abstimmung gegen die geplante Verfassungsänderung in Venezuela kam eine Frau ums Leben.

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Mehr als 7,1 Millionen Venezolaner haben in einem symbolischen Votum gegen die geplante Verfassungsreform von Präsident Nicolás Maduro gestimmt. Das teilte die Opposition des Landes am späten Sonntagabend in Caracas mit. Zeitgleich waren auch Regierungsanhänger an die Urnen getreten. Sie nahmen an einer Probeabstimmung für die Wahl am 30. Juli teil, mit der die Zusammensetzung der verfassungsgebenden Versammlung bestimmt werden soll.

Vor allem war der Tag jedoch erneut von Gewalt geprägt, eine 61-Jährige kam bei einer Schiesserei im Zuge des politischen Konflikts ums Leben. Vier weitere Menschen wurden verletzt, als paramilitärisch organisierte Regierungsanhänger auf Motorrädern Wähler umkreisten, die in einer Kirche im Stadtteil Catia von Caracas gegen die geplante Umschreibung der Verfassung stimmen wollten. Filmaufnahmen aus dem traditionell regierungstreuen Vorort zeigten in Panik rennende Menschen, als Biker an ihnen vorbeifuhren. Zudem waren Schüsse zu hören.


Symbolische Volksabstimmung in Venezuela über Verfassungsreform. (Video: Tamedia/AFP)

Abstimmung ohne direkte Folgen

Vorab wollten Analysten den Erfolg der von der Opposition organisierten Abstimmung – die keine direkten politischen Folgen hat – lediglich an der Zahl der Teilnehmer messen. Den Experten zufolge hiess es, dass der Druck auf die sozialistische Regierung von Maduro vermutlich bedeutend steigen werde, wenn die Zahl der Wähler bei mehr als acht Millionen liegen würde. Die Opposition liess 14 Millionen Stimmzettel drucken, im Land leben 31 Millionen Menschen.

Bis zum Nachmittag hatten sich Tausende Menschen im gesamten Land an den Abgabestellen aufgereiht, um ihre Stimmen gegen die Verfassungsreform geltend zu machen. Sie schwenkten venezolanische Flaggen und skandierten «Freiheit».

Noch bevor die Stimmen ausgezählt waren, präsentierte sich Maduro im Staatsfernsehen und machte abermals die Opposition für die Gewalt im Land verantwortlich. «Ich rufe die Opposition auf, zum Frieden zurückzukehren, die Verfassung zu respektieren, sich hinzusetzen und zu reden», sagte er. «Lasst uns eine neue Gesprächsrunde, einen Dialog des Friedens, beginnen.»

(chk/dapd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas Honegger am 17.07.2017 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll's?

    Das Votum ist eigentlich recht deutlich, aber was soll's? Tragisch ist, dass Maduro den Sozialismus (und damit die Diktatur) in der Verfassung festschreiben will und sich wohl zum Präsidenten auf Lebzeiten mit grossen Vollmachten "befördern" will. Das, obwohl sein Sozialismus grandios gescheitert ist (wie überall) und er eigentlich gar keine Mehrheit mehr hat, im Volk schon gar nicht. Er sollte einsehen, dass es Zeit ist zu verschwinden. Er hat das Land ruiniert, muss es wirklich der finale Kollaps sein?

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  • Anonymous am 17.07.2017 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Maduro Raus

    Ich bin erstaunt wie das folk überhaupt überleben kann mit einer Inflation von über 800%. Eine suppe kostet dort über 1000 Bolivar, die müssen mit einen rucksack voll mit geld im Supermarkt einkaufen gehen (die meistens keine Produkte haben, alles leer) weil deren Währung unglaublich geschwächt ist. Schon erstaunlich was passieren kann wenn ein Land sind 100% auf das Krude setzt und es schief geht.

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  • M.g. am 17.07.2017 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Artikel stimmt nicht / ist unvollständig

    Das Plebisizit Referendum ist gemäss §333 und §350 (von Hugo Chavez integriert) bindend und entspricht von dem Stellenwert einem Beschluss des Kongresses. Die drei Fragen anbei .. da geht es um viel mehr als um "Maduros Reform": 1) Wollen Sie das der Kongress mit dem bereits vorhandenen Quorum gemäss §117 das oberste Gericht absetzt und neu wählt. 2) Wollen Sie dass die Armee die Verfassung v. 1999 schützt (würde ein Putsch auslösen) 3) Wollen Sie dass die Excecutive eine Constuyente (Verfassungsgebende Versammlung) durchführt ? Man erwarte 7 Mio stimmen uns es waren 18 Mio. Grüsse aus Venezue

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wenn juckt Der Honigbär am 17.07.2017 23:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anstatt das Thema mit dem Honigbäärr....

    Wäre es besser wenn ihr etwas über den Waldbrand in Kroatien berichtet...

  • Brenner Kurt am 17.07.2017 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu früh freuen

    Wir alle legen die Finger mit Freude in die Wunden von Venezuela und der Türkei, in wenigen Jahren dreht sich der Spiess; die EU ist eine verdeckte Diktatur und ist auf dem besten Weg in die gleichen Fusstapfen zu gehen wie andere Länder.

    • Tim am 17.07.2017 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Brenner Kurt

      kennst dich schlecht aus...die EU ist der zweitstärkste Wirtschaftsraum der Erde, mit der tiefsten Mordrate aller Kontinente. Die EU ist sicher alles andere als perfekt und es gibt viele Sachen die man verbessern müsste, aber eine Diktatur ist sie nicht. Tibet wollte von China unabhängig werden: brutale Repression mit tausenden Toten... Tschetschenien wollte von Russland unabhängig werden: mehr als 350'000 Tote... GB will von der EU unabhängig werden: komplizierte Verhandlungen, keine Gewalt, keine Toten... Wo also ist deine EU Diktatur?

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  • Frefrafro am 17.07.2017 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Maduro win

    Mehr als 30Millionen Einwohner und nur 7Millionen Feinde? Hat er wohl doch mehr Anhänger als manche gedacht haben.

    • Grunz am 17.07.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frefrafro

      Bei einer Wahlbeteiligung von normalerweise unter 40% sind 7 Mio eine klare Mehrheit.

    • Frefrafro am 17.07.2017 20:07 Report Diesen Beitrag melden

      @Grunz

      Und trotzdem ist der Rückhalt so gross das er weiterhin der Präsident bleiben wird.

    • Juerg Demarmels am 17.07.2017 21:29 Report Diesen Beitrag melden

      Klarstellung

      die meisten Venezolaner sin Kinder. Die koennen nicht abstimmen

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  • Mucky am 17.07.2017 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das kann er

    Wieso bietet ihm das Land keine Stelle als Buschauffeur an?

    • Hermann Schelbli am 17.07.2017 22:48 Report Diesen Beitrag melden

      Ogi-Maduro

      Ogi hatte auch nur die Handelsschule in Neuenburg besucht! Schlechter als die anderen Bundesraete war Ogi auch nicht!

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  • Fastalle am 17.07.2017 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer erkennen keine Propaganda

    Viele Probleme wurden durch "Aussen" verstärkt, in vielen südamerikanische Länder laufen ähnliche Intrigen damit man bestimmte Personen entmachten und die Kontrolle übernehmen kann. (Siehe Brasilien...) Maduro kann man nur mit Gewalt entmachten, jedoch hat er noch genug Anhänger um die Putschisten in Schach zu halten. Und ihr könnt mir sagen was ihr wollt aber das ist kein Kampf von Freiheit oder Demokratie, es geht wie immer nur um die Rohstoffe. Wenn man seine Hirnzellen benutzen würde und selber rechechiert, stösst man plötzlich auf eine bestimmte US-Behörde die auf Putsch spezialisiert ist

    • Scientist am 17.07.2017 16:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fastalle

      Ja klar sind die Amis an einem Putsch interessiert, aber die Probleme sind real. Die Regierung ist nur noch im Verteidigungsmodus, es braucht einen Wechsel Jahrzehntelang die gleichen Gesichter an der Macht, das kommt nie gut.

    • Fastalle am 17.07.2017 17:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Scientist

      Trotz all Problemen stehen mehr als 2/3 der Menschen in Venezuela hinter dem Präsidenten das sollte man nicht ignorieren. Das heisst die Alternative zu Maduro wäre wahrscheinlich schlimmer als Maduro selbst.

    • Addyss am 17.07.2017 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fastalle und wenn schon

      Na und schlussendlich sind es die Landsleute , welche ihres Land durch ihre Habgier in den Abgrund stossen.

    • El Reto am 17.07.2017 19:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Fastalle

      Anhanden Deiner Kommentare gehe ich davon aus, dass Du wohl noch nie in Venezuela warst. Da kannst Du noch lange recherchieren, Fakt ist ganz einfach, dass das politische System gescheitert ist, man bedanke sich bei Chavez und seinen Enteignungen welche das Land in eine absolute Abhängigkeit vom Ausland gebracht haben. Über Maduro müssen wir nicht einmal sprechen, die Unfähigkeit in Person, vorallem seine Genossen Cabello und Tarek gehören schon lange hinter schwedische Gardinen. Wieviele Leute hinter dem Präsidenten stehen? Komm doch mal vor Ort und mach Dir ein Bild!

    • Fastalle am 17.07.2017 20:08 Report Diesen Beitrag melden

      @El Reto

      Fakt ist das er weiterhin Präsident ist und bleiben wird!

    • El Reto am 17.07.2017 21:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Fastalle

      Du bewegst Dich auf sehr dünnem Eis Fastalle - ansonsten recherchier doch ein bisschen betr. dem Verfassungsbruch welcher Maduro begonnen hat. Der Begriff "Abberufungsreferendum" hilft dabei ... aktuell ist er zwar noch Präsident, ob zu recht, na ja ... Sicherlich hast Du auch zur Kenntnis genommen, dass im Parlament die Opposition in der Überzahl ist, diese Wahlen fanden übr. nach der Wahl von Maduro statt ... aber eben dieses Parlament schaltet er ja konsequent mit erfundenen Sonderrechten aus ... Und ja, mit legalen Mitteln wird er sich nicht mehr an der Macht halten können ...

    • El Reto am 17.07.2017 21:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Fastalle Part 2

      Übrigens auch spannend, ins Parteiprogramm von Maduro und Co. gehört die Diffamierung der USA - passt ja auch in Dein Programm - warum aber haben die netten Herren Ihre Bankkonten in den USA? (Welche mittlerweilen eingefroren wurden). Warum bezahlt Citgo 500'000 USD an die Amtseinführung von Trump? (Citgo gehört dem venezolanischen Staat) Willst Du noch weitere Beispiele? Und ja es würde mich nun noch Wunder nehmen, warst Du einmal in Venezuela? Weisst Du was es bedeutet stundenlang für ein paar Grundnahrungsmittel anzustehen, oder keine - und zwar einfachste - Medikamente zu erhalten?

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