«Time Magazine»

06. Dezember 2017 13:44; Akt: 06.12.2017 15:36 Print

#metoo-Exponenten sind «Person des Jahres»

Das «Time Magazine» hat die Person des Jahres gekürt. Ausgezeichnet wurden die «Silence Breakers», die sexuelle Übergriffe publik machten.

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Das «Time Magazine» hat die Person des Jahres gekürt. Ausgezeichnet wurden die «Silence Breakers», die sexuelle Übergriffe publik machten. (6. Dezember 2017) Bild: Time Mehrere Frauen beschuldigen George Bush senior der sexuellen Belästigung. 2003 soll er eine damals 16-Jährige bei einem Fototermin am Po angefasst haben. (Archivbild) Schauspieler Christopher Plummer ersetzt den gefallenen Star: Kevin Spacey (im Bild) spielte in «All the Money in the World» J. Paul Getty. Bereits mehr als zehn Männer werfen Kevin Spacey sexuelle Übergriffe vor. Netflix hat sich von ihm getrennt, ebenso seine Agentur und seine Sprecherin. «House of Cards» wird es mit ihm nicht mehr geben. Und der Film «Gore» wird nicht veröffentlicht. Fordert eine Kultur des Respekts: Theresa May hat weitere Massnahmen präsentiert, nachdem Fälle von sexuellen Übergriffen britischer Parlamentarier bekannt geworden sind. Der ehemalige Kongressabgeordnete Anthony Weiner tritt seine Haftstrafe an. (6. November 2017) Soll einen Mann sexuell belästigt haben, als dieser 15-jährig war: Kevin Spacey reagierte auf den Vorwurf mit einem Bekenntnis, dass er schwul sei. Am Set der TV-Serie «House of Cards» soll er männliche Angestellte angefasst haben. (Archivbild) Er hat den weltweiten öffentlichen Diskurs ausgelöst: Harvey Weinstein soll über Jahrzehnte unzählige Frauen sexuell belästigt, mindestens eine vergewaltigt haben. (Archivbild) Auch er soll eine Frau sexuell belästigt haben – als sie 17 Jahre alt war: Dustin Hoffman hat wegen des Vorfalls um Entschuldigung gebeten. (Archivbild) Zu Oralsex gezwungen oder mastrubiert: Sechs Frauen werfen Brett Ratner vor, sie sexuell belästigt oder missbraucht zu haben. (Archivbild) Sex im Auto als Geheimnis: Gleich zwei Frauen sagen, es sei dazu gekommen, die eine sagt, es war «sehr brutal». Auch weitere Frauen werfen Tariq Ramadan sexuelle Brutalität vor. (Archivbild) Zwei Frauen warfen ihm sexuelle Belästigung vor: Der Chefredaktor des renommierten Radiosenders NPR, Michael Oreskes, trat daraufhin zurück. (Archivbild) Der britische Labour-Politiker Clive Lewis soll eine Frau unsittlich berührt haben. Er bestreitet den Vorwurf. (Archivbild) Der konservative britische Verteidigungspolitiker Michael Fallon musste Anfang November wegen ähnlicher Vorwürfe zurücktreten. (Archivbild) Der Druck auf den britischen Kabinettschef Damian Green nimmt zu: Auf seinem Computer im Parlament soll sich pornografisches Material befunden haben. (Archivbild)

Zum Thema
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Das US-Magazin «Time» hat die Frauen und Männer, die die #MeToo-Bewegung mit Enthüllungen über sexuelle Übergriffe von Männern ins Rollen brachten, zur Person des Jahres 2017 erklärt. Auf die Titelseite der aktuellen Ausgabe setzte die Zeitschrift Frauen wie Schauspielerin Ashley Judd, Sängerin Taylor Swift und die Software-Entwicklerin Susan Fowler.

Judd hatte gemeinsam mit anderen Frauen die Affäre um Filmproduzent Harvey Weinstein losgetreten. Swift hatte erfolgreich einen Radiomoderator verklagt, der ihr an den Po gegrapscht hatte. Fowler hatte eine Unternehmenskultur voller Sexismus beim Fahrdienstanbieter Uber beschrieben, die Firmenchef Travis Kalanick schliesslich aus dem Amt trieb.


Ausgezeichnet wurden die «Silence Breakers», die sexuelle Übergriffe publik machten. Video: Tamedia/Twitter/Time

«Eine der schnellsten Veränderungen»

«Die mitreissenden Handlungen der Frauen auf unserer Titelseite gemeinsam mit Hunderten anderen sowie vielen Männern haben eine der schnellsten Veränderungen in unserer Kultur seit den 1960er Jahren freigesetzt», erklärte Chefredaktor Edward Felsenthal zur Entscheidung der Redaktion am Mittwoch.

Seit Anfang Oktober waren Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen namhafte Schauspieler, Politiker, Journalisten und andere Männer bekanntgeworden, darunter Schauspieler Kevin Spacey, Moderator Charlie Rose, Comedian Louis C.K. und Senator Al Franken. Im Internet hatten Frauen weltweit unter dem Hashtag #MeToo von sexuellen Übergriffen berichtet.

Trump auf Platz zwei

«Time» verleiht den Titel nach eigenen Angaben jeweils an diejenige Persönlichkeit, die «zum Guten oder zum Schlechten am meisten beigetragen hat, um die Ereignisse des Jahres zu beeinflussen». Auf Platz zwei folgte in diesem Jahr US-Präsident Donald Trump vor dem chinesischen Staatschef Xi Jinping.

Alle Titelträger der vergangenen Jahre in der Bildstrecke unten:

Die «Person des Jahres» ist – #metoo

(mch/sda)