Schluss mit Euro

09. Mai 2012 12:24; Akt: 09.05.2012 12:41 Print

Europäische Zentralbank droht den Griechen

Die Radikale Linke in Griechenland will das EU-Sparpaket für null und nichtig erklären. Das ärgert die EU und die Europäische Zentralbank. Das bedeute das Euro-Aus für Griechenland.

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Alexis Tsipras: Der Chef der Radikalen Linken wurde mit der Regierungsbildung in Griechenland beauftragt.

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Die Radikale Linke in Griechenland macht den Bruch des Sparpakts mit der EU zum Fixpunkt ihrer Sondierungsgespräche für eine neue Regierung. Im Vorgriff auf eine Einigung will der Chef der linksradikalen Syriza-Partei, Alexis Tsipras, das Sparprogramm annullieren.

Tsipras werde noch am Mittwoch einen entsprechenden Brief an die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) schreiben, erklärte sein enger Mitarbeiter Panagiotis Lafazanis.

Tsipras Ansicht nach habe das griechische Volk bei den Wahlen vergangenen Sonntag die Annullierung des Sparprogramms beschlossen. Denn es habe «den Parteien, die das Stabilisierungsprogramm unterstützen, nicht die Mehrheit gegeben», sagte Lafazanis im griechischen Fernsehen. Die Syriza wurde bei den Wahlen zur zweitstärksten Kraft im Parlament.

Der Chef der Konservativen, Antonis Samaras, rief Tsipras auf, «zu sich zu kommen». Auch der Sozialistenführer Evangelos Venizelos mahnte zur Besonnenheit. Am Mittwochabend sollte es zu den entscheidenden Treffen der Chefs der drei stärksten Parteien kommen.

Pasok will Sondierungsmandat ablehnen

Scheitern die Gespräche, wären eigentlich die Sozialisten (Pasok) als drittstärkster Kraft am Zuge. Wie die Nachrichtenagentur DPA aus Pasok-Kreisen erfuhr, will Venizelos ein Sondierungsmandat aber gar nicht mehr annehmen, damit keine wertvolle Zeit verloren gehe. Sondierungsgespräche der Konservativen waren bereits am Montag gescheitert.

Bis Mitte Mai muss Griechenland eine handlungsfähige Regierung haben. Sollten alle Gespräche scheitern, muss binnen 30 Tagen neu gewählt werden.

EU schlägt zurück

Während die Töne in Athen immer schriller werden, hat erstmals ein Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) öffentlich von einem möglichen Euro-Aus für Griechenland gesprochen. Die Griechen könnten nicht mit einer Bereitschaft der EZB rechnen, das Sanierungsprogramm neu zu verhandeln, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen in einem Interview des «Handelsblatts» (Mittwoch-Ausgabe).

«Griechenland muss klar sein, dass es zu diesem vereinbarten Sanierungsprogramm keine Alternative gibt, wenn es Mitglied der Euro-Zone bleiben will», machte Asmussen deutlich. Die Aussagen stellen einen rhetorischen Kursschwenk der Notenbank dar - nie zuvor wurde ein Ausstiegsszenario von dieser Seite aus offen thematisiert.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Zbinden am 09.05.2012 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit den Griechen.

    Wieso schaut man denn noch so lange zu? Schmeisst diese Griechen endlich aus der EU. Lieber ein Schrecken mit Ende als ein Schrecken ohne Ende!

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  • luckystriker am 09.05.2012 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    jolly joker

    wenn zwei sich streiten, lächelt der chinesische botschafter, der schon unterwegs ist...

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  • Anthares am 09.05.2012 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich eine Chance für die Hellenen

    Was von der EZB als Sanierungsprogramm bezeichnet wird ist in Wahrheit das Grablied für die griechische Wirtschaft. Was von den EU-Mächtigen als Rettungspaket verkauft wird, kann man bei genauerer Betrachtung als jene Fäden erkennen, mit denen die griechischen Politmarionetten gesteuert werden. Mit den Wahlen haben die Griechen gezeigt das sie nicht bereit sind ihre Souveränität aufzugeben und haben neue Köpfe auf die Politbühne gehievt. Würden die genau so weitermachen wie die bisherigen, wäre das Verrat am Volk. Nur die Rückkehr zur Drachme wird Griechenland retten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas am 10.05.2012 00:22 Report Diesen Beitrag melden

    Alternative? Eigene Währung!

    "dass es zu diesem vereinbarten Sanierungsprogramm keine Alternative gibt" Das ist falsch! Griechenland muss einfach wieder seine eigene Währung herausgeben, diese abwerten und dann können die Löhne wieder gezahlt und die Wirschaft wieder in Schwung kommen. Eine billige Währung macht Griechenland für die Touristen wieder attraktiv. So einfach wäre es ... doch die Griechieschen Politiker scheinen sich an die Devise zu halten: Das Volk muss solange ausgenommen werden, wie es möglich ist.

  • mladen am 09.05.2012 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    welches geld

    Was für Geld gibt es dann dort ?? Also wie heisst es :)

    • Anna Meier am 10.05.2012 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Wie vorher

      Drachma

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  • R H am 09.05.2012 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EU ?!

    Kann nicht verstehen warum alle glauben die EU sei das Gelbe vom Ei ? Kenne genug Deutsche die überhaupt nicht zufrieden sind mit ihrem Jop , Einkommen usw.

  • Anonym am 09.05.2012 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Kontrolle

    Wie ist es möglich, dass Griechenland so lang in der EU ist und niemand hat dieses Land kontrolliert? Die Politiker haben das ganze Geld genommen, Villas, Autos und Flugzeuge gekauft und nichts in das Land investiert. Einer sitzt schon im Knast, sie haben 38 unversteuerte Immobilien auf seinem Namen gefunden. Seine Frau hat über 200 paar Schuhe pro Jahr gekauft mit Steuergeldern. Und das ist nur ein Beispiel. Es soll eine Deutsche Kontrolltruppe die Regierung übernehmen. Auch jetzt noch versuchen die Politiker die eigenen Taschen zu füllen, tagtäglich und die EZB unterstützt das weiterhin...

  • Peter Silie am 09.05.2012 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    griechische Taugenichtse

    Diese Taugenichts sind zu fast nichts zu gebrauchen. Das Einzige was wir von den Griechen lernen können, ist wie mit Asylanten umzugehen ist.

    • Papierlischweizer am 10.05.2012 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      Petroselinum inutilis.

      Welch anmassender Kommentar über eine der prägensten Kulturen Europas. Übrigens wurde die Petersilie im Antiken Griechenland verehrt und erstmals als Heilpflanze erkannt und verwendet. Sie sehen, man kann auch noch mehr von den Griechen lernen.

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