Donald Trump über den Terror

20. Dezember 2016 05:49; Akt: 20.12.2016 08:36 Print

«Es wird immer schlimmer»

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat über Berlin und Zürich getwittert. Für ihn ist klar, dass die Attacken zunehmen und Terroristen vom Erdboden getilgt werden müssen.

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«Die zivilisierte Welt muss ihr Denken ändern!»: Donald Trump, hier bei einer Rede im Giant Center in Hershey, Pennsylvania, hat das Unglück in Berlin als «schrecklichen Terrorangriff» bezeichnet. (15. Dezember 2016) Nach neusten Angaben der Polizei gab es zwölf Tote: Polizisten vor dem LKW am Breitscheidplatz in der Nähe des Kurfürstendamms. (19. Dezember 2016) Es ist unklar, ob es sich um einen terroristischen Anschlag handelt. Am Dienstag, um 13 Uhr wird die Polizei eine Pressekonferenz geben. Der schwarze LKW ist in einen Weihnachtsmarkt gerast. (19. Dezember 2016) Nach Angaben der Feuerwehr wurden mindestens 50 Menschen teils lebensgefährlich verletzt. Rettungskräfte kümmern sich um einen Verletzten. Die Polizei prüft, ob es sich um einen Anschlag handelt. «Ich habe gesehen, wie der LKW in die Menschen gefahren ist», sagt ein junger Mann dem Fernsehsender N24. Der Fahrer sei maskiert gewesen. Nach Informationen der «Welt» gab es seit mehreren Tagen Hinweise auf einen möglichen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin. Der Lastwagen war über das Trottoir am Breitscheidplatz bei der Gedächtniskirche gefahren. Dabei wurden mehrere Buden zerstört. Der LKW fuhr nach Polizeiangaben auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern über den Markt zwischen den Ständen durch. Dann kam er auf der Budapester Strasse zu stehen. Der Sattelschlepper war vorne stark demoliert und nach dem Anschlag vor dem Hochhaus des Waldorf-Astoria-Hotels abgestellt, wie ein dpa-Fotograf berichtete. Der Weihnachtsmarkt liegt in der Nähe der Gedächtniskirche. Die Polizei hat die Bewohner der Hauptstadt zur Ruhe aufgefordert. Dutzende Rettungswagen und viele Polizeiwagen waren vor Ort. Der Fahrer flüchtete zunächst Richtung Zoo. Später konnte er nach Polizeiangaben festgenommen werden. Die Berliner Polizei bittet die Anwohner, vorerst zu Hause zu bleiben. «Bleiben Sie zu Hause und verbreiten Sie keine Gerüchte», schrieb die Polizei am Montagabend auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. Zahlreiche Rettungskräfte kümmern sich um die Verletzten. Polizisten vor dem Truck mit polnischem Kennzeichen.

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Auf Twitter erklärte der designierte US-Präsident Donald Trump: «Heute gab es Anschläge in der Türkei, in der Schweiz und in Deutschland, und es wird immer schlimmer. Die zivilisierte Welt muss ihr Denken ändern!»

Trump hat die Todesfahrt mit einem Lastwagen auf einem Berliner Weihnachtsmarkt als einen «schrecklichen Terrorangriff» bezeichnet. Er sprach von einem islamistischen Anschlag, obwohl es bisher noch keinen Hinweis darauf gab. «Unschuldige Zivilisten wurden auf der Strasse ermordet, als sie sich gerade anschickten, die Weihnachtsferien zu feiern», erklärte Trump am Montag (Ortszeit) in einer Mitteilung.

Schiesserei in Zürich

In seinem Tweet bezieht er sich auch auf den Vorfall in der Schweiz. Am Montag hatte ein zirka 30-jähriger Mann die Räume des Islamzentrums an der Eisgasse im Zürcher Kreis 4 betreten und wahllos mehrere Schüsse auf die Anwesenden abgegeben.

Bei der Attacke wurden ein 30- sowie ein 56-jähriger Mann schwer verletzt, ein 35-Jähriger wurde mittelschwer verwundet, wie Polizeisprecher Marco Bisa vor Ort den Medien zu Protokoll gab. Die Gläubigen seien am Beten gewesen. Der Täter flüchtete aus der Moschee in Richtung Zeughausareal. Die Polizei fahndet nach ihm.

Russlands Botschafter erschossen

In Ankara wurde ebenfalls am Montag der russische Botschafter in der Türkei bei einem Anschlag erschossen. Der Attentäter feuerte bei der Eröffnung einer Kunstausstellung auf Botschafter Andrei Karlow, wie türkische Medien berichteten. Der Bürgermeister von Ankara teilte später mit, bei dem Angreifer habe es sich um einen türkischen Polizisten gehandelt. Er soll sich bei der Tat zum Jihad bekannt sowie «Rache» und den Namen der syrischen Stadt Aleppo gerufen haben.

Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurde der Angreifer 15 Minuten nach dem Angriff von Sicherheitskräften «neutralisiert».

«Sie müssen vom Erdboden getilgt werden»

In seinem offiziellen Statement findet Trump gewohnt klare Worte. «Regelmässig schlachten der Islamische Staat und andere islamistische Terroristen Christen in ihren Gemeinden ab», erklärte Trump weiter. Diese Terroristen, ihre regionalen und weltweiten Netzwerke müssten vom Erdboden getilgt werden: «Ein Auftrag, den wir gemeinsam mit allen freiheitsliebenden Partnern durchführen werden.»

Zum Zeitpunkt der Mitteilung Trumps war in Berlin zwar von einem möglichen Anschlag die Rede, nicht aber von einem islamistischen Hintergrund.

(foa/sda)