Keine Gnade

19. Juli 2012 16:31; Akt: 19.07.2012 20:51 Print

Texas richtet geistig Behinderten hin

Yokamon Hearn gilt seit seiner Kindheit als behindert. Er soll einen 26-Jährigen entführt und getötet haben. Trotz Protesten wurde der 34-Jährige mit einer Giftspritze hingerichtet.

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Alles über die Todesstrafe in den USA (Klick auf das Bild öffnet die Infografik).

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Im US-Bundesstaat Texas ist trotz internationaler Proteste ein geistig behinderter Mann hingerichtet worden. Das Todesurteil an dem wegen Mordes verurteilten 34-jährigen Yokamon Hearn sei am Mittwoch (Ortszeit) durch eine Giftspritze vollstreckt worden, teilten die Gefängnisbehörden mit.

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte am Mittwoch wenige Stunden vor der Hinrichtung einen Vollstreckungsaufschub abgelehnt. Bereits am Montag hatte ein Appellationsgericht in Texas Hearns Berufung wegen «unwirksamer Unterstützung» durch den Rechtsbeistand abgewiesen. Hearns Anwälte hatten es nach Ansicht der Richter nicht geschafft, genügend Beweise für dessen Behinderung zu liefern.

Behinderung bereits als Kind festgestellt

Nach Angaben der US-Aktivistengruppe gegen die Todesstrafe Standdown wurde bei Hearn bereits als Kind eine geistige Behinderung festgestellt, die auf den Alkoholkonsum seiner Mutter und schwere Vernachlässigung zurückzuführen sei.

Der Afroamerikaner war 1998 ungeachtet dessen für schuldig befunden worden, im Alter von 19 Jahren einen 26-Jährigen entführt und mit zwölf Schüssen getötet zu haben.

Laut Gefängnisbehörden wurde zum ersten Mal in Texas ein Gefangener mit dem Tierbetäubungsmittel Pentobarbital hingerichtet. Mehrere Staaten greifen inzwischen auf dieses Mittel zurück, seit einer der Wirkstoffe in der sonst üblich verwendeten Mischung aus drei Giftstoffen knapp geworden ist.

Geistig Behinderter auch in Georgia kurz vor Hinrichtung

Das UNO-Menschenrechtskommissariat in Genf hatte sowohl Texas als auch den US-Bundesstaat Georgia aufgefordert, die Hinrichtungen geistig Behinderter zu stoppen.

In Georgia wurde die Vollstreckung des Todesurteils gegen den geistig behinderten Warren Hill wegen Änderung der Injektion von Mittwoch auf Montag verschoben. Der 52-jährige soll nun ebenfalls durch einen statt drei Giftstoffe sterben.

Frankreich verurteilte die Hinrichtung Hearns scharf und forderte eine sofortige Aussetzung der Todesstrafe in den USA. Diese Hinrichtung verstosse gegen international anerkannte Standards, wonach die Todesstrafe bei behinderten Menschen nicht angewendet werden dürfe, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums am Donnerstag in Paris.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan Spillmann am 20.07.2012 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erübrigt sich

    Also ich weiss nicht aber ist die Todesstrafe nicht sowieso ein Verstoss gegen das Menschenrecht. Dann nämluch erübrigt sich der ganze Artikel. Geistigbehinderte Mörder gehören in ein Hochsocherheitsanstalt mit Betreuung. Aber das ist eben die USA die Weltpolizei

  • DieFeuerlilie am 20.07.2012 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für Menschen sind diese Richter?

    Und das will ein zivilisiertes, hochentwickeltes Land sein.. Waffen für Jeden, aber aufschreien, wenn dann jemand damit umgebracht wird. Und ihn dann selbst widerum umbringen. Und dann noch einen nachweislich Behinderten.. Wetten, er wäre nicht hingerichtet worden, wenn er ein Weisser wäre..?

  • maxim am 20.07.2012 01:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Amerika macht ein riesiges Drama wegen Überraschungseiern, lässt aber Behinderte hinrichten. Ich werde nie wieder einen Fuss auf diese Erde setzen. Amerika ist Grund für die meisten Leiden auf der Welt. Wasser predigen und Wein trinken...

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  • Martino Fragale am 20.07.2012 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Freie Meinung?

    ich finde dieses thema sehr heikel, auf der einen seite finde ich die todes strafe schon sinnvoll, wenn man bedenkt was für kranke menschen es gibt die es nicht verdient haben zu leben und was schon alles in unserer welt passiert ist. doch bei behinderten menschen find ich es schwierig zu entscheiden ob man diese personen tötet. je nach behinderung weiss der betroffene vlt. nicht einmal was oder warum er sowas getan hat. wer und wie wird so eine todesstrafe überhaupt entschieden??

  • Andrea Rimensberger am 20.07.2012 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso anders? Gleiches Recht für alle

    Ich verstehe nicht warum ein behinderter Mensch anders behandelt werden sollte, gerade in solch einem Fall. Er war fähig jemanden mit 12 Schüssen regelrecht hinzurichten, also kann er auch nach "normalem" Gesetz verurteilt werden. Solche Leute (Mörder, Kinderschänder, Vergewaltiger, etc) kann man nicht therapieren. Wieso sollen diese Personen das Recht auf eine zweite Chance erhalten? Das Opfer hätte vielleicht auch eine zweite Chance verdient aber das war nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich befürworte die Todesstrafe, in vielen Fällen die einzig richtige Entscheidung.

  • Fabian am 20.07.2012 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Todesstrafe ist krank

    Die todesstrafe ist doch krank. Sogar in dem Texaner liebstem Buch der Bibel steht man soll nicht töten. Ausserdem heisst es nicht, dass wenn ein Mörder einen grossen Fehler im Jugendalter begangen hat, dass er sich nicht ändern kann und zu einer völlig anderen Person werden kann. Von den Kosten einmal abgesehen ist eine Todesstrafe einfach ethisch nicht vertretbar. Niemand hat das Recht über andere Leben zu entscheiden.

    • Darpa am 20.07.2012 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gehts noch?

      Hätte so gerne deine Reaktion gesehen, wenn deine kleine Tochter von einem Mörder dutzend Male vergewaltigt wird..... Warum entscheidet dann der Mörder, wer das Recht auf Leben hat, wenn ich nicht nach dem Tat selber als Opfer nicht entscheiden darf? Wo ist die Genugtung ? Hab letzte Woche gelesen, dass einer, einer Schwangeren Frau so lange ins Bauch getreten hat, bis ihr Baby gestorben ist, nur 14 Jahre Haft bekommen hat. Gehts noch?

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  • Franz am 20.07.2012 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Todesstrafe ist gerecht.

    Mörder ist Mörder.. behindert oder nicht. Wer einen Menschen umbringt hat so oder so einen Schaden von demher ist eine Behinderung auch keine Entschuldigung. Ich befürworte die Todesstrafe. Es sind sicher weniger unschuldige zum Tode verurteilt worden als unschldig in den Gefängnissen sitzen oder unschuldig von Mördern umgebracht worden sind nur weil die Kuscheljustiz Mörder nach ein paar Jahren wieder laufen lassen hat. Die Giftspritze ist für gewisse Elemente sogar noch zu gutmütig.

    • Tuman am 20.07.2012 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Absolut

      Todesstrafe ist eine Genugtuung, und sie ist gerecht!!!

    • Karma V. am 20.07.2012 10:36 Report Diesen Beitrag melden

      Mörder ist Mörder

      und was ist ein Mensch, der einem anderen Mensch die Todesspritze gibt? Mörder ist Mörder, wie du sagst, so ist es...

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  • Pascal Meyer am 20.07.2012 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum sollten Behinderte anders behandelt werden?

    Ich verstehe nicht warum man bei Behinderten eine mildere Strafe durchführen soll. Vor dem Gesetz sind doch alle gleich... oder etwa nicht?

    • Meierp am 20.07.2012 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Steuern?

      Ah ja dann muss ja auch jedem derselbe Steuersatz verlangt werden..oder nicht?

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