Unicef-Bericht

27. März 2017 07:51; Akt: 27.03.2017 09:46 Print

Fast 500'000 Kinder im Jemen sind akut bedroht

Wachsende Armut, Hunger und Krankheiten: Zwei Jahre nach Kriegsausbruch geraten im Jemen nach Angaben von Unicef immer mehr Kinder in Lebensgefahr.

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Ein jemenitisches Mädchen mit leeren Kanistern auf dem Weg zum Wasserholen. (22. März 2017) (Bild: Keystone/Yahya Arhab)

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Wegen der extremen Nahrungsmittelunsicherheit und des Zusammenbruchs der Wasserversorgung in vielen Städten im Jemen leiden rund 462'000 Kinder an akuter schwerer Mangelernährung, wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) heute mitteilte. Das sei ein Anstieg um 200 Prozent seit 2014. Die Daten stammen aus dem Unicef-Bericht «The Children of Yemen? Falling through the Cracks».

Unicef appellierte an die Konfliktparteien und die internationale Gemeinschaft, eine Hungersnot zu verhindern und die Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern sicherzustellen. Die katastrophalen Auswirkungen des Konflikts im Jemen würden angesichts der zahlreichen anderen internationalen Krisen zu wenig wahrgenommen.

Inzwischen lebe jeder zweite Bürger des ärmsten Landes im Mittleren Osten von weniger als zwei Dollar am Tag, hiess es weiter. Vielen bleibe nichts anderes übrig, als sich zu verschulden, um ihren Kindern etwas zu essen zu kaufen, oder Mahlzeiten ausfallen zu lassen.

Kindersoldaten aus Verzweiflung

Weil es gefährlich sei, aber auch weil Kinder arbeiten müssten, gingen rund zwei Millionen Kinder im Jemen nicht zur Schule. Aus Perspektivlosigkeit und Verzweiflung liessen viele Eltern es zu, dass immer jüngere Kinder von Milizen rekrutiert würden. Mädchen würden immer früher verheiratet in der Hoffnung, dass sie dann besser versorgt seien.

Im bitterarmen Jemen wütet seit zwei Jahren ein Bürgerkrieg zwischen der sunnitischen, international anerkannten Regierung des Landes und schiitischen Huthis. Davor hatten die Aufständischen einen grossen Teil des Landes überrannt. Sie kontrollieren heute weite Teile ihres Siedlungsgebiets im Nordwesten des Jemen samt der Hauptstadt Sanaa. Saudiarabien unterstützt die Regierung militärisch und fliegt Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • misia am 27.03.2017 08:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstgemachte Katastrophe...

    ...auf Kosten der Kinder.

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  • Kevin am 27.03.2017 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Man will uns also sagen, dass die unzähligen, gut ernährten Männer im wehrfähigen Alter die wir hier aufgenommen haben, garnicht die notleidenden sind, sondern kleine Kinder und Frauen die im Krieg versklavt und missbraucht werden? Sowas kann nur rechte Hetze sein!

  • Blero am 27.03.2017 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf niemerwiedersehen

    Und wir in europa sollen wieder die helden spielen und solche menschen zu uns nehmen! Nein danke wir haben schon genug, wir sind voll..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • B. Kerzenmacher am 27.03.2017 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Jemen

    "Saudi-Arabien unterstützt die Regierung militärisch und fliegt Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen" KSA wird seit Jahren vom westlichen Ländern unter anderem auch durch Waffenlieferungen unterstützt. KSA exportiert im Gegenzug dafür sein Öl und vor allem den extremen Wahabismus, der als Brandbeschleuniger für den islamistischen Jihadismus dient. Es ist schon lange nicht mehr nachvollziehbar, warum Europa diesem Treiben tatenlos zusieht.

  • P. Tanner am 27.03.2017 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe fuer noch mehr Krieg

    Das Problem ist, dass die Hilfswerke nur dann helfen koennen, wenn sie die Kriegsparteien fuer den Schutz der Helfer und den ungestoerten Transport der Hilfslieferungen bezahlen. Indem man aber die Kassen der Warlords fuellt, schuert man den Krieg, der fuer alles verantwortlich ist, zusaetzlich und schafft noch mehr Elend.

  • Kevin am 27.03.2017 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Man will uns also sagen, dass die unzähligen, gut ernährten Männer im wehrfähigen Alter die wir hier aufgenommen haben, garnicht die notleidenden sind, sondern kleine Kinder und Frauen die im Krieg versklavt und missbraucht werden? Sowas kann nur rechte Hetze sein!

  • Blero am 27.03.2017 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf niemerwiedersehen

    Und wir in europa sollen wieder die helden spielen und solche menschen zu uns nehmen! Nein danke wir haben schon genug, wir sind voll..

    • SI7U am 27.03.2017 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      sprachlos

      "Wir haben genug, wir sind voll.." solche Aussagen machen mich echt sprachlos.. wie würden Sie denn denken, wenn Sie dort geboren wären? Würden Sie nicht das Beste wollen für sich und ihre Familie? Ihrer Familie eine einigermassen sichere Zukunft bieten wollen? Zum Glück liegt es nicht an Ihnen zu entscheiden, ob solche Menschen Asyl beantragen dürfen.. Und zum Glück denken nicht alle Europäer nur bis zum Tellerrand, sondern auch darüber hinaus.

    • CH FRAU am 27.03.2017 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SI7U

      Danke für Ihre Einstellung.

    • Zürich 1986 am 27.03.2017 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Blero 

      Deine Einstellung ist nicht richtig. Ich war mal im Jemen auf der Durchreise von Somalien nach Oman. Die Menschen im Jemen sind freundliche und hilfsbereite Menschen. Ich kam abends mit dem Schiff in Aden an und es waren bereits alle Geschäfte geschlossen. Eine Familie aus ärmlichen Verhältnissen, die auf dem Nachhauseweg war, lud mich zum Abendessen ein. Das Essen war etwas scharf aber sehr gut und abwechslungsreich, für Europäer auch geniessbar. Die Familie wollte kein Geld annehmen, ich bestand aber darauf wegen den Kindern..Wie kannst du über Menschen urteilen deren Land du nicht kennst?

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  • Hr Schmidt am 27.03.2017 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwer zu verstehen

    Wie kann man nur so bescheuert sein, das eigene Land, indem man selbst lebt, derart zu zerstören? Immer nur irgendwelche Fixvorstellungen von Bevölkerungsgruppen, die man dann mit brachialer Gewalt und ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzen will. Wir leben in einer aufgeklärten Zeit, aber solche Bevölkerungsgruppen sind irgendwo in der Entwicklung stehen geblieben. Lernt euch anzupassen, Leute! Zum Wohl eurer Kinder und aller Anderen auch.

    • Okmer am 27.03.2017 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hr Schmidt

      Leider nicht ganz korrekt. Mittlerweile wissen wir dass dieser Schein trügt. Wir müssen geopolitische interessen berücksichtigen zm ein besseres Bild zu bekommen bezüglich dem Warum... Das ist keine Selbstzerstörung, sondern eine, von internationaler Seite geduldete Interessensdurchsetzung... Nato, Saudi Arabien, Öl?

    • GeoLeo am 27.03.2017 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      Geo....

      @Okmer Korrekt! @Hr Schmidt Bitte lesen Sie sich erst im Thema Geopolitik ein bevor Sie solche Aussagen machen!

    • Hr Schmidt am 27.03.2017 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @GeoLeo

      Naja, es ist mir schon bewusst, dass es diesen Aspekt gibt. Aber es braucht immer zwei, wenns um Manipulation geht: denjenigen, der manipuliert und denjenigen, der sich manipulieren lässt. Das ist aber für mich keine Entschuldigung. Bürgerkriege, die soweit gehen, gehen eindeutig einen großen Schritt zu weit. Wo bleibt da die Vernunft, stopp zu sagen?

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