ARD-«Wahlarena»

12. September 2017 12:50; Akt: 12.09.2017 12:50 Print

Junger Pfleger treibt Merkel in die Enge

Ein Krankenpfleger fragt Angela Merkel, wieso sie nicht mehr für den Pflegeberuf tue. Ihre Antwort stellt ihn nicht zufrieden. Dann bringt der Mann die meist so souveräne Kanzlerin ins Schwitzen.

Ein junger Krankenpfleger kritisiert in der ARD-Wahlarena Bundeskanzlerin Angela Merkel heftig. Video: ARD
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13 Tage vor den deutschen Wahlen stellte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in der ARD-Sendung «Wahlarena» den Fragen ausgewählter Bürger. Im Publikum sass am Montagabend auch Krankenpfleger Alexander Jorde (21). Er warf der CDU-Kandidatin vor, dass im Parteiprogramm die Probleme im Pflegewesen nicht seriös angegangen werden.

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Jorde ist der Ansicht, dass aufgrund des akuten Personalmangels die Belastung der Pflegekräfte immens sei, andererseits aber auch «die Würde der Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen tausendfach verletzt» werde (siehe Video oben).

«Pflegekräfte fallen nicht vom Himmel»

Merkel gab daraufhin an, sich für Verbesserungen des Berufs und seiner Bezahlung einsetzen zu wollen. «Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass zum Schluss alles zur besten Zufriedenheit ist, aber es wird mehr Standard reinkommen. Ich hoffe, dass es in zwei Jahren besser ist», sagte sie.

Die Antwort stellte Jorde nicht zufrieden. Er hakte nach: «Wie wollen Sie es denn schaffen, dass in zwei Jahren schon mehr Pflegekräfte da sind? Die fallen doch nicht vom Himmel», kritisierte der junge Mann. Er forderte von der Politik, durch öffentliche Kampagnen für Pflegeberufe zu werben.

Pfleger erntet Lob im Internet

Für seine Hartnäckigkeit gegenüber der Bundeskanzlerin wird Jorde nun gelobt. «Deshalb wollte Merkel keine Bürger beim TV-Duell», kommentierte ein Twitterer. «Kann gar nicht funktionieren: Jorde entlarvt Beschwichtigung der Kanzlerin Merkel zur Pflege», schrieb die Gruppe PflegeZukunft.




(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau Meier am 12.09.2017 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemacht

    Bravo, junger Mann! Man sieht deutlich, in welcher Traumwelt Politiker allgemein leben. Eine Frau Merkel muss sich leider nie Sorgen darum machen, in einem Altersheim zu landen, das nicht genügend Pflegekräfte hat.

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  • Rolf L. am 12.09.2017 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht auch in der CH

    Ein Bürger der die richtigen Fragen an die Politik stellt....Danke.

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  • Susi. N am 12.09.2017 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahlarena

    Toller junger Mann, er hat absolut recht. Es werden wie immer vor den Wahlen, leere Versprechungen gemacht, die nach der Wahl vergessen sind. Dasselbe bei uns in der Schweiz

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinrich Zimmermann am 13.09.2017 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ich werde noch verrueckt

    Der Junge hat natuerlich recht und wenn man Merkel hört, so genau die ausfluechte in Hoffnung und wir werden dann und und...... Nein es liegt an uns endlich dem Gefasel einen Riegel schieben.

  • A.Einstoned am 13.09.2017 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Beispiel für Marktversagen!

    Ist bei uns ja das gleiche. Und alle behaupten immer wieder, die totale Privatisierung der Medizin und der Pflege würde das verbessern. Weit gefehlt. Denn dann ist die gute Pflege den Reichen vorbehalten. Solch essentielle Dienste am Mensch dürfen nur staatlich/gesellschaftlich organisiert werden, und die Standards dürfen nicht an den Kosten entlang definiert werden. Und gleichzeitig müssen die Löhne durch alle Hierarchien normalisiert werden, so dass es sich auch lohnt, Pfleger zu sein, und der Chef nicht zehnmal so viel verdient.

  • Büezer am 13.09.2017 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    eine Schande

    Gerade Deutschland die vor gut 70 in Schutt und Asche lagen haben der Welt gezeigt wie man mit Hilfe (Marshallplan) wirtschaftlich aufsteigen kann. Doch wie dankt man es diesen Leute? Lieber Milliarden ausgeben dort wo nur schmarotzt wird. Die Politiker sind so was von weit entfernt was der Mann/Frau auf der Strasse beschäftigt. Merkel braucht wesentlich mehr solche Klatschen aus dem Volk.

  • jane77 am 13.09.2017 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hier auch

    gut gesprochen..aber auch bei uns muss endlich mal was getan werden in den Pflegeberufen.

  • Kopfschüttler am 13.09.2017 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut gemacht

    Anscheinend mal ein Fragesteller der nicht handverlesen ist. Top. Bei anderen Wahlsendungen kamen mir die Fragen häufig abgesprochen vor.