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Berlusconis Ruby-Partys
28. Juni 2011 12:16; Akt: 28.06.2011 12:18 Print
«Organisiert wie ein Bordell»
In Mailand hat ein zweiter Prozess im Zusammenhang mit dem sogenannten Fall Ruby begonnen. Die Staatsanwälte fuhren dabei schweres Geschütz gegen drei Vertraute von Silvio Berlusconi auf.

Klägerin Chiara Danese (Mitte) trat am Montag vor Gericht auf. (Bild: EPA/Matteo Bazzi)
Am Montag hat in Mailand ein zweiter Prozess zu Berlusconis Rubygate begonnen. Angeklagt sind der Chefredaktor der Tagesschau TG 4, Emilio Fede, ein Vertrauter von Premier Silvio Berlusconi, der Showgirl-Manager Lele Mora und die Regionalpolitikerin Nicole Minetti.
Bildstrecken Bunga Bunga bei BerlusconiDie Schöne für die schmutzige ArbeitRuby, die HerzensbrecherinBerlusconis StolpersteineDie Vertreter der Anklage verlangten, gegen das Trio offiziell einen Prozess wegen Begünstigung der Prostitution zu eröffnen. Es habe ein ausgeklügeltes System gegeben, um die wilden Partys in Berlusconis Villa bei Mailand «mit Mädchen zu beliefern, die zur Prostitution bereit gewesen sind», argumentierten sie.
Staatsanwalt Pietro Forno sprach von einem systematisch aufgezogenen «Bordell», das die Wünsche des 74-jährigen Berlusconi habe befriedigen sollen. Den Unternehmer Mora bezeichnete er dabei als «Anwerber». Fede hingegen habe als «loyaler Begleiter» gewirkt. In dem Vorverfahren geht es darum, ob ein Prozess wegen Beihilfe zur Prostitution auch minderjähriger Mädchen eingeleitet wird.
Einmal Escort, immer Escort
Vor Gericht war am Montag keiner der drei Angeklagten anwesend, sie liessen sich von ihren Rechtsanwälten vertreten. Mora befindet sich seit vergangener Woche in Mailand in Untersuchungshaft. Er war wegen des Vorwurfs des betrügerischen Bankrotts festgenommen worden.
Dafür präsentierten sich zwei junge Frauen, Ambra Battilana und Chiara Danese, als private Klägerinnen. Sie erzählten dem Richter von ihrer Teilnahme an einer intimen Party am 22. August 2010 in der Villa Arcore. Sie sollen das Anwesen des Cavaliere im «aufgeregten Zustand» verlassen haben. Zudem gaben sie an, aufgrund ihrer Teilnahme, ihre Möglichkeiten auf eine Arbeit verpatzt zu haben. Sie würden ihren Ruf als Escorts nicht mehr los, behaupteten sie.
Berlusconi-Prozess kommt nicht vom Fleck
Berlusconi selbst steht wegen der Ruby-Affäre bereits vor Gericht. Der Ministerpräsident unterhielt nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zwischen Februar und Mai 2010 von ihm bezahlte sexuelle Beziehungen zu der damals 17-Jährigen.
Er ist zudem angeklagt, sein Amt missbraucht zu haben, um Rubys Freilassung zu erwirken, als diese wegen Diebstahlsverdachts im Gewahrsam der Mailänder Polizei war.
Der Prozess ist bisher jedoch auch nach drei Anhörungen nicht vom Fleck gekommen. Die Anwälte des Medienunternehmers und Milliardärs haben nicht weniger als 16 Einsprüche vorlegt. Das Gericht will darüber am 18. Juli entscheiden. Danach dürfte dieser Prozess auf die Zeit nach der Sommerpause verschoben werden.
(kle/sda)
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povera italia...
es ist schon extrem lächerlich wenn sich italiener um das eigene land schämen muss.
Ma.....
Leben und Leben lassen so wie es heisst unsere 7 Köpfe in Bern sind auch kein musterbeispiel.