Artenschutzkonferenz

22. März 2010 19:33; Akt: 22.03.2010 19:33 Print

Sieg für die ElefantenSieg für die Elefanten

Die afrikanischen Länder Sambia und Tansania wollten den Handel mit Elefanten, vor allem des Elfenbeins wegen, legalisieren. Daraus wird nun aber nichts.

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Tansania und Sambia haben keine Erlaubnis zum Handel mit Elfenbein bekommen. Die Konferenz der Artenschutz- Konvention CITES lehnte am Montag in Doha zudem die Anträge der beiden Länder ab, den Handel mit Elefanten, deren Häuten und entsprechenden Lederwaren zu erlauben.

Tansania wollte rund 90 000 Kilogramm Elfenbein, das es von verendeten Elefanten und ertappten Wilderern eingesammelt hatte, nach Asien verkaufen. Artenschützer gaben zu bedenken, dass dieser einmalige Verkauf die Wilderer in Tansania animieren könnte, noch weitere Tiere zu töten. Ausserdem sei das nationale Programm zum Schutz der Elefanten nicht optimal.

«Die Elefanten bedrohen das Leben der Menschen»

Ein Mitglied der Delegation aus Tansania erklärte in Doha dagegen: «Wir hatten diesen Antrag gestellt, weil die Zahl der Elefanten in unserem Land stark zugenommen hat... Die Elefanten bedrohen das Leben der Menschen, weil sie immer wieder Dörfer angreifen. Ausserdem richten sie auch auf den Feldern erheblichen Schaden an.»

«Verstärkte Bekämpfung der Wilderei»

Tansania habe nicht nur eine zunehmende Wilderei, sondern auch eine nachlässige Bestrafung der Wilderer, kritisierte Volker Homes von der Umweltstiftung WWF. Ein Erfolg der Konferenz sei es nun, dass der Aktionsplan afrikanischer Länder zur Bekämpfung von Elefanten- Wilderei und illegalem Handel verstärkt werde.

«Heute war ein grosser Tag für die Elefanten. Zum ersten Mal seit 1997 fiel bei CITES eine Entscheidung zugunsten der grauen Riesen», sagte Daniela Freyer, die für Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt. «Sowohl Tansania als auch Sambia sind Zentren der Wilderei und des Elfenbeinschmuggels.» Nach Schätzungen von Pro Wildlife wurden allein im vergangenen Jahr 38'000 Elefanten in Afrika gewildert.

Schweizer Stimmenthaltung

Die Schweiz enthielt sich bei den Lagerverkäufen von Elfenbein der Stimme, da viele Fragen nicht geklärt seien, teilte der Schweizer Delegationsleiter Mathias Lörtscher vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) auf der BVET-Webseite mit. Den Handel mit Elefanten, deren Häuten und entsprechenden Lederwaren unterstützte die Schweiz dagegen. Die Elefantenbestände seien in Tansania und Sambia in guter Verfassung, erklärte Lörtscher.

Ende 2008 durften vier Länder (Südafrika, Namibia, Botsuana und Simbabwe) 108 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen nach China und Japan verkaufen. «Seither eskalierten Elfenbeinschmuggel und Wilderei, die Schwarzmarktpreise in Asien stiegen auf 1863 Dollar pro Kilogramm», schreibt Pro Wildlife.

Widerstand von der EU

Der Antrag von Kenia und weiteren afrikanischen Ländern auf ein kontinentweites Handelsmoratorium für 20 Jahre wurde zunächst auf ein gefordertes 9 Jahre langes Moratorium herabgestuft.

Er scheiterte laut Pro Wildlife an der Konferenz in Doha aber dennoch, unter anderem am Widerstand der EU. Alle Entscheidungen müssen im Plenum der Konferenz am Mittwoch und Donnerstag noch bestätigt werden.

(sda)