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Formel 1 in Bahrain
21. April 2012 23:07; Akt: 22.04.2012 10:23 Print
SF soll Live-Übertragung absagen
SP-Nationalrat Hans-Jürg Fehr wirft der FIA vor, Partei für das Regime von Bahrain zu ergreifen. Er fordert das Schweizer Fernsehen auf, auf die Live-Übertragung zu verzichten.

Kinder rennen am 21. April mit einer Nationalflagge in der Stadt Barbar an einer mit Graffiti besprayten Mauer vorbei. (Bild: Keystone)
Medienpolitiker und SP-Nationalrat Hans-Jürg Fehr kritisiert die Live-Übertragung des Formel-1-Rennens in Bahrain scharf: «Ich fände es besser, wenn das Fernsehen auf eine Live-Übertragung verzichten würde und stattdessen einen Zusammenschnitt des Rennens brächte, eingebettet in eine politische Berichterstattung», sagt er gegenüber der Zeitung «Sonntag». Den Fahrern und Organisatoren wirft Fehr vor, Partei für das Regime zu ergreifen, indem sie sich nicht zu den Protesten äusserten.
Bildstrecken Unruhen vor Formel-1-GP in Bahrain Neue AusschreitungenWenige Stunden vor Beginn des Formel-1-Rennens hat es erneut gewaltsame Zusammenstösse gegeben. Polizisten setzten in der Nacht Tränengas und Lärmgranaten gegen hunderte schiitische Demonstranten ein, die ihrerseits Steine und Molotowcocktails schleuderten.
Nach den Protesten in der Nacht zum Samstag war ein 36-Jähriger Mann tot aufgefunden worden. Die Demonstranten forderten lautstark den Rücktritt des sunnitischen Königs Hamad bin Issa al-Chalifa. Dieser stellte angesichts der tagelangen Proteste am Sonntag unmittelbar vor dem Beginn des umstrittenen Formel-1-Rennens Gespräche mit der Opposition und weitere Reformen in Aussicht. (sda)
SRG-Verwaltungsratspräsident Raymond Loretan hält nichts von der Idee des SP-Politikers. «Zensur wäre falsch. Man sollte das Rennen übertragen, aber zugleich auch objektiv über die politischen Probleme berichten.»
FIA achtet «nur auf die Kohle»
Ähnlich sieht es SP-Nationalrat und Ex-TV-Sportjournalist Matthias Aebischer. Die Hürde für eine Absage der Live-Übertragung müsse sehr hoch liegen. Das Problem sei der Automobilverband FIA, der bei der Vergabe der Rennen «nur auf die Kohle» achte. SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner fordert die FIA auf, gegen die Verletzung der Menschenrechte zu protestieren.
Und er sieht eine Chance für die Schweiz: Giezendanner will gemäss «Sonntag» einen neuen Anlauf nehmen, das Verbot für Rundstreckenrennen aufzuheben: «Ich bereite einen Vorstoss vor.» Die Musterdemokratie Schweiz wäre imstande, ein vorbildliches Formel-1-Rennen zu organisieren – «mit Bahnanschluss für die Besucher.»
König verspricht wieder einmal Reformen
Wenige Stunden vor dem Rennstart in Manama hat sich der König von Bahrain zu Wort gemeldet: «Ich möchte mich persönlich klar zu Reformen und Aussöhnung in unserem grossartigen Land bekennen», teilte Hamad bin Issa al-Chalifa mit.
«Die Tür für einen ernsthaften Dialog des gesamten Volkes ist immer offen», hiess es in einer am Sonntagmorgen veröffentlichten Erklärung des Monarchen. Seine Regierung habe durchaus schon Reformerfolge erzielt, betonte der König: «Wir müssen diesen Weg der Reformen fortsetzen.»
(bee)
Die Medienpräsenz dank der F1 bewirkt dass die ganze Welt von dem Regime kenntniss nehmen kann. Hingehen ist besser als wegschauen. Herr Fehr hat anscheinend von moderner Kommunikation keine Ahnung. – Martha Keller
Es wäre typisch (aber nicht realistisch), wenn SRF auf die Forderung von Fehr eingehen würde. Während die Meinungen der Mitte-/Linksparteien in den Medien vielfach akzeptiert werden, wird die SVP dauernd in der Luft zerrissen. Die Medien scheinen auf die Sitzverteilung im Bundesrat zu achten, nicht auf die Mehrheit der Meinungen der Schweizer Bürger. – Andreas Walter
Der Staat hat uns doch nicht vorzuschreiben, was wir sehen dürfen. Die Bürger, Herr Fehr, sind mündig genug, um zu entscheiden. Freie Information und weniger Staat: Das muss die Entwicklung der nächsten Jahre sein. Auch wenn so mancher Behörden- und Politikerjob dabei verloren geht. Der Gewinn ist grösser. – Marcel
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Alle 94 Kommentare

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abschaffen
schafft die blöde Formel 1 ab ist eh nur Umweltverschmutzung!
Seich, das bringt gar nichts
und was bitte schön sollte das bringen wenn das SFR auf die Live Übertragung verzichten würde? Gar nichts Herr Fehr. Diese Massnahme würde weder die FIA noch Bahrain beeindrucken, da das SFR nur ein kleiner von vielen Sendern ist der dieses Rennen übertragen darf. Es handelt sich hier auch um eine sportliche Verantstaltung und es geht nicht um Politik. Auch die Aufständischen in Bahrain hätten nichts davon wenn das Rennen z.b. gar nicht erst stattfinden würde
Doofes SF
Wer Formel 1 auf SF schaut ist eh selber schuld!