Epidemie

01. Februar 2016 19:36; Akt: 02.02.2016 04:07 Print

WHO ruft wegen Zika-Virus den Notstand aus

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Ausbreitung des Zika-Virus als globalen Gesundheitsnotstand eingestuft.

storybild

Grosses Problem: Das Zika-Virus breitet sich schlagartig aus. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Erstmals seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika verursacht wieder ein Virus einen globalen Gesundheitsnotstand. Verantwortlich dafür ist die Aedes-aegypti-Mücke, die neben Zika auch Dengue, Chikungunya und Gelbfieber verbreitet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die explosive Ausbreitung des Zika-Virus in Nord- und Südamerika zum globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Es handele sich um ein aussergewöhnliches Ereignis, das als internationaler Notfall gewertet werden müsse, gab die WHO nach einem Krisentreffen am Montag bekannt. Zuletzt hatte die UN-Organisation 2014 wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika einen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Durch diese kamen mehr als 11'000 Menschen ums Leben.

Fieber und Ausschläge

Das von einem Moskito übertragene Zika-Virus verläuft nicht tödlich, sondern sorgt nur für Fieber und einen roten Ausschlag. Gefährlich werden kann es aber für Schwangere, denn es wird mit Geburtsfehlern bei Babys in Zusammenhang gebracht. Einen endgültigen Beweis dafür, dass die Entwicklung abnormal kleiner Schädel bei Embryos - die sogenannte Mikrozephalie - tatsächlich durch Zika verursacht wurde, gibt es allerdings nicht, wie WHO-Generaldirektorin Margaret Chan vergangene Woche einräumte. Die Sorge in diese Richtung sei jedoch gross, sagte sie.

Dieser Meinung schlossen sich auch die internationalen Gesundheitsexperten an, die am Montag via Telefonkonferenz über das Zika-Virus berieten und den Gesundheitsnotstand erklärten. Eine solche Erklärung hat üblicherweise die Folge, dass mehr Geld und internationale Hilfe aufgewendet werden, um den Ausbruch zu stoppen. Ausserdem wird dann intensiver nach möglichen Behandlungen und Impfungen geforscht.

Spezielle Massnahmen in Brasilien

Die WHO rechnet damit, dass es bis zum kommenden Jahr vier Millionen Zika-Fälle in Nord- und Südamerika geben könnte. In besonders stark betroffenen Staaten wie Brasilien wird mit allen Mitteln versucht, die Brutstätten der Mücke zu beseitigen, die neben Zika auch Dengue, Chikungunya und Gelbfieber verbreitet. Dafür erlaubte Präsidentin Dilma Rousseff den Gesundheitsbehörden des Landes am Montag sogar, jedes Haus im Land zu betreten, selbst wenn der Besitzer nicht greifbar ist. Auch Polizeirazzien sind möglich, wenn in einem Haus oder Wohngelände stehendes Wasser vermutet wird.

Der Aedes-aegypti-Mücke reicht schon die kleinste Menge Wasser wie etwa ein Flaschenverschluss, um zu gedeihen, ganz zu schweigen von Pfützen, die während der Regenzeit in Brasilien fast an jeder Ecke zu finden sind.

(fal/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • filofax am 01.02.2016 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja...

    Die weltweite Mobilität sorgt halt auch dafür, dass sich Krankheiten einfacher verbreiten. Im Prinzip ein Übel der modernen Gesellschaft...

    einklappen einklappen
  • Upside Down am 01.02.2016 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angst ist ein schlechter Begleiter

    Vogelgrippe, Sauvirus usw.. Wenn eine WHO einem Schauspieler das Rauchen abgewöhnen will und im Gegenzug den globalen Gesundheitsnotstand veröffentlicht.....muss ich mal eine Nacht darüber schlafen.

    einklappen einklappen
  • Sive am 01.02.2016 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grosses TamTam

    Sieht so aus als wird hier wieder Panik gemacht wie beim Ebola Virus. 2 Monate grosses TamTam und dann Funkstille. Ist doch immer das gleiche bei den Medien. Jedoch sollte man das ZikaVirus schon ernst nehmen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schiegersohn am 02.02.2016 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    Es benötigt neue Impfstoffe

    Notstand um neue Impfstoffe zu verkaufen. In den Impfstoffen sind Metalle enthalten, die für eine verstärkung des Abwährsystems sorgen soll aber durch die Metalle werden tausende Krankheiten hervorgerufen, weil die Metalle sich im Körper festsetzen. Daran wird die Pharma und das Finanzkartell dann wieder Milliarden an Dollar verdienen und viele werden aufgrund dessen an Krebs erliegen.

  • Rabenklau am 02.02.2016 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache vom Feinsten

    Ist nicht mal meldepflichtig! Das ist schon wieder so eine absurde Überreaktion der WHO. Was soll das?

  • Anna am 02.02.2016 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dengue-Virus

    Ich bin in Argentinien zurzeit, fast an der Gränze zu Brasilien und hier ist der Dengue-Virus ganz extrem. Ich wünsche es echt niemandem! Diesmal hier ist es ernsthaft und nicht nur eine Medien-Sache. Pro Tag erkranken ca 50 Personen daran!! Und das Schlimmste ist, beim zweiten mal, dass man gestochen wird, hat man kaum überlebens chancen. Bevor ihr Kommentare schreibt von wegen nur medien bla bla, informiert euch bitte!! Ich kann nur sagen, so leben, mit der Angst gestochen zu werden und in Lebensgefahr zu sein, ist echt nicht schön.

    • Dietmar am 02.02.2016 12:17 Report Diesen Beitrag melden

      WHO- Wer?

      Ja, das ist wahrscheinlich das nächste Szenario der WHO. Wenn die allerdings Kraut und Rüben zum weltweiten Notfall hochstilisieren, nimmt das am Schluss wohl niemand mehr ernst!

    • Ueli am 02.02.2016 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      Dengue

      Verläuft gem. Wikipedia gerade mal in 1-5% tödlich. (Meine Erfahrung mit diesem Fieber in Costa Rica ist ein paar Jahre her, aber ich lag 2 Wochen flach. Richtig flach, aber von Tod war nicht eine Sekunde lang die rede) Dazu bildet der Körper eine Immunität gegen den Stamm, den einen infiziert hat. Also man erkrankt nicht 2x am gleichen Typ Dengue fieber; es gibt aber 4 davon. Evt reden Sie von einer neuen Form des Virus?

    einklappen einklappen
  • zickzack am 02.02.2016 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Big cover-up

    was die tatsächliche Ursache der Mikrozephalien ist werden wir wohl nie erfahren..

  • Mike R am 02.02.2016 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Schlem wer böses denkt..

    Und plötzlich kommt einer mit der Idee: "Ein RFID-Chip" könnte die Krankheit besser erkennen. Und schon will die ganze Menscheit einen Chip unter der Haut. Wenn nicht, dann hald per Gesetz. Und die Elite lacht sich einen ab.