Belgischer Staatsanwalt

17. November 2017 16:48; Akt: 17.11.2017 18:37 Print

Puigdemont soll an Spanien ausgeliefert werden

Seit seiner Absetzung hält sich der katalanische Ex-Präsident in Brüssel auf. Nun fordert die belgische Staatsanwaltschaft seine Auslieferung.

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Die belgische Staatsanwaltschaft fordert seine Auslieferung an Spanien: Carles Puigdemont bei einer Rede in Brüssel. (7. November 2017) Appelliert an die katalanischen Unternehmen: Spaniens Premierminister Mariano Rajoy während einer Rede in Barcelona. (12. November 2017) Rund 750'000 Demonstranten gehen in Barcelona auf die Strasse. Sie fordern die Freilassung der inhaftierten katalanischen Politiker. (11. November 2017) Spanier haben Manipulationen festgestellt: Ein Mann arbeitet an der Tastatur eines Laptops. Vernehmung der katalanischen Ex-Parlamentspräsidentin: Carme Forcadell steigt vor dem Obersten Gericht in Madrid aus dem Auto. (2. November 2017) Separatisten besetzen Gleise des Hauptbahnhof Sants in Barcelona. (8. November 2017) Spricht über das Motiv seiner Flucht nach Belgien: Carles Puigdemont im Interview mit Catalunya Radio. (7. November 2017) Ein Gericht in Belgien hat ihn und vier seiner Minister auf freien Fuss gesetzt: Carles Puigdemont sitzt im Büro der Strafverfolgungsbehörden in Brüssel. (5. November 2017) Fans des FC Barcelona zeigen während dem Spiel gegen Sevilla FC Figuren mit Plakaten, die zur Freiheit für politische Häftlinge fordern. (4. November 2017) Auch Transparente (hier: Gerechtigkeit) haben sie im Stadion aufgehängt. (4. November 2017) Puigdemont und die vier Minister hatten sich am Sonntagmorgen den belgischen Behörden gestellt und waren vorläufig festgenommen worden. (5. November 2017) Carles Puigdemont hat gesagt, er werde die Kommunikation mit den Behörden nicht behindern.

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Bei der ersten Anhörung des von Madrid abgesetzten katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont hat die belgische Staatsanwaltschaft dessen Auslieferung gefordert. Auch vier seiner ebenfalls abgesetzten Minister sollen ausgeliefert werden.

Die Staatsanwaltschaft habe die Vollstreckung des europäischen Haftbefehls verlangt, teilte ein Anwalt Puigdemonts am Freitag in Brüssel mit. Die Verteidigung werde ihr Plädoyer am 4. Dezember halten.

Ex-Minister in Untersuchungshaft

Das Gericht soll entscheiden, ob es die von Spanien ausgestellten europäischen Haftbefehle gegen die fünf Politiker vollstreckt und sie ausliefert. Puigdemont und seine Kabinettskollegen hatten sich am 5. November der belgischen Polizei gestellt und waren einen Tag später unter Auflagen wieder freigekommen. Acht weitere abgesetzte katalanische Minister wurden in Spanien in Untersuchungshaft genommen.

Die spanische Justiz wirft den katalanischen Politikern Rebellion, Aufwiegelung und Veruntreuung öffentlicher Gelder vor. Bestraft werden kann dies mit bis zu 30 Jahren Gefängnis. Nach Angaben des belgischen Justizministeriums muss die endgültige Entscheidung über die Haftbefehle binnen 90 Tagen fallen.

(chi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cajon am 17.11.2017 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Asyl

    Wenn sich Belgien an die eigenen Regeln hält, müssten Puigdemont & Co. Asyl bekommen. Ihnen droht in Spanien ein politischer motivierter Prozess mit dem entsprechendem Urteil. Mit fairer Justiz hat das nichts mehr zu tun. Aber EU halt, mit Spanien will man es sich ja nicht verscherzen und Unruhe in der EU will ja auch niemand. Da macht man lieber beide Augen zu und opfert halt "die paar Katalanen"...

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  • A.M. am 17.11.2017 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grüezi in der Schweiz

    Der wäre besser in die Schweiz gekommen. 30 Jahre für Rebellion hätte er sich sparen können.

  • Verfasser am 17.11.2017 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdige Beschuldigung

    Das würde mich interessieren, wie die katalanische Regierung öffentliche Gelder veruntreut haben. Nach meinen Erkenntnissen erhält die spanische Regierung einen grossen Teil der katalanischen Steuereinnahmen. Was erhält Katalonien als Gegenleistung zurück?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Manuel Fernandez am 17.11.2017 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache ist

    Der Firmen Exodus läuft schon auf hochtouren, Rajoy selbst bat die Firmen in Barcelona zu bleiben anstatt nach Madrid zugehen. Katalonien wird inerhalb weniger monate Bankrot gehen sollten sie wirklich Unabhängig werden. Katalonien hat nur Geld weil alle grosse Firmen dort vertreten sind. Ähnlich wie Basel mit Roche und Novartis. Gehen diese ist die Stadt am ende. Genau das blüht Katalonien Isolation und Firmen Exodus. Nein Spanien braucht Katalonien nicht aber Katalonien Spanien. Aber das wollt ihr ja doch nicht verstehen. Viva Espana! Und all die Schweizer die sich so sehr wünschen Spanien solle Auseinander fallen schämt euch! Ich wünsche mir ansonsten das die Schweiz vom EU Moloch geschluckt wird. Und Wähle nur noch pro EU. Guten Abend.

  • derTürke am 17.11.2017 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Minderheit heisst Pech

    In keinem demokratischen Land kann die Minderheit einfach ein Referendum führen um Abhängig sein zu werden. Ein Referendum muss mit der ganzen Nation geführt werden bzw. die Spanier haben auch Recht zu stimmen ob sie Spanien mit Katalonien trennen wollen. Nicht nur die Stimmen von Minderheiten zählen sondern auch die von Mehrheiten.

  • Kon Sens am 17.11.2017 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GROSSSE und kleine Könige

    Wieso sind diese 5 Herren nach Brüssel ? Schutz und Rückendeckung für die Katalanische-Unabhängigkeit muss man am Hof der europäischen Kaiserdemokratie nicht erwarten. Die Fürsten rennen zum Kaiser um frei vom König zu kommen. Nicht so wichtig, war ja nur eine Volksabstimmung. 1500 n.Chr.

  • Rudi Mentär am 17.11.2017 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bankrott oder nicht

    Katalonien kann ohne Spanien finanziell und Wirtschaftlich überleben, Spanien ohne Katalonien nicht. Katalonien wäre dann aber nicht in der EU, und Spanien könnte nichts mehr bezahlen. So wichtig die Ölfelder für Syrien sind, ist Katalonien für Spanien. Da ist es ja Logisch, wen die EU unterstützt. Es passt vielen Leuten nicht, wenn ich sage, die EU ist eine W-Diktatur, und sie würde Katalonien auch niemals anerkennen. Ein bankrottes Spanien wäre die Hölle für die EU.

  • Ursus am 17.11.2017 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Spanien okupiert eine Fremde Nation

    Katalonien hat die Unabhängigkeit nach einer Demokratischen Wahl erklärt. Puigdemont ist Vertreter einer Suveränen Nation. Die Internierung vom ihm muss als Agressiver Krigerischer akt gewertet werden. Die umliegenden Staaten sollten hier eingreifen.