Trumps erste 100 Tage

28. April 2017 13:02; Akt: 28.04.2017 21:25 Print

«Wir schaffen eine Menge»

Fast 100 Tage ist Donald Trump nun schon US-Präsident. Er selber zieht eine äusserst positive Bilanz.

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Donald Trump blickt nach seinen ersten 100 Tagen im Amt als US-Präsident mit leichter Wehmut auf sein früheres Leben. Er vermisse einiges, räumte er am 27. April 2017 in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters ein. «Ich liebte mein früheres Leben», sagt der ehemalige Immobilien-Unternehmer, «ich habe so viele verschiedene Dinge gemacht.» Als US-Präsident arbeite er mehr als früher. «Ich dachte, es wäre leichter», zieht er Zwischenbilanz. «Du lebst wirklich in deinem eigenen, kleinen Kokon. Die Sicherheitsmassnahmen sind so massiv, dass du wirklich nirgendwo hingehen kannst», sagt Trump. Wenn er das Weisse Haus verlässt, wird er in einem SUV oder einer Limousine gefahren. Er vermisse es aber, selber hinter dem Steuer zu sitzen. «Ich liebe es zu fahren», sagt der Präsident. Oftmals lässt sich der Präsident zu Treffen mit Freunden oder früheren Geschäftspartnern chauffieren, um Rat zu suchen und um Kraft aus den Begegnungen zu schöpfen. Seine politischen Berater haben gelernt, das zu akzeptieren. Selten hat ein US-Präsident in dieser Zeit so viel Wirbel veranstaltet wie Donald Trump. Vielerorts schlägt Trump Protest entgegen: Am 27. April 2017 etwa demonstrieren als Freiheitsstatuen verkleidete Aktivisten von Amnesty International vor der US-Botschaft in London – anlässlich Trumps 100-Tage-Jubiläum. Doch Trump kann auch auf seine Unterstützer zählen: Vor dem Martin Luther King Jr. Civic Center Park in Berkeley, Kalifornien, zeigten Trump-Fans am 27. April 2017, für wen noch immer ihr Herz schlägt. Auf der anderen Strassenseite versammelten sich Gegendemonstranten. Die Tradition der 100-Tage-Bilanz nahm übrigens 1933 mit Franklin D. Roosevelt ihren Anfang.

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US-Präsident Donald Trump hat am Freitag eine selbstzufriedene Bilanz seiner ersten hundert Tage im Amt gezogen. «Ich muss Ihnen sagen, ich glaube nicht, dass irgendjemand getan hat, was wir in hundert Tagen haben tun können», sagte Trump im Weissen Haus in Washington bei der Unterzeichnung eines Dekrets. «Also sind wir sehr glücklich.» Dann flog er von Washington nach Atlanta.

Die symbolische 100-Tage-Schwelle sei zwar ein «falscher» Beurteilungsmassstab, aber: «Wir schaffen eine Menge», sagte Trump. In den US-Medien spielte die 100-Tage-Bilanz am Freitag eine grosse Rolle. Unter anderem ordnete der Präsident Einreisestopps für Bürger vorwiegend muslimischer Länder an, die von Gerichten kassiert wurden.

Ein wahrer Freund der NRA

Im März scheiterte Trump im Repräsentantenhaus mit seinem Vorhaben, die Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama durch eine kostengünstigeres Modell zu ersetzen. Anfang April liess er einen syrischen Luftwaffenstützpunkt mit Raketen beschiessen.

Als erster US-Präsident seit Ronald Reagan vor 35 Jahren besuchte Trump am Freitag die Jahresversammlung der mächtigen Waffenlobby National Rifle Association (NRA). «Ihr habt einen wahren Freund im Weissen Haus», rief er den Anwesenden zu. «Ihr habt mich unterstützt, ich werde Euch unterstützen.» Die NRA hatte im vergangenen Jahr zur Wahl Trumps aufgerufen. Er werde «die Freiheiten der Amerikaner» beschützen, sagte er in Atlanta.

Die 100-Tages-Schwelle wird Trump am Samstag nehmen, an diesem Tag will er vor Anhängern im Bundesstaat Pennsylvania eine Rede halten. Der Auftritt findet am Abend in Harrisburg statt.

(mlr/kle/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tristan Farnon am 28.04.2017 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Bedenklich

    Natürlich war Obama sympathischer. Natürlich war DT auch nicht gerade mein Wunschkandidat. Natürlich hat er sich den einen oder anderen Fauxpas geleistet. Aber die Mediale Dauerschelte gegen DT beunruhigt mich um vieles mehr als es DT tut. Das geht ja in Richtung Paranoia. Und wie weit das vorgeschritten ist sieht man daran das sich Trumpbeführworter nicht mehr vor dem Medien äussern, weil man wohl Anfeindungen zu befürchten hat. Einer Demokratie unwürdig. Political Correctness bringt uns auch nicht weiter. Jeder soll sagen dürfen was er will. Lasst den Donald jetzt mal machen.

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  • Pity am 28.04.2017 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NoWar

    Hätte nicht gedacht dass er überhaupt 100Tage übersteht. Wenn er jetzt nur keinen Riesenseich macht in Fernost!

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  • Will H. Elmtell am 28.04.2017 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Noch keine 100

    Trump erreicht die 100 Tage voraussichtlich erst Ende Mai. Denn die Tage in Mar-a-Lago dürfen nicht mitgerechnet werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • MAX K am 28.04.2017 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ivanca for President ;-)

    ... auch würde mich nicht wundern, wenn Ivanca Trump die erste Präsidentin der USA wird ;-)

  • remo am 28.04.2017 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    praktisch keine

    wieviel Versprechen hat Obama eingehalten?

  • Woody am 28.04.2017 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Und die anderen?

    Interessant, dass Trump nach 100 Tagen gemessen und bewertet wird ... Obama z.B. hatte nach 100 Tagen nur den Friedensnobelpreis und nach 8 Jahren (!) keines seiner Wahlversprechen eingelöst

  • Wörni am 28.04.2017 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Unmöglich

    Es ist unglaublich, was sind schon 100 Tage für einen US Präsidenten. Warum müssen die Medien ständig Oel ins Feuer giessen bis hin zu Rufschädigung. Und das Volk weiss nichts gescheiteres, als an dem von Ihnen gewählten Präsidenten ständig rumzunörgeln.

  • Martin. am 28.04.2017 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    The same procedure as every time...

    Wer mal das Langzeitgedächtnis anwirft, stellt fest, dass das immer so geht. Kaum ist man die Präsidenten-Marionette, führt man den Plan der Unsichtbaren weiter. Es ist legitim, dass der Präsi nicht alles weiss, damit er authentisch auftreten kann. Was er aber zu wissen bekommt, verändert ihn bereits massiv (Gesichtsausdruck und Augen betrachten).