Österreich

23. September 2015 23:35; Akt: 23.09.2015 23:35 Print

Flüchtlinge sollen im Fritzl-Haus wohnen

Das Haus in Amstetten, in dem Josef Fritzl seine Tochter jahrelang gefangen hielt, soll nun Flüchtlinge beherbergen. So der Vorschlag des Insolvenzverwalters.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der österreichische Anwalt Walter Anzböck hat eine kontroverse Idee vorgebracht: Er will das ehemalige Wohnhaus der Familie Fritzl in Amstetten als Flüchtlingsquartier anbieten. Anzböck kümmert sich als Insolvenzverwalter um das seit sieben Jahren leerstehende Gebäude.

Der Anwalt will nach Angaben der «Kronen-Zeitung» dem Innenministerium die acht Wohnungen des Hauses an der Ybbsstrasse als Zwischenquartier für rund 50 bis 60 Asylwerber zu Verfügung stellen. Der Keller, in dem Josef Fritzl zwischen 1984 und 2008 seine Tochter Elisabeth gefangen hielt und sieben Kinder mit ihr zeugte, ist allerdings nicht Teil des Angebots: «Das schreckliche Kellerverlies, in dem einst Schlimmes verübt wurde, ist längst mit Beton gefüllt», sagt Anzböck.

Währenddessen in Brüssel ...

Der Vorschlag aus Amstetten kommt zu einer Zeit, in der in Brüssel die EU-Innenminister über die Verteilung von 160'000 Flüchtlingen debattieren. Vergangenen Montag waren laut Behördenangaben weitere 11'000 Flüchtlinge nach Österreich gekommen. Als Folge der Flüchtlingskrise bleibt der reguläre Zugverkehr zwischen Salzburg und München noch bis mindestens 4. Oktober eingestellt.

Am Mittwoch befassen sich die EU-Staats- und Regierungschefs erneut damit, wie Europa mit den vielen Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten umgehen soll. EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos fordert eine einheitliche Linie. Der Moment sei gekommen zu zeigen, «was wir wirklich meinen, wenn wir über Verantwortung und Solidarität sprechen».

Auch EU-Ratspräsident Donald Tusk mahnte eine umfassende Strategie und eine gründliche Migrationspolitik an. Kanzlerin Angela Merkel hat aber schon deutlich gemacht, dass sie nicht an eine Lösung über Nacht glaubt.

(kle)