Nordkorea

29. Mai 2017 02:25; Akt: 29.05.2017 15:14 Print

Kim provoziert erneut mit Raketentest

Pyongyang hat mit einem mutmasslichen Raketenstart die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. «Wir können wiederholte Provokationen nicht tolerieren», so die Reaktion aus Japan.

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Grosser Jubel: Kim Jong-un und seine Militärs haben Freude am ersten geglückten Test einer Interkontinentalrakete. (4. Juli 2017) Die Rakete flog mehr als 930 Kilometer, bevor sie ins Japanische Meer stürzte, wie das südkoreanische Verteidigungsministerium mitteilte. (4. Juli 2017) Machthaber Kim Jong-un und Militäroffiziere sind sichtlich erfreut. (4. Juli 2017) Auch das Volk jubelt: Menschen in Pyongyang freuen sich über den erfolgreichen Raketentest. (4. Juli 2017) Menschen verfolgen die Ankündigung im Fernsehen in Pyongyang. (4. Juli 2017) Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un wohnt dem Start der Rakete bei. (4. Juli 2017) Bei der Interkontinentalrakete handelt es sich um eine Hwasong-14. Kim Jong-un (zweiter von rechts) inspiziert das Geschoss. (4. Juli 2017) Provoziert erneut die Welt und Donald Trump: Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un. (Archivbild) Pyongyang feuerte von einem Stützpunkt bei Banghyon in der Provinz Nord Phyongang eine Rakete ab. (Archivbild) Pyongyang ignoriert die Sanktionen: Der Start einer nordkoreanischen Rakete. (Archivbild vom 30. Mai 2017) Provoziert die Weltgemeinschaft durch immer neue Waffentests: Nordkoreas Machthaber Kim Yong-un. (Archivbild) Kim äussert sich zufrieden über die Fähigkeit seines Systems: Beim aktuellen Test einer ballistischen Rakete soll es sich um eine vom Typ Scud gehandelt haben. (Archivbild) Japans Premierminister Shinzo Abe beantwortet in Tokio Fragen zu Nordkoreas Raketentest. «In Zusammenarbeit mit den USA werden wir gezielte Massnahmen ergreifen, um Nordkorea abzuschrecken.» (29. Mai 2017) Ein Südkoreaner schaut sich in Seoul die Berichterstattung über die neusten Tests des nördlichen Nachbarlandes an. (22. Mai 2017) An einem Bahnhof in Seoul, Südkorea: Menschen verfolgen ein TV-Programm, das den nordkoreanischen Machthaber zeigt, wie er angeblich einen Raketentest beobachtet. (22. Mai 2017) Der jüngste Raketentest vom Wochenende sei die nordkoreanische «Antwort» auf die Politik von US-Präsident Donald Trump, lautete es aus nordkoreanischen Staatsmedien. Könnte laut der nordkoreanischen Führung einen atomaren Sprengkopf tragen: Mittelstreckenrakete des Typs Hwasong-12. Das Bild veröffentlichten die nordkoreanischen Behörden am 14. Mai 2017. Diktator Kim Jong-un grüsst nordkoreanische Raketenentwickler: Dieses undatierte Foto veröffentlichten die nordkoreanischen Behörden am 20. Mai 2017. Seine Rakete soll genügend Reichweite haben, um das US-Festland zu erreichen: Kim Jong-un in einer südkoreanischen Newssendung. (14. Mai 2017) Rakententests wurden fortgesetzt: Das nordkoreanische Militär zeigt ballistische Raketen. (15. April 2017) Nordkorea soll «zurück auf den Weg des Dialogs» geführt werden: US-Aussenminister Rex Tillerson. (Archivbild) Krise dürfte sich nach dem jüngsten Raketentest erneut zuspitzen: TV-Bild eines Raketentests vom Oktober 2016. (Archivbild) Kims Regierung testete auch im März: Vier ballistische Raketen abgefeuert in Nordkorea. (7. März 2017) Ist in Südkorea nicht unumstritten: Thaad-Abwehrsystem im Test. (Archivbild) Soll eine Reichweite von etwa 1000 Kilometern haben: Rakete aus Nordkorea. (Archivbild) Das südkoreanische Fernsehen berichtete über die Raketenstarts des nördlichen Nachbarn. (6. März 2017) Mehrere nordkoreanische Raketen erreichten das Japanische Meer. (6. März 2017) Die Tests stellten eine «ernste Bedrohung der Sicherheit unseres Landes dar», sagte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe laut einem Sprecher. Der südkoreanische Ministerpräsident Hwang Kyo-ahn an einem Treffen des nationalen Sicherheitsrats. (6. März 2017) Südkorea und die USA analysierten die vorliegenden Daten zum Raketenabschuss: Südkoreanischer Sicherheitsrat tagt. (6. März 2017)

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Nordkorea hat offenbar erneut eine ballistische Rakete gestartet. Der Test erfolgte nahe der Stadt Wonsan an der Ostküste – das Geschoss landete später in den Gewässern der japanischen Wirtschaftszone, teilten Regierungsmitarbeiter aus Japan und Südkorea am Montag mit. Der südkoreanische Generalstab meldete, es habe sich vermutlich um eine Rakete vom Typ Scud gehandelt, die rund 450 Kilometer geflogen sei. Japan kritisierte den Test.

«Wir können wiederholte Provokationen nicht tolerieren», sagte der japanische Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga. Das Land kritisiere die Tests in der stärksten Form. Das Geschoss sei in den Gewässern der japanischen Wirtschaftszone gelandet, so Suga. Zunächst habe es keine Berichte über Schäden an Flugzeugen oder Schiffen in dem Gebiet gegeben.

«Bemerkenswert» verbessert

Der südkoreanische Präsident Moon Jae In rief eine Sitzung des Sicherheitskabinetts ein, um über den jüngsten Vorfall zu beraten. Von der staatlich kontrollierten, nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA gab es zunächst keine Stellungnahme. Diese hatte zuvor jedoch einen Bericht veröffentlicht, nach dem Machthaber Kim Jong-un einen erfolgreichen Start eines Waffensystems gegen Luftfahrzeuge überwacht habe. Demnach soll Kim gesagt haben, dass sich die Fähigkeiten des Systems, Ziele aufzuspüren und zu verfolgen, «bemerkenswert» verbessert hätten.

Neben diversen ballistischen Raketenstarts hat Nordkorea im vergangenen Jahr im Januar und September zwei Atomtests vorgenommen. Experten schätzen, dass Nordkorea bereits fähig ist, seine Kurzstreckenraketen mit nuklearen Sprengköpfen auszustatten. Der genaue Status des Waffenprogramms des Landes ist unklar.

US-Festland ist das Ziel

Ultimatives Ziel von Pyongyang ist es, eine Langstreckenrakete mit nuklearem Sprengkopf zu entwickeln und damit US-Festland treffen zu können. Davon ist Nordkorea laut Experten zwar noch mehrere Jahre entfernt. Doch jeder Test bringt Pyongyang näher an sein Ziel heran.

Für die neuen Präsidenten in den USA und in Südkorea sowie ihre Verbündeten dürfte die Bedrohung aus Pyongyang die wohl grösste aussenpolitische Herausforderung ihrer jeweiligen Amtszeiten werden. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump arbeitet noch an einer politischen Strategie im Umgang mit Nordkoreas Atomprogramm. Der neue Präsident in Seoul, der Liberale Moon Jae In, hatte signalisiert, ein Zivilprogramm zum Nachbarn auszubauen. Doch Analysten sagen, dies werde er vermutlich nicht weiter verfolgen, da Nordkorea bei der Entwicklung seines Nuklearprogrammes bereits zu weit gegangen sei.

G-7 deklariert Nordkorea als Top-Priorität

Beim jüngsten Gipfel der sieben führenden Industrienationen am Wochenende sei vereinbart worden, Nordkorea als eine Top-Priorität für die internationale Gemeinschaft zu behandeln, sagte Japans Regierungschef Shinzo Abe wenige Stunden nach dem neuerlichen Raketentest Nordkoreas. «In Zusammenarbeit mit den USA werden wir gezielte Massnahmen ergreifen, um Nordkorea abzuschrecken», kündigte Abe an. In Washington erklärte das Präsidialamt, US-Präsident Donald Trump sei über den jüngsten Test unterrichtet worden.

(foa)