Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Berlusconi protzt
17. September 2011 20:21; Akt: 17.09.2011 20:28 Print
«Elf standen Schlange, aber ich schaffte nur acht»
Die abgehörten Telefonate von Silvio Berlusconi, die in den Ermittlungen gegen ihn ausgewertet werden, bergen viel verbalen Zündstoff. Italienische Zeitungen zitierten aus den Gesprächen.
Die peinlichen Enthüllungen aus abgehörten Telefonaten von Silvio Berlusconi reissen nicht ab. Italienische Zeitungen veröffentlichten am Samstag neue Mitschnitte, in denen der Ministerpräsident mit seiner Männlichkeit protzt und sich selbst als Freizeit-Regierungschef bezeichnet.
Bildstrecken Aus Berlusconis MundeBunga Bunga bei BerlusconiSo soll Berlusconi am 1. Januar 2009 in einem Telefongespräch mit dem Unternehmer Giampaolo Tarantini damit geprahlt haben, dass die jungen Frauen Schlange stehen, um die Nacht mit ihm zu verbringen: «Es waren elf, aber ich habe es nur mit acht von ihnen geschafft, dann konnte ich nicht mehr».
Die Mitschriften der Gespräche stammen aus den Ermittlungen gegen Tarantini, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frauen für Sex mit Berlusconi bezahlt haben soll.
«In meiner Freizeit gebe ich den Regierungschef»
In einem anderen Telefonat mit einer Tänzerin aus der Dominikanischen Republik entschuldigt sich Berlusconi, dass er nicht mehr Zeit mit ihr verbringen könne: «Weisst Du, Marysthell, in meiner Freizeit gebe ich den Regierungschef».
Die Telefonate wurden 2009 im Rahmen von Ermittlungen der italienischen Polizei zu einer Prostitutionsaffäre abgehört. Dabei geht es um den Verdacht, dass Tarantini und sein Umfeld junge, hübsche Frauen für Berlusconis Partys anheuerte und für Sex mit dem Premier bezahlte, um sich Einfluss und lukrative Aufträge zu sichern.
Zeitung druckt Gespräche, lässt vulgäre Passagen aber aus
Die «Corriere della Sera» druckte vier volle Seiten der Abschriften des Telefongesprächs ab. Es habe allerdings die härteren und vulgäreren Passagen ausgelassen, schrieb das Blatt. Die Zeitung zitiert unter anderem aus einem Telefongespräch zwischen Berlusconi und Tarantini, in dem die beiden angeblich vereinbaren, dass der Geschäftsmann und mehrere der Frauen in Berlusconis Maschine von Rom nach Mailand mitfliegen könnten.
Leoluca Orlandi von der oppositionellen Partei Italia dei Valori (Italien der Werte) forderte Aufklärung darüber, ob Steuergelder für den Transport von Prostituierten verwendet wurden. Seine Partei habe das Büro des Ministerpräsidenten aufgefordert, eine dringliche Untersuchung des Falles durchzuführen, sagte Orlandi.
Die Staatsanwaltschaft von Bari hat ihre Ermittlungen inzwischen abgeschlossen und will einen Prozess gegen Tarantini und sieben weitere Verdächtige unter anderem wegen Anstiftung zur Prostitution anstrengen. Tarantini und seine Frau Angela Devenuto wurden Anfang September bereits unter Erpressungsverdacht verhaftet.
Staatsanwaltschaft sieht Berlusconi als Opfer
Laut der Staatsanwaltschaft von Neapel soll Tarantini hohe Summen von Berlusconi erhalten haben, damit er bei Vernehmungen angibt, der Ministerpräsident habe nicht gewusst, dass eine Reihe von weiblichen Gästen seiner rauschenden Feste zwischen Juli 2008 und April 2009 bezahlte Callgirls waren.
In dem Fall sieht die Staatsanwaltschaft den Regierungschef als Opfer an - dieser jedoch bestreitet, erpresst worden zu sein. Während die Opposition am Samstag erneut Berlusconis Rückritt forderte, versicherte der Regierungschef, er habe sich nichts vorzuwerfen und werde bis Ablauf seines Mandats 2013 im Amt bleiben.
Seine Umgebung arbeitet bereits an einem Gesetzesentwurf, der die Nutzung und Veröffentlichung von Mitschnitten abgehörter Telefonate einschränken soll. Er soll so rasch wie möglich vom Parlament verabschiedet werden.
(sda/dapd)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 33 Kommentare


























wenn die italienische Presse ...
...einfach so Auszüge aus den abgehörten Telefongesprächen zitieren kann, wo ist da der Unterschied zum britischen Abhörskandal rund um "News of the World" ??? Da gehören noch ein paar Andere vor Gericht, und nicht nur der Silvio...!!!
Glied zum urinieren
Mir gefällt es, wenn ein Mann in seinem Alter immer noch so aktiv ist. Allemal besser, als wenn das Glied nur noch zum urinieren missbraucht wird.
Was für ein Mann
Was für ein Mann. Mit dem würde ich jetzt auch noch ins Bettchen steigen und würde berühmz werden.