20. Dezember 2007 22:55; Akt: 20.12.2007 20:34 Print

Studie: Viele Muslime rechtfertigen Gewalt

Eine Studie über die deutschen Muslime schreckt auf: 40 Prozent von ihnen halten demnach Gewalt für legitim.

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Über 44 Prozent der befragten deutschen Muslime sind laut der Studie der Meinung, dass Muslime ins Paradies kommen, wenn sie im bewaffneten Kampf für den Glauben sterben. Bei einer Bedrohung des Islams durch den Westen halten knapp 40 Prozent die Anwendung von Gewalt für gerechtfertigt, wie aus der Befragung im Auftrag des Innenministeriums hervorgeht. Immerhin 14 Prozent der Befragten, von denen knapp 40 Prozent einen deutschen Pass besitzen, stehen laut den Autoren «mit der Rechtsstaatlichkeit auf Kriegsfuss und zeigen eine problematische Distanz zur Demokratie».

Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble ist ob den Resultaten schockiert. Er sieht ein «ernstzunehmendes islamistisches Radikalisierungspotenzial».

Allerdings sagte der Sozialwissenschaftler Werner Schiffauer in der «Frankfurter Rundschau», die Studie komme auch zum Schluss, «dass demokratiefeindliche Einstellungen etwa gleich verteilt sind bei Muslimen und Deutschen». Er führt die Islamisierung auch auf Ausgrenzung zurück: «Jugendliche Muslime, die in der dritten Generation in Deutschland leben, werden als Ausländer wahrgenommen. Sie fühlen sich als Deutsche und werden trotzdem ausgegrenzt. Dann suchen sie nach Antworten, woher diese Diskriminierung kommt.»