Unterschriften gesucht

10. Januar 2012 16:24; Akt: 10.01.2012 16:24 Print

Cantona «kandidiert» für Präsidentschaft

Eric Cantona, das einstige Enfant terrible des Fussballs, sorgt als angeblicher französischer Präsidentschaftskandidat für Aufsehen. In Wirklichkeit will er etwas anderes.

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Der Franzose sorgt im Januar 2012 als angeblicher französischer Präsidentschaftskandidat für Aufsehen. In Wirklichkeit will er etwas anderes mit seiner Pseudo-Kandidatur bewirken: Der Ex-Fussballer will damit auf die Wohnungsmisere in Frankreich aufmerksam machen. Der ehemalige Tour-de-France Sieger hat beim spanischen Drittligisten FC Coruxo angeheuert. «Fussballer zu sein, war schon immer ein Traum von mir», so der 33-Jährige, der Ende Saison vom Radsport zurücktrat. Dieser Schritt sei eine tolle Herausforderung. Pereiro wird allerdings zunächst fürs zweite Team des Vereins auflaufen. Das französische Ski-Ass gewann zwölf Weltcup-Rennen, dazu je einmal die kleine Kristallkugel in der Abfahrts- und in der Super-G-Wertung. 1997 krönte er seine Karriere mit dem Gesamtweltcup. Nach seiner Ski-Karriere widmete sich Alphand dem Motorsport, nahm an zahlreichen Wüstenrallyes sowie seit 2001 jährlich bei den 24 Stunden von Le Mans teil. 2009 verletzte sich der Franzose bei einer Motorradrallye schwer an der Wirbelsäule, was ihn dazu zwang diese zweite Sportlerkarriere zu beenden. Den Formel-1-Weltmeister von 2007 zogs nach seinem Rauswurf bei Ferrari vor einem Jahr ebenfalls in die Rallye. Kein allzu grosser Sprung also. Der Finne hat Benzin im Blut. Der ehemalige Captain der schwedischen Fussball-Nati und 2005 gekrönte «König der schwedischen Fussballgeschichte» schob seine Zweitkarriere in seine Fussball-Laufbahn ein. In der Winterpause 2008 hatte er keine Lust mehr, dem runden Leder nachzurennen, griff lieber zum Unihockeystock und ging in der höchsten schwedischen Liga auf Torjagd. Bereits als 18-Jähriger hatte Larsson als vielversprechendes Unihockeytalent gegolten. Doch Fussball-Nati-Trainer Lagerbäck hatte keine Freude am Treiben seines Stars und pfiff diesen dann zurück. 2009 endete dann auch Larssons Fussballer-Karriere. Der ehemalige Radprofi hat sieben Mal die Tour de France gewonnen. Nach seinem Rücktritt 2005 lief er 2006 den New York Marathon. 2009 stieg er dann noch einmal in die Pedale, ehe er dieses Jahr erneut zurücktrat. Doch vor Kurzem hat der Amerikaner bereits wieder neue sportliche Pläne verkündet: Er will sich künftig dem Triathlon widmen und irgendwann einmal gar beim Ironman Hawaii teilnehmen. Bereits vor seiner Radkarriere hat Armstrong diesen Sport betrieben. Der Amerikaner war alpiner Skirennfahrer und wurde 2001 in St. Anton gar Weltmeister im Super-G. Insgesamt gewann er zwölf Weltcup-Rennen, neun davon in der Abfahrt. 2006 beendete er als 33-Jähriger seine Karriere und wechselte in den Skicross. In dieser neuen Sportart schaffte Rahlves im Februar dieses Jahres, was ihm im alpinen Skirennsport verwehrt geblieben wahr: Bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver gewann er die Silbermedaille. Nur der Schweizer Mike Schmid war schneller. Wie Daron Rahlves wechselte der Schweizer vom alpinen Skirennsport zum Skicross. Allerdings kann er in beiden Disziplinen nicht die Erfolge des Amerikaners aufweisen. Dennoch hat sich der Wechsel für Hofer gelohnt: Im Skicross fährt er immer wieder Mal in die Top Ten, was ihm im alpinen Skirennsport nie gelang. Die ehemalige Weltranglisten-Erste im Tennis hat sich seit ihrem Karrierenende dem Reitsport verschrieben - allerdings mit weniger Erfolg als erhofft. Bo Jackson war der erste Sportler der in zwei amerikanischen Sportarten zum All-Star gewählt wurde. Er spielte im gleichen Jahr als professioneller Baseballer und American Footballer. Im Baseball spielte er unter anderem für die Kansas City Royals und Chicago White Sox, im Football für die L.A. Raiders. Er wurde 1986 in beiden Sportarten als einer der ersten gedraftet und war später Promoter für Nikes "Bo Knows"-Werbespot für Schuhe. Der Top-Basketballer wollte nach dem Karrierenende den Wunsch seines Vaters erfüllen und Profi-Baseballer werden. Er spielte anderthalb Jahre lang mit mässigem Erfolg bei den Birmingham Barons in einer unterklassigen amerikanischen Liga. Auch versuchte sich der Ex-Basketballer als Golfer. Der ehemalige 100-Meter-Läufer, der nach einem wiederholten positiven Dopingbefund lebenslang gesperrt wurde, versuchte sich im American Football. Nicht besonders erfolgreich jedoch. Der amerikanische Skirennfahrer hat seine Karriere noch nicht beendet, versuchte sich aber dieses Jahr dennoch als Tennisspieler für das US Open zu qualifizieren. Er scheiterte. Der Amerikaner war zuerst Profi-Wrestler, wollte sich dann als Footballer versuchen - diese Karriere endete jedoch, bevor sie begonnen hatte, weil Lesnar sich weigerte, in einem Farmteam zu spielen - und wechselte schliesslich zum MMA. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister schwang sich nach seinem Karrierenende 2006 häufig aufs Motorrad. 2010 gab er dann sein Comeback in der Formel 1. Der ehmalige deutsche Skispringer gewann 2002 die Vierschanzentournee. Auch wurde er mehrfach Weltmeister und holte 1998 und 2002 insgesamt drei Olympia-Medaillen. Nach einem Burnout trat Hannawald 2004 zurück. Seit 2005 bestreitet er regelmässig Autorennen, dieses Jahr hatte der Deutsche im ADAC GT Masters erstmals ein festes Cockpit. Das ehemalige tschechische Tennis-Ass widmete sich nach dem Karrierenende 1994 zunehmends dem Golfsport. Zur grossen Zweitkarriere reichte es aber nicht. Die Zweitkarriere war beim Briten das grössere Ding. Hill begann mit Motorradrennen und wechselte erst später auf vier Räder. Sein grösster Erfolg ist der Formel-1-Weltmeister-Titel von 1996. Der Deutsche steht mit 213 Toren auf Platz 4 der ewigen Bundesliga-Torschützen. Nach dem Karrierenende hängte er eine zweite Laufbahn als Footballspieler an. Der Finne fuhr zwischen 1991 und 2001 in der Formel 1 und wurde zweimal Weltmeister (1998 und 1999). Danach begab er sich für drei Jahre in den Ruhestand, ehe er 2005 in der DTM erneut im Motorsportbereich antrat. 2007 folgte dann der endgültige Rücktritt. Der beste deutsche Hürdensprinter wechselte erst gerade vor Kurzem zum Bobsport. (vorne): Auch der Schweizer Bob-Anschieber hat Leichtathletik-Vergangenheit. (hinten): Auch er wechselte aus der Leichtathletik zum Bob-Sport. Die Schweizer Nationalstürmerin im Eishockey hat zwei Karrieren gleichzeitig, sie war nämlich auch noch Torhüterin der Fussball-Nationalmannschaft. Im Verein ist sie noch in beiden Sportarten aktiv, in der Nati nur noch im Eishockey.

Sportler mit Zweitkarrieren

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Die linksliberale Zeitung «Libération» sorgte mit ihrer Ausgabe vom Dienstag für Gesprächsstoff. Auf ihrer Frontseite zeigte sie ein Foto von Eric Cantona mit Krawatte, daneben die Schlagzeile «Ich brauche 500 Unterschriften». Gerichtet war der Aufruf an die Bürgermeister Frankreichs. Damit erweckte der 45-jährige Ex-Fussballstar den Eindruck, er wolle im Frühjahr für die Präsidentschaft kandidieren. Dafür werden die Unterschriften von 500 «Maires» benötigt.

Cantona schrieb in einem Brief an die Gemeindeoberhäupter dass er mit ihrer Unterstützung seine Botschaft verbreiten wolle. Eine Kandidatur kündigte der Fussballer, der sich seit dem Ende seiner Sportlerkarriere als Schauspieler betätigt, in dem Schreiben nicht ausdrücklich an. Tatsächlich handelt es sich bei genauerer Betrachtung nicht um eine solche, sondern um einen cleveren PR-Stunt – für eine gute Sache allerdings. Mit seiner Pseudo-Kandidatur will Eric Cantona auf die Wohnungsmisere in Frankreich aufmerksam machen.

Im Dienst von Abbé Pierre

Cantona bemühe sich um Unterschriften für eine Petition gegen die Wohnungsnot, teilte die Hilfsorganisation des verstorbenen Armenpriesters Abbé Pierre mit. «Man braucht eine Figur wie Cantona, um der Wohnungsfrage den verdienten Platz im Wahlkampf einzuräumen», sagte Patrick Doutreligne von der Abbé-Pierre-Stiftung der Nachrichtenagentur AFP. «Man kann sich für vieles engagieren», sagte das einstige Enfant terrible des Fussballs der «Libération». Er habe sich für die Wohnungsfrage entschieden, «denn sie betrifft zehn Millionen Menschen».

So viele Franzosen leben laut offiziellen Statistiken in schwierigen bis prekären Wohnverhältnissen. Hauptgrund ist ein akuter Mangel an Sozialwohnungen. «Canto» wie der immer noch sehr populäre einstige Stürmer von Manchester United genannt wird, hatte bereits 2010 für Wirbel gesorgt. Damals rief er seine Landsleute auf, mit einem Schlag alles Geld von ihren Konten abzuheben, um so das Bankensystem zum Einsturz zu bringen. Der Appell zum «Bankrun» verhallte aber weitgehend ungehört.

(pbl)

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