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Unterschriften gesucht
10. Januar 2012 16:24; Akt: 10.01.2012 16:24 Print
Cantona «kandidiert» für Präsidentschaft
Eric Cantona, das einstige Enfant terrible des Fussballs, sorgt als angeblicher französischer Präsidentschaftskandidat für Aufsehen. In Wirklichkeit will er etwas anderes.
Sportler mit Zweitkarrieren
Die linksliberale Zeitung «Libération» sorgte mit ihrer Ausgabe vom Dienstag für Gesprächsstoff. Auf ihrer Frontseite zeigte sie ein Foto von Eric Cantona mit Krawatte, daneben die Schlagzeile «Ich brauche 500 Unterschriften». Gerichtet war der Aufruf an die Bürgermeister Frankreichs. Damit erweckte der 45-jährige Ex-Fussballstar den Eindruck, er wolle im Frühjahr für die Präsidentschaft kandidieren. Dafür werden die Unterschriften von 500 «Maires» benötigt.
Die Frontseite der «Libération» vom Dienstag.
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Sportler in der PolitikWas machen eigentlich die Fussball-Altstars?
Cantona schrieb in einem Brief an die Gemeindeoberhäupter dass er mit ihrer Unterstützung seine Botschaft verbreiten wolle. Eine Kandidatur kündigte der Fussballer, der sich seit dem Ende seiner Sportlerkarriere als Schauspieler betätigt, in dem Schreiben nicht ausdrücklich an. Tatsächlich handelt es sich bei genauerer Betrachtung nicht um eine solche, sondern um einen cleveren PR-Stunt – für eine gute Sache allerdings. Mit seiner Pseudo-Kandidatur will Eric Cantona auf die Wohnungsmisere in Frankreich aufmerksam machen.
Im Dienst von Abbé Pierre
Cantona bemühe sich um Unterschriften für eine Petition gegen die Wohnungsnot, teilte die Hilfsorganisation des verstorbenen Armenpriesters Abbé Pierre mit. «Man braucht eine Figur wie Cantona, um der Wohnungsfrage den verdienten Platz im Wahlkampf einzuräumen», sagte Patrick Doutreligne von der Abbé-Pierre-Stiftung der Nachrichtenagentur AFP. «Man kann sich für vieles engagieren», sagte das einstige Enfant terrible des Fussballs der «Libération». Er habe sich für die Wohnungsfrage entschieden, «denn sie betrifft zehn Millionen Menschen».
So viele Franzosen leben laut offiziellen Statistiken in schwierigen bis prekären Wohnverhältnissen. Hauptgrund ist ein akuter Mangel an Sozialwohnungen. «Canto» wie der immer noch sehr populäre einstige Stürmer von Manchester United genannt wird, hatte bereits 2010 für Wirbel gesorgt. Damals rief er seine Landsleute auf, mit einem Schlag alles Geld von ihren Konten abzuheben, um so das Bankensystem zum Einsturz zu bringen. Der Appell zum «Bankrun» verhallte aber weitgehend ungehört.
(pbl)
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