Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Wahlen in Frankreich
11. Juni 2012 03:00; Akt: 11.06.2012 07:44 Print
Hollande-Koalition holt 46,77 Prozent
Gut einen Monat nach der Wahl von Präsident Hollande feiern die französischen Sozialisten ihren nächsten Sieg: Sie liegen bei der ersten Runde der Parlamentswahlen vor der konservativen Partei UMP.

Hat gut lachen: der Präsident François Hollande in Tulle. (Bild: Keystone/AP)
Nach der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich vom Sonntag sind Präsident François Hollande und seine Verbündeten aus dem linken Lager auf einem guten Weg, sich in der Nationalversammlung die absolute Mehrheit zu sichern.
Französischer Aussenminister Fabius holt Mandat in erster Runde
Bei der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich hat Aussenminister Laurent Fabius auf Anhieb sein Direktmandat geholt. Fabius erhielt am Sonntag 52,8 Prozent der Stimmen in seinem Wahlkreis im nordfranzösischen Seine-Maritime, wie aus den Zahlen des Bürgermeisteramtes von Grand-Quevilly hervorging.
Der sozialistische Premierminister Jean-Marc Ayrault hatte vor der Wahl deutlich gemacht, dass alle Minister aus der Regierung ausscheiden müssen, die ihr Abgeordnetenmandat verfehlen.
Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici muss hingegen in die Stichwahl am nächsten Sonntag. Er erzielte in seinem Wahlkreis im ostfranzösischen Département Doubs 40,81 Prozent der Stimmen und muss nun in der zweiten Runde gegen einen Kandidaten der konservativen UMP und eine Kandidatin des rechtsextremen Front National antreten. (sda)
Marine Le Pen schafft Einzug in Stichwahl in Frankreich
Die Rechtsnationale Marine Le Pen hat bei der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich die meisten Stimmen in ihrem Wahlbezirk im nordfranzösischen Hénin-Beaumont erhalten.
Die 43-jährige Parteichefin des Front National erzielte 42,36 Prozent und übertraf damit noch deutlich ihr Ergebnis aus der ersten Runde der Präsidentschaftswahl. Sie tritt in der Stichwahl am nächsten Sonntag gegen den sozialistischen Kandidaten Philippe Kemel an, der auf 23,5 Prozent kam.
Dagegen scheiterte der Kandidat der Linksfront, Jean-Luc Mélenchon, der in Hénin-Beaumont angetreten war, um Le Pen zu stoppen. Er schied im ersten Wahlgang mit 21,48 Prozent aus.
Mélenchon, der als Präsidentschaftskandidat mit rund elf Prozent überraschend stark abgeschnitten hatte, räumte seine Niederlage ein. Auf seine Linksfront sind die Sozialisten im Parlament möglicherweise angewiesen, um die absolute Mehrheit zu erreichen. (sda)
Laut dem vom französischen Innenministerium veröffentlichten amtlichen Endergebnis kamen die linken Parteien gemeinsam auf 46,77 Prozent der Stimmen. Die konservative UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und ihre Verbündeten rutschten auf 34,07 Prozent ab. Die rechtsextreme Front National erzielte 13,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 57 Prozent.
Absolute Mehrheit liegt in Reichweite
Jüngsten Hochrechnungen der Meinungsforschungsinstitute zufolge kommen die Sozialisten und ihre verbündeten Parteien auf 283 bis 329 Sitze in der Nationalversammlung. Die absolute Mehrheit liegt bei 289 Sitzen.
Das konservative Lager kommt demnach auf 210 bis 263 Sitze. Die Abgeordneten der Rechtsextremen und der Zentrumspartei erhalten den Instituten zufolge jeweils null bis drei Sitze.
Die endgültige Zusammensetzung der neuen Nationalversammlung mit ihren 577 Abgeordneten steht erst nach der zweiten Runde am kommenden Sonntag fest. Bei ihr wird in den Wahlkreisen noch einmal gewählt, in denen keiner der Kandidaten am Sonntag die absolute Mehrheit schaffte.
Tiefe Wahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung war mit rund 60 Prozent etwas geringer als noch 2007. Das geringe Interesse wirkt sich auch auf das voraussichtliche Verhältnis der Sitze nach der entscheidenden zweiten Runde aus.
Um in den zweiten Urnengang zu gelangen, muss eine Partei mindestens 12,5 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten erlangen. Je weniger Franzosen insgesamt wählen, desto mehr Stimmen benötigen kleine Parteien, um diese Hürde zu überspringen.
Die Sozialisten können mit ihrer voraussichtlichen Mehrheit in der Nationalversammlung Hollandes linkes Programm ohne Abstriche durchsetzen. Zwar hat der französische Präsident weitreichende Befugnisse um Gesetze zu erlassen. Aber für einige Gesetze, die die Verfassung berühren, benötigt Hollande eine Mehrheit in der Nationalversammlung. Dazu gehört beispielsweise das kommunale Wahlrecht von Nicht-Europäern, das Hollande einführen will.
Stärkere Position innerhalb Europas
Auch in Europa könnte Hollandes politisches Gewicht mit einer stärkeren Pariser Hausmacht noch zunehmen. Der Sozialist hatte sich entschieden vom Kurs seines konservativen Vorgängers Sarkozy losgesagt. Statt einer rigiden Sparpolitik fordert er öffentliche Investitionen und Schutzgesetze für den europäischen Markt, um die europäische Finanzkrise zu meistern.
Für die konservative UMP wird sich bei diesem Votum möglicherweise auch eine Vorentscheidung über den künftigen Parteivorsitzenden ergeben.
Nach der Niederlage von Ex-Präsident Sarkozy gelten der aktuelle Parteivorsitzende Jean-Francois Copé, der frühere Premierminister François Fillon und der frühere Aussenminister Alain Juppé als Bewerber für das wichtige Amt. Ihr endgültiges Wahlergebnis wird sicherlich für die Personalentscheidung ausschlaggebend sein.
Piratenpartei erstmals dabei
Zum ersten Mal trat in Frankreich auch die Piratenpartei mit rund 100 Kandidaten zu einer Wahl an. Sie ist in Umfragen allerdings weit von den deutschen Erfolgen entfernt und kam auf weit weniger als ein Prozent der Stimmen. Die Polit-Einsteiger werden damit am zweiten Wahlgang am 17. Juni nicht mehr teilnehmen.
(sda/dapd)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt



















ich finds gut hat er gewonnen
denn nun ist die EU bald Geschichte.
stimmt.
Das hat was... jedenfalls ist Frankreich bald Geschichte.