May bleibt Premierministerin

09. Juni 2017 15:53; Akt: 09.06.2017 15:53 Print

«Jetzt lasst uns an die Arbeit gehen»

Die britische Premierministerin tritt nicht zurück. Sie kündigt nach der Wahlschlappe eine Zusammenarbeit mit der nordirischen Partei DUP an.

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Theresa May kündigt eine Regierung zusammen mit der wichtigsten protestantisch-unionistischen Partei Nordirlands an, der Democratic Unionist Party (DUP): die Premierministerin (r.) mit der DUP-Chefin Arlene Foster. (Archiv) Ihr Politpoker wurde zum Pyrrhussieg – die Konservativen gewinnen zwar die von May selbst vorgezogenen Wahlen, aber verlieren ihre absolute Mehrheit im House of Commons: Die Premierministerin spricht nach ihrem persönlichen Wahlsieg in Maidenhead. (9. Juni 2017) Ruft die Premierministerin Theresa May zum Rücktritt auf: Oppositionsführer Jeremy Corbyn. (9. Juni 2017) Die schottischen Nationalisten haben bei den Wahlen viele Sitze verloren – unter anderem wegen des Wahlversprechens eines zweiten Unabhängigkeitsreferendums, gesteht SNP-Chefin Nicola Sturgeon ein. Dazu sollte gesagt werden, dass die Partei die Sitze im Jahr 2015 auch auf überraschend glückliche Art und Weise gewann: Die schottische Regierungschefin Sturgeon bei einer Pressekonferenz im Bute House in Edinburgh. (9. Juni 2017) Die rechtspopulistische Ukip-Partei konnte ihren einzigen früheren Sitz nicht wiedergewinnen – als Konsequenz trat Parteichef Paul Nuttall zurück: Nuttall bei der Veröffentlichung des Parteiprogramms in London. (25. Mai 2017) Der ehemalige UKIP-Chef Nigel Farage kündigte eine mögliche Rückkehr in die Politik an. Sollte eine neue Regierung versuchen, den Brexit zu verwässern, habe er keine andere Wahl, sagte Farage dem Nachrichtensender BBC News: Ein Archivbild von Farage. (Archiv) «Strong and stable leadership», war ihr Wahlslogan – jetzt stehen die Konservativen ohne Mehrheit da: Premierministerin Theresa May. (9. Juni 2017) Mit welcher Regierung wird Grossbritannien aufwachen? London by night. (8. Juni 2017) Verluste müsste die Schottische Nationalpartei hinnehmen, die von 54 auf 34 Sitze abstürzt – wenn denn der Exit Poll stimmt: Die Stimmenauszählung in Glasgow in Schottland. Die Konservativen kommen Nachwahlbefragungen zufolge auf 314 der 650 Unterhaussitze, die oppositionelle Labour-Partei gewann demnach 32 Sitze hinzu und käme auf 266 Sitze: Das grosse Auszählen im Schifffahrtsmuseum in Belfast in Nordirland. (8. Juni 2017) «Die Labour-Partei hat das Gesicht der britischen Politik verändert»: Chef der Arbeiter-Partei, Jeremy Corbyn. (8. Juni 2017) Eine Mitarbeiterin der Wahlbehörde bereitet die Zählung der Wahlzettel in Maidenhead vor, der Wahlkreis von Premierministerin Theresa May. 650 Sitze im Unterhaus sind zu vergeben: Zwei Wahl-Mitarbeiter warten auf Wähler in einem Wahllokal, das in einer Wäscherei in Headington bei Oxford eingerichtet wurde. (8. Juni 2017) Etwa 46 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, ein neues Parlament zu bestimmen: Polizisten gehen in ein Wahllokal in London. In England, Schottland, Wales und Nordirland wurden mehr als 40'000 Wahllokale eröffnet: Der Präsident des Vereins der Freunde der Blatchington Windmill bringt ein Plakat an, das die Windmühle als ein Wahllokal ausweist. Ihre konservative Partei lag zuletzt in einigen Umfragen nur noch mit Prozentzahlen im einstelligen Bereich vor der oppositionellen Labour-Partei: Premierministerin Theresa May geht zur Wahl in Maidenhead. Jeremy Corbin, der Vorsitzende der Labour-Partei, konnte vor allem junge Wähler für sich gewinnen: Anhänger mit Corbyn-Masken in Union Chapel in Islington. (7. Juni 2017)

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Die britische Premierministerin Theresa May hat sich bei ihren Bemühungen um eine stärkere Regierungsmehrheit für die Brexit-Verhandlungen gänzlich verpokert. Ihre konservativen Tories verloren bei den vorgezogenen Unterhauswahlen am Donnerstag auf spektakuläre Weise ihre absolute Mehrheit, blieben aber stärkste Kraft. Wer künftig in der Downing Street regieren wird, ist fraglich. May beanspruchte die Regierungsbildung trotz allem für sich.

Nach einem kurzen Treffen mit Königin Elizabeth II. bestätigte sie vor ihrem Amtssitz in der Londoner Downing Street, dass sie weiterhin plane, Premierministerin ihres Landes zu bleiben. Mays Erklärung vor den Medien fiel äusserst knapp aus. «Jetzt lasst uns an die Arbeit gehen», sagte sie zum Schluss und verschwand hinter der Tür von Downing Street 10.

Brexit und Sicherheit als zentrale Themen

Mit der erhofften Unterstützung der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) wolle sie die künftige britische Regierung bilden, die Grossbritannien durch die Verhandlungen über einen Austritt aus der Europäischen Union führen werde, sagte sie. May will sich an den Zeitplan für den Brexit halten. «Die Gespräche beginnen in 10 Tagen», so May.

Als zweiten zentralen Punkt nennt May die Sicherheit. Sie werde die Änderungen umsetzen, die sie nach den Anschlägen von Manchester und London angekündigt hatte.

Schwieriges Unterfangen

Die Tories hatten bei der Parlamentswahl ihre absolute Mehrheit verloren: Sie kamen nach Auszählung fast aller Wahlkreise auf nur 318 Sitze, zwölf weniger als bisher.

Britischen Medienberichten zufolge strebt May eine von der DUP geduldete Minderheitsregierung an. Dies gilt nicht zuletzt wegen der anstehenden Verhandlungen über den EU-Austritt Grossbritanniens als äusserst schwierig.

(rub/mch/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andre Schmid am 09.06.2017 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Theres May

    Richtig... England ist nicht Schweiz... in der Schweiz wird Verfassungsbruch getrieben,, Den Brexit wird durchgeführt ... BRAVO

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  • Patrick am 09.06.2017 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Poker

    May hatte gepokert und hat verloren, im allgemeinen finde ich, dass diese ganze Wahl verschwendete Zeite war zum Leidwesen der Berxit-Verhandlung

  • Rboerto am 09.06.2017 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Eine ganz wichtige Arbeit frau May

    Eine Arbeit die sich für ewig lohnen wird für die Briten! Der Ausstieg aus einem Europäischen Grossreich, das zentralistisch und diktatorisch hauptsächlich von den Deutschen dominiert wird, wollen viele Bürger aus unterschiedlichen Ländern nicht nur in Grossbritannien nicht!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roman am 10.06.2017 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wahlen respektieren

    TM wollte die volle Unterstützung des Volks, das Volk hat ihr aber ne knallharte Absage erteilt. Sie sollte ihrem Land und ihrer Partei nicht noch sehr lange schaden.

    • Chlapf Anchopf am 10.06.2017 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roman

      Wo ist denn die Absage? Noch ist sie PM und Mitglied der stärksten Partei. Massiv verloren hat die SNP. Der Jeremy ist ein Witz der wegen ein paar versnobten Londonern und Migranten mit britischem Pass dazu gewonnen hat. Sind die stärkste Kraft geworden, NEIN.

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  • Daniel Düsentrieb am 10.06.2017 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Breaking news

    Ich warte schon auf die Meldung, die Russen hätten die Wahl manipuliert.

    • ursus am 10.06.2017 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel Düsentrieb

      Das wird sicher noch kommen , aber das werden die Gegner von May behaupten .

    • Snooker am 10.06.2017 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel Düsentrieb

      genau.

    • threesizzo am 10.06.2017 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ursus

      einfach mal was behaupten. es ist so einfach.

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  • Mucki am 09.06.2017 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Downing Street

    hat für viele heute wohl eine neue spezielle Bedeutung, was GB angeht

  • Rboerto am 09.06.2017 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Eine ganz wichtige Arbeit frau May

    Eine Arbeit die sich für ewig lohnen wird für die Briten! Der Ausstieg aus einem Europäischen Grossreich, das zentralistisch und diktatorisch hauptsächlich von den Deutschen dominiert wird, wollen viele Bürger aus unterschiedlichen Ländern nicht nur in Grossbritannien nicht!

    • EUropäer am 09.06.2017 17:12 Report Diesen Beitrag melden

      Butter bei die Fische

      So, dann nennen sie doch einmal ein paar der Exoten. Die Schweizer.. und weiter?

    • Kein EUropäer am 09.06.2017 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @EUropäer

      Tja, wenn sich die EU und mit ihr die Elite in Brüssel nicht weiterentwickelt, wird sich wohl der eine oder andere den Austritt überlegen, z.B. Ungarn, Griechenland....

    • Werni am 09.06.2017 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kein EUropäer, schlechte Beispiele

      Die beiden ganz sicher nicht.

    • Benny am 09.06.2017 19:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Robert

      danke für diesen klischeehaften Kommentar. Ist etwa so wahr wie der Mythos, dass die Briten Humor haben

    • BoomXfactor am 10.06.2017 03:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Benny

      Was soll da Klischeehaft sein, Roberto hat die moderne Diktatur eben nur beim Namen genannt!!

    • ugn am 10.06.2017 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werni

      Auf jedenfall würde es Griechenland viel besser gehen währen sie nie in der EU gewesen .

    • EUropäer am 10.06.2017 10:36 Report Diesen Beitrag melden

      Arm im Wohlstand

      Wenn ich dieses Diktatur-Geschreibsel mitbekomme, frage ich mich, ob so manche Menschen denn auch nur die leiseste Vorstellung davon haben, was eine Diktatur ist. Verwöhnte Wohlstandskinder rufen "Mamis Diktatur!", während anderswo auf der Welt Menschen gefoltert und ermordet werden - in echten Diktaturen. Denkt mal drüber nach.

    • Kartoschka am 10.06.2017 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @BoomXfactor

      Diktatur sicher nicht. Denken Sie an die gewählten Räte, Abgeordneten und Petitionen die auch vom EU Volk ausgehen können. Reformbedürftig aufjedenfall. Aber zusammenhalten muss Europa! Wenn gerade jetzt jedes Land "me first" schreit, haben andere Wirtschaftsmächte leichtes Spiel uns auszubeuten.

    • Snooker am 10.06.2017 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @BoomXfactor

      genau deiner Meinung.

    • threesizzo am 10.06.2017 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @EUropäer

      nein, denn sie wissen nicht, was sie schreiben.

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  • Gott vergibt, Django nie am 09.06.2017 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht unterschätzen

    Ich wette sie wird es schaffen. Unterschätzt niemals die Briten. Das waren die eingewanderten Briten die gegen May waren. Ein echter Brite ist gegen die EU und die Kuschelpolitik on Labour.

    • Realität am 09.06.2017 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gott vergibt, Django nie

      Die Briten wurden im Westen während fast 60 Jahren immer überschätzt. Eigentlich ist es leider ein brutales, aber eher schwaches Volk.

    • EUropäer am 09.06.2017 18:00 Report Diesen Beitrag melden

      Fantasien

      "Ein echter Brite, "Ein echter Schweizer, "Ein echter Deutscher" - alles Fantasie. Wir Europäer sind schon immer eine Mischung aus allen möglichen Völkern gewesen. Wer sollte das besser wissen, als der Einwohner eines Landes mit vier Landessprachen?

    • Peter am 09.06.2017 19:38 Report Diesen Beitrag melden

      Ein echter Brite

      ist nicht für oder gegen die EU oder Kuschelpolitik von Labour. Er nimmt alles mit Humor.

    • BoomXfactor am 10.06.2017 03:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @EUropäer

      Das gehört zu jedem Land, wie das Amen in der Kirche!!

    • BoomXfactor am 10.06.2017 03:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Bei diesen vielen Unschuldigen Opfern von Wahnsinnigen würde ich das Wort Humor nicht mehr in den Mund nehmen!

    • Ritz am 10.06.2017 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gott vergibt, Django nie

      Dass GB aus der EU raus ist, glaub ich erst, wenns Tatsache geworden ist. Die Linken werden das Ding vielleicht noch drehen, wie die MEI bei uns.

    • Helvetier am 10.06.2017 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @EUropäer

      Einwohner eines Landes in welchem man vier Sprachen spricht?Das sehen Nachkommen der Gründer dieses Landes garantiert nicht so romantisch.

    • EUropäer am 10.06.2017 13:12 Report Diesen Beitrag melden

      @Helvetier

      Mit kindlicher Naivität habe ich als junger Mensch die Schweiz immer dafür bewundert, dass dieses Völker- und Sprachengemisch offensichtlich so gut funktionierte. Mein heutiges Bild von der Schweiz zeigt mir viel Verbitterung und Hang zur Abschottung. Ausgerechnet mein bewundertes Vielvölkergemisch spricht von Urschweizern und "den anderen". Was bitte ist per Defintion ein Urschweizer? Denn nicht einmal die Geburt in diesem Land macht einen offenbar dazu.

    • Dirk am 10.06.2017 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @EUropäer, genauso ist es

      Dabei sind die Schweizer genau wie nahezu alle Europäer ein Produkt der Völkerwanderung, also ein Volk mit Migrationshintergund. Sogar der Wilhelm Tell ist importiert.

    • Snooker am 10.06.2017 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @BoomXfactor

      genau deiner Meinung.

    • threesizzo am 10.06.2017 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gott vergibt, Django nie

      woher willst DU wissen, wer von den briten dafür oder dagegen gestimmt hat! und was "echte" briten wollen und was nicht.

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