28. August 2006 07:02; Akt: 28.08.2006 10:15 Print

Langstreckenraketen gegen Terroristen

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld will weiterhin mit Langstreckenraketen, die für Atomangriffe gedacht sind, Jagd auf Terroristen machen. In Russland stossen Rumsfelds Pläne nicht auf Begeisterung.

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Für die Anti-Terror-Einsätze soll den von U-Booten abgefeuerten Raketen die Atomsprengköpfe entfernt werden, stattdessen sollen sie konventionelle Sprengköpfe erhalten. Bei einem Treffen mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Iwanow am Sonntag in Fairbanks in Alaska forderte Rumsfeld Moskau auf, sich dem Plan anzuschliessen, gegen den sich aber in Russland und in Teilen des US-Kongresses Widerstand regt.

Kritiker warnen, der Abschuss einer konventionell bewaffneten Trident-Rakete von einem U-Boot aus könnte irrtümlich für einen Atomangriff gehalten werden und die Gefahr eines Gegenschlags heraufbeschwören.

Rumsfeld erklärte, er halte von diesem Argument wenig. Die USA würden Russland über eine Umwandlung von Atomraketen «in völliger Transparenz» informieren, so dass es keinen Raum für Missverständnisse gebe. Ausserdem würde «jeder in der Welt» 30 Minuten nach einem Einschlag wissen, dass die Rakete keinen Atomsprengkopf getragen habe. Iwanow dagegen erneuerte die Bedenken seiner Regierung gegen die US-Pläne.

(dapd)