Waffendeal

15. Juni 2017 05:34; Akt: 15.06.2017 12:04 Print

Katar kauft US-Kampfjets für zwölf Milliarden Dollar

Erst noch warf der US-Präsident Katar vor, Terrororganisationen zu unterstützen. Dennoch werden die USA 36 Kampfflugzeuge ins Golfemirat exportieren.

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Kuwait versucht, in der Katar-Krise zu vermitteln: Der katarische Aussenminister Mohammed bin Abdulrahman al-Thani (l.) mit seinem kuwaitischen Amtskollegen Sheich Sabah al-Khalid al-Sabah in Kuwait. (3. Juli 2017) Die Bevölkerung in Katar bleibt ruhig: Eine Frau vor der Skyline von Doha. (Archivbild) Die britischen Banken Lloyds, RBS und Tesco stoppten den Handel mit der katarischen Landeswährung Rial: Die Skyline des City of London. (Symbolbild) EPA/HANNAH MCKAY Ungeachtet der schweren diplomatischen Krise am Golf haben die USA den Verkauf von Kampfjets vom Typ F-15 an Katar besiegelt. Das Golfemirat Katar zahlt dafür insgesamt 12 Milliarden US-Dollar: F-15 der US-Luftwaffe. (Archivbild) Ruft vier Länder dazu auf, die Blockade Katars zu lösen: US-Aussenminister Rex Tillerson bei einer Rede zur Katar-Krise in Washington. (9. Juni 2017) Gross angelegter Angriff: Eine gekaperte Saudi-Seite zeigte Nachrichten auf Farsi sowie den Slogan «Von iranischen Hackern gehackt». Donald Trump hat sich im Streit mehrerer arabischer Länder mit dem Golf-Emirat überraschend um eine Einigung bemüht. In einem Telefonat mit dem saudi-arabischen König Salman betonte Trump die Notwendigkeit der Einheit der Golfstaaten. Wenige Stunden zuvor hatte Trump den Boykott Katars noch gelobt: US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus. (31. Mai 2017) Katar führe einen effektiven Kampf gegen Terrorgruppen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (links) mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani. (Archivbild) Katar müsse sich wie «ein normales Land» verhalten, sagt der saudiarabische Aussenminister Adel al-Dschubeir in Paris. (6. Juni 2017) Dem Emirat Katar wird vorgeworfen, Terror-Organisationen zu unterstützen: Blick auf Doha. Nachbarstaaten stoppen deshalb den Flugverkehr: Qatar Airways muss die Nachbarländer umfliegen, was auch in Richtung Europa zu längeren Flugzeiten führt. (5. Juni 2017) Etihad Airways oder auch Emirates haben ihre Flüge nach Katar gestrichen. Qatar Airways hat reagiert und fliegt auch nicht mehr in die Nachbarländer. Von der Isolation Katars könnten nun vor allem die Direkt-Konkurrenten Etihad und Emirates profitieren. Katar - umgeben unter anderem von Saudiarabien, Bahrain und den Vereinigen Arabischen Emiraten. Die Isolation führte zu einem Ansturm auf Lebensmittel: Schlange stehende Menschen in einem Supermarkt in Doha. (5. Juni 2017) Die Nachbarn gehen auf Distanz: Der Emir von Katar, Scheich Hamad Al Thani, beim Gipfeltreffen der Golfstaaten in Bahrain. (6. Dezember 2016) Unter anderem hat Saudiarabien die diplomatischen Beziehungen zu Katar beendet: Der saudische König Salman bin Abdulaziz al-Saud. (21. Mai 2017) Aus Australien hat sich US-Aussenminister Rex Tillerson zu Wort gemeldet – er bittet die Beteiligten, vereint zu bleiben.

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Ungeachtet der schweren diplomatischen Krise am Golf haben die USA den Verkauf von Kampfjets vom Typ F-15 an Katar besiegelt. Verteidigungsminister James Mattis unterzeichnete am Mittwoch eine entsprechende Vereinbarung mit dem katarischen Kollegen Khalid al-Attiyah.

Das Golfemirat Katar zahlt dafür insgesamt 12 Milliarden US-Dollar. Hersteller Boeing lehnte eine Stellungnahme ab. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge handelt es sich um insgesamt 36 Maschinen.

Der Verkauf der Kampfjets war bereits seit längerem vorbereitet worden. Das Aussenministerium in Washington gab im vergangenen November dafür grünes Licht. Der Vollzug des Geschäfts kommt nun aber zu einem Zeitpunkt, an dem sich die diplomatischen Spannungen zwischen Katar und anderen arabischen Staaten dramatisch verschärfen.

Verkauf trotz Terrorgefahr

Saudiarabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Staaten hatten Anfang Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Damit ist das Golfemirat isoliert.

Die arabischen Staaten beschuldigen Katar, Terrororganisationen wie dem sunnitischen Islamischen Staat (IS) zu helfen. Auch US-Präsident Donald Trump warf Katar noch am Freitag vor, den Terrorismus zu unterstützen.

Routinebesuch mit Schiffen

Nebst der militärischen Unterstützung ist für heute der Besuch zweier US-Kriegsschiffe in Katars Hauptstadt Doha geplant. Dabei handle es sich um einen Routinebesuch, sagte ein Sprecher der 5. US-Flotte der Nachrichtenagentur AP. Die staatliche Nachrichtenagentur Katars beschrieb die Präsenz der Schiffe unterdessen als Teil einer «gemeinsamen Übung» mit der katarischen Marine.

Die Krise zwischen Katar und seinen arabischen Nachbarländern hat die USA in eine schwierige Lage gebracht. US-Verteidigungsminister James Mattis sagte, Katar bewege sich «in die richtige Richtung». Aussenminister Rex Tillerson forderte alle Golfstaaten auf, vereint zu bleiben. Trump hingegen kritisierte wiederholt, Katar finanziere Terrorismus «auf sehr hoher Ebene».

Die USA unterhalten in Katar einen grossen Stützpunkt mit 10'000 Soldaten. Auf die Frage von Senatorin Elizabeth Warren, ob der diplomatische Streit US-Militäroperationen beeinträchtige, sagte Generalstabschef Joseph Dunford, dies sei nicht der Fall.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martini B. am 15.06.2017 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach soo?!?

    Also das heisst Amerika ist auch ein Terror unterstützendes Land! Wer verkauft sonst Kampfjets an ein Land das angeblich den Terror unterstützt?? Die stecken alle unter einer Decke.

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  • Der Irre mit dem Smartphone am 15.06.2017 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demaskiert

    Wenn man einem Staat vorwirft Terror zu unterstützen, zu was wird man, wenn man diesem Staat Waffen verkauft?

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  • Apop85 am 15.06.2017 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kasperlitheater

    Hat die USA doch schlau gemacht. Hetzt zwei Nachbarn gegeneinander auf und verkauft Waffen an beide Seiten... wobei die Saudis jedoch klar die Führung übernehmen was den Export und die Finanzierung von Terroristen angeht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus am 15.06.2017 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ami Moral

    Gestern beschuldigte ich dich noch, unschuldige Menschen zu töten, heute liefere ich dir das Material dazu. Solange ich daran etwas verdiene geht das ok.

  • Thomas Bühler am 15.06.2017 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Diese bösen Amis !

    F-15 ? Sind die Dinger nicht uralt ? Oder sind es die überarbeiteten "Silent Eagle" ? Bitte etwas genauer recherchieren ! Wie dem auch sei, ich finde das gut. Es ist nicht so, dass Katar keine Flieger kaufen würde, wenn die Amis keine liefern würden. Nur wir naiven Schweizerlis glauben so was und staunen, dass unsere Wirtschaft nicht in Schwung kommt und tausende von Stellen verlagert werden.

  • Mike am 15.06.2017 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    So lief es etwa ab !

    Trump sagt: Katar sehr böse Menschen, sehr böse ! Berater: Mr. President wir verkaufen Waffen für 12 Milliarden nach Katar ! Trump: Katar gute Menschen, sehr gute Menschen !

  • k.t. am 15.06.2017 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    Was lernen wir draus: Wer in USA Waffen kauft braucht sich bei eignen dunklen Geschöften keine Sorgen zu machen. Doppelmoral zum Übergeben

  • Damian am 15.06.2017 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Regieren

    Auf dieser Welt regieren nur diese Dinge: Gier, Macht und Liebe. Und die Liebe wird eines Tages siegen, aber bis dann geht's weiter den Bach runter mit dieser eigentlich schönen Welt

    • ursli am 15.06.2017 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Damian

      und wer geld hat, hat alles... so istves und wird immer so bleiben, geht nur ums geld, alles!

    • toyboy am 15.06.2017 18:07 Report Diesen Beitrag melden

      @ursli

      Eben nicht. Liebe ist nicht mit Geld zu kaufen. Darum wird sie siegen. Wenn Geld seinen Wert verloren hat, wird die Liebe ihren Wert unveränderrt beibehalten. Nur die Menschen werden sie wieder zu schätzen wissen. Im Gegensatz zu heute, wo Liebe wie Ware gehandhabt wird...

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