400 Soldaten abgezogen

20. November 2012 08:54; Akt: 20.11.2012 11:51 Print

Frankreich beendet Einsatz in Afghanistan

Die letzten 400 Soldaten der französischen Kampftruppen haben heute Afghanistan verlassen. Damit ist der Kampfeinsatz offiziell beendet. Der Abzug der restlichen Soldaten folgt nächstes Jahr.

Bildstrecke im Grossformat » test
Soldaten der afghanischen Nordallianz kehren von einem Gefecht gegen die Taliban zurück. In der Nähe der Ortschaft Dscharatoi im Norden des Landes. Osama bin Laden (l.) sitzt neben seinem Berater, dem Ägypter Aiman al-Sawahri. Die beiden werden von einem Journalisten der Zeitung «Dawn» interviewt. In der Nähe von Kabul betrachten afghanische Zivilisten einen getöteten Taliban. Bewohner von Kabul gehen den Kämpfern der Nordallianz entgegen. Ausländische Talibankämpfer lesen in einem Militärgefängnis in Kabul den Koran. Afghanische Flüchtlingskinder haben in der ehemaligen sowjetischen Botschaft in Kabul Unterschlupf gefunden. i>27. November 2001 Ein Afghane betritt einen Tresor mit wertlosen Banknoten im Keller der Nationalbank in Kabul. Soldaten der US Marine schützen ihr Lager im Süden des Landes mit Sandsäcken. Ein Mädchen liest von einer Wandtafel einer privat organisierten Schule. 2. Dezember 2001 Die junge Hazara-Frau und ihr Kind leben in einer Höhle In Bamiyan. Afghanische Taliban-Gegner schauen zu, wie die USA Bomben auf das Tora-Bora-Gebirge wirft. Ein Junge klettert auf einen Haufen russischer Militärhelme - im Panischir-Tal, 100 km nördlich von Kabul. Verkehrspolizisten stehen vor dem zertörten Königspalast. Ganz in der Nähe wird der Grundstein für das neue Parlamentsgebäude gelegt. Afghanische Soldaten schauen sich die Felslöcher im Bamiantal an, wo einst die berühmten Buddha-Statuen standen. Die Taliban haben sie weggesprengt. Die Frauen müssen sich in die landestypischen Kleidungsstücke hüllen. Einwohner Kabuls auf einem Hügel ausserhalb der Hauptstadt. Kinder vergnügen sich auf den Springtürmen des zerstörten Schwimmbads in Kabul. Ein kanadischer Soldat schüttelt einem kleinen Jungen die Hand. US-Präsident George W. Busch und der afghanische Präsident Hamid Karzai bei einem Treffen in Camp David, USA. Dieser verwundete kanadische Soldat kann sich gerade noch in Sicherheit bringen, bevor seine Position von einer Granate getroffen wird. Der afghanische Soldat auf Patrouille hat sich eine Blume hinters Ohr gesteckt. US-Soldaten sind unter Beschuss der Taliban. Arbeiten dürfen sie nicht. Als Wittwen sind die Frauen auf Almosen angewiesen. Taliban-Kämpfer irgendwo in den Bergen Afghanistans. Bauern ernten Mohn in der Provinz Farah. Dass nicht alle damit einverstanden sind, wenn Mädchen zur Schule gehen, musste dieses Kind am eigenen Leib erfahren. Es wurde in der Primarschule von Qazaaq im Nordosten des Landes vergiftet. Jetzt ist es im Spital. Der Präsidentschaftskandidat Abdullah Abdullah gibt eine Pressekonferenz. Der aussichtsreiche Oppositionskandidat verzichtete wegen der schweren Manipulationen schliesslich auf die Stichwahl gegen Amtsinhaber Hamid Karzai. Hamid Karzai erscheint im Helikopter zu einer Wahlveranstaltung in Gardez im Westen des Landes. Ein Lager der US-Truppen im Pesch-Tal wird von Taliban angegriffen. Ein US-Soldat ruht sich während einer Nachtmission aus. Ein Polizist untersucht den Tatort eines Anschlags der Taliban in Kabul. Schreiend verteidigt ein US-Soldat einen Vater mit seinem Kind gegen die Taliban. Soldaten bringen eine Verletzte nach einem Terroranschlag in Kabul in Sicherheit. US-Soldaten gedenken ihrer gefallenen Kameraden in der südafghanischen Provinz Zabul. Auf dem Naionalfriedhof Arlington in Virginia, USA sucht eine Mutter Trost in den Armen eines Kameraden ihres gefallenen Sohnes. Fussballspieler versammeln sich zum Training vor dem zerstörten Darul-Aman-Palast in Kabul. Soldaten helfen ihrem Kameraden, der mit seinem Jeep auf eine selbst gebastelte Mine gefahren ist. Soldaten bergen einen verletzten Kameraden in der südafghanischen Helmand-Provinz. Ein Arbeiter reinigt ein Porträt von Ahmad Schah Massuoud. Der ehemalige Mudschaheddin-Kämpfer war ein Anführer des Widerstands gegen die Taliban. Er starb am 9. September 2001. Ein US-Militärlager in der südafghanischen Helmand-Provinz. US-Soldaten haben einen Afghanen verhaftet. Wandzeichnungen in einem verlassenen Taliban-Lager. Ein Afghane wischt seinem verletzten Kind eine Träne aus dem Gesicht.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach elf Jahren hat Frankreich am Dienstag seinen Kampfeinsatz in Afghanistan offiziell beendet. Die letzten 400 Soldaten der Kampftruppen begannen am Morgen mit dem Abzug aus ihrem Feldlager in der Provinz Kapisa.

Bereits im Juli hatten die Franzosen offiziell die Sicherheitsverantwortung für die nordöstlich der Hauptstadt Kabul gelegene Provinz an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben. Durch Kapisa verlaufen strategisch wichtige Verbindungsstrassen von Kabul nach Pakistan.

Die Lage in der Provinz hat sich nach offiziellen Angaben stabilisiert, doch gibt es weiter Angriffe. Zwei der sechs Bezirke sollen teilweise von Aufständischen kontrolliert werden.

Nach Angaben des französischen Kommandanten in Kapisa, General Eric Hautecloque-Raysz, sollen fortan 4700 afghanische Polizisten und Soldaten unterstützt von 250 US-Soldaten in der Provinz für Sicherheit sorgen. Da die Rebellen zehn Mal weniger Kräfte hätten, sei er optimistisch.

Insgesamt 88 französische Soldaten getötet

In Kapisa waren seit Beginn der Stationierung französischer Kräfte im Jahr 2008 insgesamt 60 französische Soldaten getötet worden. Die französische Armee, die nach den USA, Grossbritannien, Deutschland und Italien die meisten Truppen für die internationale Afghanistantruppe ISAF beisteuerte, verlor seit Beginn des Einsatzes Ende 2001 insgesamt 88 Soldaten.

Auch nach dem Abzug der Kampftruppen sollen nach Januar 2013 noch 1500 französische Soldaten in Afghanistan bleiben. Zwei Drittel davon sollen bis zum Sommer den Abzug Frankreichs abwickeln. Danach bleiben noch rund 500 französische Einsatzkräfte für eine nicht näher genannte Zeit zur Ausbildung afghanischer Einheiten in Kabul stationiert.

Hollande zog Abzugstermin um ein Jahr vor

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hatte im Januar nach einer Reihe tödlicher Angriffe auf französische Soldaten den Abzug der Kampftruppen auf Ende 2013 vorverlegt. Sein Nachfolger François Hollande zog den Termin dann noch einmal um ein Jahr vor. Allgemein soll der ISAF-Einsatz Ende 2014 enden.

(sda)