«Unmöglich, über Internationales zu sprechen»

11. August 2017 18:36; Akt: 11.08.2017 18:36 Print

Was Europas Diplomaten über Donald Trump denken

Wie sehen europäische Diplomaten den US-Präsidenten? Sechs aus der verschwiegenen Gilde sind für einmal ganz offen.

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«Bei ihm ist alles ‹grossartig›, ‹sehr, sehr grossartig›, ‹fantastisch›.» «Es ist unmöglich, mit ihm über ernste internationale Themen wie etwa Libyen zu sprechen, und man fragt sich, mit wem man darüber in Trumps Administration reden könnte.» «Er hat keinerlei historisches Wissen. Er beschäftigt sich allein mit den Themen des Jetzt. Er scheint zu denken, dass es die Welt erst gibt, seit er das Amt übernommen hat.» «Er fragt: ‹Hat Obama das bewilligt?› Lautet die Antwort ‹Ja›, wird er sagen: ‹Wir bewilligen das nicht!›. Er hört sich keine Argumente an, diskutiert nicht. Er ist total von Obama besessen.» «Trump könnte mitten in der Nacht einen Tweet posten, der Kim Jung-un verärgert. Und am nächsten Tag wachen wir in einer Welt auf, die am Rande eines Krieges steht.» Einige Diplomaten verglichen Trump mit dem ehemaligen italienischen Premierminister, Silvio Berlusconi. «Die Gemeinsamkeiten hören bei den unangebrachten Witzen während Meetings auf.» (Im Bild: Wächserner Trump in Madame Tussaud's, London) «Berlusconi war nicht ignorant. Und er hatte Mitarbeiter und eine funktionierende Regierungsstruktur hinter sich, auf die man sich einlassen konnte.» «An Treffen macht sich Trump offen über seine eigenen Leute lustig, widerspricht und streitet sich mit ihnen – vor anderen Regierungschefs. Das trägt zum Eindruck einer Administration im Chaos bei. Wir können alles mithören, was merkwürdig ist.» «Dem Weissen Haus fehlt es an Expertise. Das Aussenministerium und andere Ministerien sind isoliert. Hört Trump auf den Verteidigungsminister, General James Mattis? Auf den Nationalen Sicherheitsberater H.R. McMaster, auf Leute vom Fach?» «Trump vertraut nur den Mitgliedern seiner Familie, vor allem seiner Tochter Ivanka.» «Er hat uns lediglich mit Fragen zugebombt: ‹Wie viele Leute habt ihr? Wie sieht euer BIP aus? Wie viel Öl produziert das Land? Wie viele Barrels am Tag? Wie viel davon gehört euch?›» «Man erhält den Eindruck, dass Trump als US-Präsident bestätigt und geschätzt werden will. Dabei ...» «... teilt er Länder ganz nach seiner Weltsicht ein: Er respektiert Frankreich nicht wegen dessen Umgang mit der Immigration. Und es ist ...» «... offensichtlich, dass er Deutschland nicht mag.»

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Sechs erfahrene europäische Diplomaten haben mit «Vice» über den US-Präsidenten gesprochen. Anonym, versteht sich.

Die Regierungsvertreter hatten alle direkt mit Donald Trump und seiner Regierung zu tun. Eine Auswahl der markantesten Aussagen der Diplomaten gibt es in der Bildstrecke.

(gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nickisonlymynickname am 11.08.2017 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gnadenschuss für die USA

    Es war eigentlich klar, dass die Amerikaner Trump wählen werden. Er ist provokativ und macht Schlagzeilen, ein Populist eben. Zudem versprach er Veränderungen. Weil Menschen, egal wie gut es ihnen auch gehen mag, meistens unzufrieden sind, haben sie natürlich nicht daran gedacht, dass Veränderungen nicht nur positiv sein könnten. Jetzt haben wir das Theater, ein unzurechnungsfähiger Egoist mit einem Wissenshorizont, der kleiner nicht sein könnte, ist kurz davor, die Menschheit ins Verderben zu stürzen, zusammen mit dem Psychopathen aus Nordkorea. Trump war der Gnadenschuss für Amerika.

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  • Andreas Honegger am 11.08.2017 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Grosse Gemeinsamkeiten

    Die Diplomaten sagen durchaus das, was auch ich - und wohl Millionen andere Leute auch - denken. Tragisch, dass dieser desaströse Zustand offenbar nicht nur der Eindruck sondern offenbar die brutale Realität ist. Alle, auch jene die gegen Hillary waren, müssen wohl zugeben, dass sie wenigstens fachlich ausgewiesen ist und sicher eine verlässliche Linie gefahren wäre. Die Linie hätte sicher nicht allen Leuten gepasst, aber an hätte sich auf sie verlassen können.

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  • ton ton am 11.08.2017 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dilletanten

    Trump ganz nach Pipi Langstrumpf: ich mache mir die welt. wie ich sie will. Dilletante. und Amateure an den Hebeln der Macht. viel Vergnügen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gruss aus Bern am 12.08.2017 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Nein, nicht schon wieder, bitte,

    selbst erfundenen Gschichtli hängen einem inzwischen zum Hals heraus, lässt euch doch endlich mal was Neues einfallen, und das zur Abwechslung mal nicht anonym und nicht mit Konkunktiv ...

  • Schlaumeier am 12.08.2017 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schon komisch,

    dass Trump in den Medien immer so schlecht wegkommt. Hört man ihm aber direkt zu, ist es meist weniger schlimm. Die Medien profitieren von Trump, dass gegeben sie auch selber zu.

    • Rüedu am 12.08.2017 18:23 Report Diesen Beitrag melden

      Schlaumeier

      Als Kind glaube ich auch, dass der Kasperli das böse Krokodil besiegen kann, wenn Trudi Gerster das erzählte. Leider wurde ich erwachsen, und lernte Dinge zu hinterfragen, Aussagen zu prüfen und Richtiges von Falschem zu unterscheiden. Nun ist meine Welt viel rationaler und leider weniger fantasievoll. Erhalten Sie sich dieses kindliche Gemüt! Nicht hinterfragen, nur staunend zuhören. Der Osterhase und Samichlaus existiert, wenn Sie nur daran glauben!

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  • Ueli am 12.08.2017 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schockierend

    Soviel Ignoranz. Ich bin geschockt. Das ist so hirnlos, wie wenn jemand sagt: "Egal, was der Bundesrat beschliesst oder vorschlägt - ich stimme für das Gegenteil." - Und so einer wurde gewählt. Unfassbar!

    • Rüedu am 12.08.2017 13:46 Report Diesen Beitrag melden

      Ueli

      Aber Ueli, bitte nicht so erstaunt sein. Lesen Sie mal die Kommentare hier zu Abstimmungen in der Schweiz. So gefühlt jeder 10. Kommentar nach dem Motto:" Ich schau was "die" im Abstimmungsbüechli vorschlagen,und dann wähl ich das Gegenteil" Das ist die erschreckende Realität! Einen Politiker "gut" finden und wählen, ist auch ein Abbild der eigenen Bildung, Verhalten Charakter und Ideologie. So ist auch Trump nur ein Abbild seiner Wähler.

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  • CH-Meinung am 12.08.2017 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    China + Russland müssen auf Nordkorea

    Druck ausüben, sonst ist der gesammte Weltfrieden gefährdet. Der Nordkorea-Machthaber + Diktator Kim-Jong-un muss abgesetzt werden und zwar sofort/subito - es ist 5 vor 12.

  • Klaus am 12.08.2017 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer noch weit besser

    Wann hat man früher schon in dem Masse einseitig und nur negativ über einen Politiker in den Massenmedien berichtet? Was ist mit der Europa zerstörerin Merkel die uns alle mit ihren illegalen Einwanderern beglückt? Da ist mir der polteri in Amiland immer noch lieber der setzt sich wenigsten für sein Volk ein und arbeitet nicht wie die Europäer gegen die eigene Bevölkerung.