Knieende Football-Spieler

09. Oktober 2017 03:32; Akt: 09.10.2017 04:06 Print

Pence verlässt auf Trumps Wunsch Stadion

Weil über 20 Football-Spieler während der Nationalhymne in die Knie gingen, lief US-Vizepräsident Mike Pence davon. Präsident Donald Trump ist «stolz» auf ihn.

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US-Vizepräsident Mike Pence hat einen Stadion-Besuch abgebrochen, nachdem sich mehrere Football-Spieler bei der Nationalhymne hingekniet hatten. Der 58-Jährige verliess am Sonntag aus Protest das NFL-Spiel zwischen den Indianapolis Colts und den San Francisco 49ers. Im Kurzbotschaftendienst Twitter teilte er anschliessend mit: «Ich habe das heutige Colts-Spiel verlassen, weil Präsident Trump und ich keine Veranstaltung würdigen, die unsere Soldaten, unsere Flagge oder unsere Nationalhymne nicht respektiert.»

Jeder dürfe zwar seine eigene Meinung haben, erklärte der Stellvertreter von Präsident Donald Trump. Es sei aber «nicht zu viel von den NFL-Spielern verlangt, die Flagge und unsere Nationalhymne zu respektieren».

Mehr als 20 Profis der Gastmannschaft aus San Francisco hatten während der Hymne gekniet. 2016 hatte der frühere 49ers-Quarterback Colin Kaepernick als erster Spieler seinem Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA mit dem Kniefall Ausdruck verliehen.

Trump betonte am Sonntag seinerseits, dass die Aktion mit Pence abgesprochen gewesen sei. Er habe den Vizepräsidenten gebeten, die Arena zu verlassen, falls Spieler während der Nationalhymne knieten und «unser Land nicht respektieren», twitterte der 71-Jährige. Er sei «stolz» auf Pence und dessen Ehefrau Karen, die mit im Stadion war.

US-Präsident Trump liefert sich seit Ende September einen heftigen Streit mit Sportstars über deren angeblich mangelnde patriotische Gesinnung. Diese waren wiederholt aus Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze auf die Knie gegangen, während die Nationalhymne vor Beginn ihres Spiels ertönte.

(chk/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 09.10.2017 06:16 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Da werden wieder mal zwei Sachen vom werten Herrn Präsidenten vermischt: Kniefall und Nationalstolz. Das mit dem Kniefall ist Ausdruck eines Protestes und heisst nicht das die Spieler nicht stolz auf ihre Nation sind. Unglaublich das Trump vorschreiben möchte wie man seinen Nationalstolz auszuleben hat! Genauso wie die Spieler das Recht haben zu protestieren, haben auch Trump und seine Anhänger das Recht zu protestieren und das Stadion zu verlassen. Die NFL deswegen anzugreifen und Spieler zu beschimpfen geht deutlich zu weit. Wie man seiner Nation Respekt zollt ist eine pers. Angelegenheit!

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  • Rudi Werner am 09.10.2017 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht insziniert

    Das ist mal wieder eine schlechte Inszinierung seitens Trumps Regierung. Die 49ers protestieren seit 2016 jedes Spiel in Form von hinknien. Jeder (auch Pence) wusste dass dies auch am Sonntag wieder so sein wird. Wieso ging Pence also ausgerechnet das Spiel der 49ers besuchen, wo doch klar war dass dies passieren wird? Antwort sollte wohl klar sein...

  • Thomas am 09.10.2017 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Leader

    Sieht nach einer abgesprochenen Aktion aus und war nach der Häufigkeit des Auftretens auch klar zu erwarten. Zeigt leider, wie sehr die jetzige Administration auf Effekte setzt, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Ein Vice President der zu einem Footballspiel geht, nur um gleich effekthaschend zu verschwinden, verhält sich nicht wie ein Leader, von dem unnötigen Ressourceneinsatz ganz zu schweigen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lincoln am 09.10.2017 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Jeder dürfe zwar seine eigene Meinung haben, ABER

    Willkommen in der amerikanischen "Demokratie". Jämmerlich!

  • Kyle am 09.10.2017 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    von wegen alte Tradition

    Bis 2009 warteten die Spieler der NFL, während die Hymne abgespielt wurde, in der Umkleidekabine. Es ist bis heute nicht übermittelt worden, ob die Spieler in den Kabinen dazu aufgefordert wurden zu stehen, weil sie sonst keine Patrioten wären. ;) Erst seit das US-Militär die NFL sponsert, stehen die Spieler neben dem Feld. Wie es heisst, um dem Militär eine möglichst grosse Plattform in Patriotismus zu geben - zum Rekrutieren von Soldaten. Es ging ursprünglich um Rassismus, nicht Patriotismus. In der Zwischenzeit geht es auch gegen den Präsidenten.

  • AndyS am 09.10.2017 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Es ist traurig, dass nicht mal Pence seine eigene Meinung vertritt. Wenn er gleicher Meinung ist wie Trump, soll er sich klar ausdrücken. Jetzt sieht er wie das Schosshündchen von Trump aus. Anstatt den Protest zu verurteilen sollten die Herren lieber mal den Grund dafür hinterfragen und dieses Thema dann angehen. Das ist aktuell wie im Kindergarten.

  • Mary J am 09.10.2017 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Patriotismus kann man auch übertreiben! Wo ist denn der Respekt gegenüber all den Todesopfern die unschuldig in Schiessereien oder Kriegen starben? Respekt für einen anderen Menschen ist höher zu gewichten als vor einer Nationalhymne!

  • A.Stocker am 09.10.2017 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Freedom

    Die USA zelebriert immer wieder das Ihr grösstes gut die Freiheit, Freedom, ist. Es ist jedoch auch Freiheit einen gewaltlosen Protest zu machen bei der Nationalhymne. Wenn dieser Präsident dies nicht akzeptiert, hat er die Werte des Landes das er vertritt selber nicht begriffen... Mic drop.