12. Dezember 2004 19:21; Akt: 12.12.2004 19:21 Print

Dioxin - ein schleichendes Gift

Der ukrainische Oppositionsführer Viktor Juschtschenko ist nach Angaben seiner Ärzte Opfer einer Dioxinvergiftung.

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Dioxine sind ein schleichendes Gift: Sie wirken im Körper überwiegend langfristig.

Es gibt insgesamt 210 chlorierte Dioxine und Furane, die im Allgemeinen unter dem Begriff Dioxin zusammengefasst werden. Das giftigste und bekannteste Dioxin ist das TCDD, das in Anlehnung an die Gift-Katastrophe in dem italienischen Ort Seveso als «Seveso- Gift» bezeichnet wird.

Das häufigste Symptom einer TCDD-Vergiftung ist die so genannte Chlor-Akne, die zu schweren Entstellungen der Haut führt. Juschtschenkos Gesicht ist seit Beginn der Erkrankung im September durch Pusteln und Narben entstellt.

Auch andere Krankheiten können durch eine Dioxinvergiftung ausgelöst werden, darunter Herz-Kreislauf-Störungen oder schwere Leberschäden. Langfristig steigt mit einer erhöhten Dioxinaufnahme die Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung innerer Organe und für Krebs.

Bei Juschtschenko stellten die Ärzte bereits im September schwere Entzündungen der Leber, der Bauchspeicheldrüse und im Verdauungstrakt fest.

Dioxine entstehen etwa in der chemischen Chlor-Reinigung, bei der Metallveredelung, der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln und bei verschiedenen Verbrennungsprozessen. Sie entstehen aber auch durch natürliche Prozesse und sind häufig in Ton und Erde angereichert.

Meistens gelangt Dioxin über die Nahrung in den Körper. Die Belastung von Hühnerfutter, Eiern und Fischen mit Dioxin geriet in der Vergangenheit immer wieder in die Schlagzeilen.

(sda)