Aufsicht aufgehoben

10. September 2012 17:30; Akt: 10.09.2012 19:09 Print

Der Kosovo ist jetzt vollständig unabhängig

Vor viereinhalb Jahren hat der Kosovo seine Unabhängigkeit erklärt – seit heute ist das Land nun uneingeschränkt souverän. Das Ausland hat seine Aufsicht über den Kosovo beendet.

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Das Ausland überwacht den Kosovo künftig nicht mehr. Zur feierlichen Zeremonie in Pristina erscheint auch der finnische Präsident und Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari (vorne links im Bild). (Bild: Keystone/Kushtrim Ternava)

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Die Internationale Lenkungsgruppe für der Kosovo (ISG) hat am Montag in Pristina ihre Auflösung verkündet. Damit erreicht die ehemalige serbische Provinz die vollständige Souveränität. Serbien bekräftigte gleichentags erneut, es werde die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennen.

der Kosovo war nach dem Ende der NATO-Luftangriffe im Jahr 1999 unter internationale Verwaltung gestellt worden. Im Februar 2008 erklärte sich die frühere serbische Provinz für unabhängig, was zwar von einem Grossteil der Staatengemeinschaft anerkannt wurde, nicht jedoch von Serbien, Russland und China.

Am Montag beschloss der sogenannte Lenkungsausschuss, dem die Mehrheit der EU-Staaten sowie die USA und die Türkei angehören, in Pristina, die internationale Aufsicht über den jüngsten Staat Europas zu beenden. Kosovo-Regierungschef Hashim Thaci bezeichnete den Rückzug des Auslandes als Zeichen des Erfolges und der demokratischen Reife seines Landes.

Serbien schaltet auf stur

Derweil bekräftigte am Montag die serbische Regierung erneut, dass das Land die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennen werde. Diese Meinung gelte unabhängig davon, ob der Kosovo «unter internationaler Überwachung» stehe oder nicht, erklärte der serbische Regierungschef Ivica Dacic.

Dacic unterstrich noch einmal, die frühere serbische Provinz könne gegen den Willen Belgrads niemals unabhängig werden «Unsere Zukunft hier steht unter einem grossen Fragezeichen», sagte die serbische Spitzenpolitikerin Rada Trajkovic. Die Albaner verfolgten «einen latenten Faschismus gegen die Serben».

(sda)