Drama in Alabama

02. Februar 2013 20:35; Akt: 04.02.2013 09:50 Print

Er lässt den Jungen nicht gehenEr lässt den Jungen nicht gehen

Der 65-jähriger Vietnamveteran hält im US-Bundesstaat Alabama immer noch den 5-jährigen Jungen gefangen. Die Polizei wartet ab und fürchtet um das Wohl des Kleinen.

Bildstrecke im Grossformat »
Aus diesem Bunker hatte das FBI am 4. Februar 2013 den kleinen Ethan aus den Händen des Vietnam-Veteranen Jimmy Lee Dykes befreit. Über dieses Belüftungsrohr konnte die Polizei mit dem Kidnapper kommunizieren und den Jungen mit Medikamenten und Nahrungsmitteln versorgen. Nach fast einer Woche hat das Geiseldrama in Midland City, Alabama am 4. Februar 2013 ein Ende. Die Polizei konnte den Kidnapper, Jimmy Lee Dykes (l.), erschiessen und den fünfjährigen Jungen wohlauf in Sicherheit bringen. Das FBI auf dem Grundstück von Geiselnehmer Jimmy Lee Dykes. Nach 24 Stunden ohne Kommunikation mit dem Entführer, entschlossen sich die Beamten den Bunker zu stürmen. Der Entführer Jimmy Lee Dykes, ein Vietnamveteran, ist tot. Die Polizei vor der Stürmung des Bunkers. Die Polizei hielt auch am 2. Februar 2013 noch ständigen Kontakt mit dem Entführer. Angaben über eventuelle Forderungen des Entführer wollte der zuständige Sheriff Wally Olson am Samstag, 2. Februar nicht machen. An Gebetstreffen und Mahnwachen beten die Einwohner von Midland City für den kleinen Ethan, der seit Dienstagnachmittag in der Gewalt eines 65-Jährigen ist. Mahnwache für Charles Poland, den Schulbusfahrer, den Vietnamveteran Jimmy Lee Dykes mit vier Schüssen getötet hatte. Poland gilt vielen als Held, weil er Dykes Widerstand leistete, als er den Schulbus bestieg. Die Polizei stellt sich auf eine dritte Nacht vor dem Gelände ein, auf dem Dykes sich mit Ethan in einem selbst gebauten Bunker verschanzt hat. In diesen Schulbus stieg Dykes am Dienstag und forderte «zwei Kinder zwischen sechs und acht Jahren». Einsatzkräfte in Midland City am Donnerstag morgen. Ronda Wilbur ist eine Nachbarin von Dykes und hat wie fast alle in der Kleinstadt wenig Gutes über ihn zu sagen. Hier erzählt sie Medienlueten über ihre Erfahrungen mit ihm.

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Tag fünf im Geiseldrama im US-Bundesstaat Alabama: Ein 65-jähriger Vietnamveteran hält seit Dienstag einen fünf Jahre alten Jungen in einem unterirdischen Bunker in seiner Gewalt. Die Polizei hält Kontakt mit dem Entführer.

Angaben über eventuelle Forderungen des Entführers wollte der zuständige Sheriff Wally Olson am Samstag nicht machen. In dem Bunker in Midland City gebe es einen elektrischen Heizofen sowie Decken, sagte der Sheriff mit Blick auf die niedrigen Temperaturen. Die Polizei versorge den Jungen zudem mit Medikamenten.

Gemäss Medienberichten leidet der Junge am Asperger-Syndrom. Der Kontakt mit dem Kidnapper laufe über ein Plastikrohr aus dem Bunker, der über einen Meter unter der Erde liege. Der Entführer habe den Bunker selbst angelegt, berichteten Medien.

Keine «drastischen Massnahmen»

Nachbarn hätten berichtet, der Täter habe sich früher bis zu acht Tage in seinem Bunker versteckt, hiess es weiter. Die Polizei gehe davon aus, dass der Junge unverletzt ist. Auch Farbstifte und ein Malbuch habe er zur Verfügung.

Ein ehemaliger FBI-Experte, der früher mit Kidnappern verhandelte, rate der Polizei zu Geduld, berichtete der TV-Sender CBS. Solange der Junge unverletzt sei, solle die Polizei nicht zu «drastischen Massnahmen» greifen und etwa den Strom abstellen.

20 Kinder konnten fliehen

Wie Nachbarn und Medien berichteten, handelt es sich bei dem 65-jährigen Täter um einen Mann mit Hang zur Gewalt. Er habe am Dienstag einen Schulbus überfallen, den Fahrer erschossen und den Jungen in seine Gewalt gebracht.

Der Mann habe zunächst zwei Kinder in seine Gewalt bringen wollen. Doch mehr als 20 Kinder hätten durch eine Nottür im hinteren Bereich des Busses fliehen können.
Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen
(Video: Reuters)

(sda)