Pläne gegen Hungersnot

17. September 2017 07:58; Akt: 17.09.2017 07:58 Print

Venezolaner sollen Hasen züchten – und essen

Die venezolanische Regierung rief die Bevölkerung dazu auf, Kaninchen zu züchten. Schliesslich seien Hasen «nicht süsse Haustiere», sondern «proteinreiche Fleischportionen».

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In Venezuela hungern aufgrund der schweren Wirtschaftskrise immer mehr Menschen. Um dem Mangel an Lebensmitteln zu begegnen, lancierte die Regierung von Präsident Nicolás Maduro am Mittwoch den sogenannten «Kaninchen-Plan». Die Empfehlung an die Bevölkerung: Sie soll Kaninchen züchten, um diese zu essen. Im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern gehören Kaninchen in Venezuela aber normalerweise nicht auf den Speiseplan.

«Es ist grundsätzlich ein kulturelles Problem», sagte der venezolanische Landwirtschaftsminister Freddy Bernal während eines Kabinett-Treffens, das via die Livestreaming-App Periscope übertragen wurde. «Wir haben gelernt, dass Kaninchen süsse Haustiere sind, aber eigentlich sind Hasen keine Haustiere, sondern zweieinhalb Kilogramm schwere Fleischportionen voller Protein und ohne Cholesterin», so Bernal.

Kaninchen-Plan 2.0

Der «Kaninchen-Plan» geht allerdings schon in die zweite Runde. Die erste Phase des Projekts habe nicht zu den Resultaten geführt, die die Regierung erwartet hatte, gab Maduro an der Ministersitzung zu. Das Landwirtschaftsministerium habe bereits vor einiger Zeit in rund 15 Armenvierteln in Caracas Kaninchen verteilt, damit die Leute sie züchten.

«Als wir die Arbeitsgruppen wenig später besuchten, stellten wir fest, dass die Menschen den Tieren farbige Schleifen um den Hals gebunden hatten», sagte der Präsident lachend. Darum werde diese revidierte zweite Phase des Kaninchen-Plans von einer massiven Werbekampagne begleitet.

Opposition kann den Plan nicht ernst nehmen

Die Opposition reagierte auf den kuriosen Vorschlag mit Spott und Häme. «Das kann doch nicht sein Ernst sein», sagte etwa Oppositionsführer Henrique Capriles. «Kaninchenzucht soll das Lebensmittelproblem des Landes lösen?»

Das Land mit den grössten Ölreserven der Welt wird seit längerem von einer tiefen Krise erschüttert, es fehlt überall an Lebensmitteln und Medikamenten. Die Regierung hatte laut «The Guardian» bereits vor einiger Zeit das Volk dazu aufgerufen, seine eigenen Nahrungsmittel anzubauen.



Landwirtschaftsminister Freddy Bernal erklärt den sogenannten «Kaninchen-Plan», ab 2:03 (Quelle: Twitter)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klara am 17.09.2017 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toller Landesvater

    Also ehrlich, was "chüngelet" denn dieser Präsident, das größte Erdölvorkommen und das Volk hungert, das soll mir einer erklären, entweder ist der eine totale Niete oder packt alles selber ein.

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  • Heinz Maier am 17.09.2017 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sozialismus pur...

    Wie wäre es, wenn unsere jusos und konsorten, welche den sozialismus predigen, sich mal das beispiel venezuela betrachten? Bestes beispiel dafür, dass es in einem sozialistischen system allen schlecht gehen wird.

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  • GG am 17.09.2017 08:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tsss

    P.s.: Maduro selbst hat ja wirklich genug auf den Rippen, nicht?!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 17.09.2017 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unter dem Hunde...

    Ein Elend in der Tat. Die Idee mit Hasen züchten finde ich sehr gut; wenigstens ab und zu ein bisschen Fleisch wäre empfehlenswert!

  • Herb B. am 17.09.2017 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA blockiert ÖL-VERKAUF

    Die USA setzen alle Banken unter Druck keine Zahlungen abzuwickeln, die Venezuelas Erdöl betreffen. Deshalb kann zurzeit die Ladung von mehreren Öltankern nicht gelöscht bzw. zu Geld gemacht werden...Missachtung dieser Anordnung würde zu Sanktionen im Zahlungsverkehr für die betreffenden Banken führen. Die gleiche Vorgehensweise wird für diverse Länder benutzt, um nicht erwünschte Regierungen zu destabilisieren bzw. zu stürzen. Uns wird dann die Story verkauft, dass böse Regierungen ihre Bürger verhungern bzw. leiden lassen

  • Sam.B. am 17.09.2017 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee, wo Grünzeug vorhanden

    Während dem 2. Weltkrieg hatten viele Schweizer Tablarkühe zu Hause in der Küche. Daher der Name und das Risiko eines Diebstahls war minimiert.

  • P.Meier am 17.09.2017 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Der real existierende Sozialismus

    Venezuela ist ein gutes Beispiel für den real existierenden Sozialismus: Die Menschen hungern. Und trotzdem versprechen die Sozialistischen Parteien bei uns in der Schweiz und Europa den Wähler das Blaue vom Himmel, mit Schlagwörter wie "Soziale Gerechtigkeit" "Umverteilung", "mehr Renten" u.s.w. wollen sie den Wählern den Sozialismus schmackhaft machen.

    • Rüedu am 17.09.2017 18:31 Report Diesen Beitrag melden

      P. Meier

      Fensterplatz gehabt in Staatskunde? Der Unterschied zwischen Sozialismus und Sozialdemokratie ist Ihnen nicht bekannt? Dann eine kleine Aufklärung. Sozialismus ist das komplette Fehlen freier Martwirtschaft, der staatlichen Steuerung der Produktionsmittel, des Marktes und der Preise und Löhne. Sozialdemokratie bekennt sich IMMER zur freien Marktwirtschaft, mit der Einschränkung, dass gefodert wird, dass staatliche Intervention da notwendig wird, wo Kapitalismus die Gesundheit, Sicherheit oder soziale Gleichberechtigung gefährdet. Alles klar?

    • P.Meier am 17.09.2017 18:54 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      @Rüedu. Nein, der Unterschied besteht darin, dass die Sozialdemokraten den Sozialismus nicht durch ein Revolution, sondern mit Demokratischen Mitteln erreichen wollne.

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  • Opinione am 17.09.2017 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hasenliebhaber

    Hey Maduro, wie wärs mit Kartoffeln?

    • Marco W am 17.09.2017 17:05 Report Diesen Beitrag melden

      Hasen Fleisch ist wesentlich

      Ökologischer als Schweine oder Rindfleisch (Methan) und schmeckt sehr gut. Klar sind die Tiere niedlich aler das sind junge Kühe auch.

    • muss schon ein filet sein am 17.09.2017 18:09 Report Diesen Beitrag melden

      Ich nehme

      dann das Gemüse. Esse selten Fleisch, weil es mir nicht so schmeckt.

    • Martin am 17.09.2017 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @muss schon ein filet sein

      Unglaublich, da sagen Sie, dass Sie kaum Fleisch essen und bekommen dafür "Daumen nach unten"... Ich, Fleischesser, schäme mich für meine Artgenossen.

    • Martial2 am 17.09.2017 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Opinione

      Ja aber bitte Fleisch...

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