Video vom Himalaya-Drama

24. September 2012 20:33; Akt: 25.09.2012 11:16 Print

So sieht es im verschütteten Camp aus

Am nepalesischen Mount Manaslu, dem «Todesberg», ging eine gewaltige Lawine nieder. Ein Bergsteiger eines Camps erzählt von der Nacht, in der der Weisse Tod zuschlug.

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Der Bergsteiger Benedikt Böhmeilte zu Hilfe, als eine riesige Lawine am so genannten Todesberg zwei Camps unter sich begrub (Quelle: Dynafit-Gore-Tex-Team/ Greg Hill). Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Nach dem Lawinenunglück am nepalesischen Mount Manaslu schwinden die Hoffnungen auf Überlebende. Die nepalesische Bergsteigervereinigung ging am Tag nach dem Unglück noch von fünf Vermissten aus, die Tourismuspolizei von drei.

Unterschiedliche Angaben machten beide Stellen am Montag auch zur Zahl der Todesopfer: Die Bergsteigervereinigung berichtete, zwölf Menschen seien bei dem Lawinenunglück am Sonntag gestorben. Die Tourismuspolizei meldete dagegen acht Tote. Dabei handle es sich um einen Deutschen, vier Franzosen, einen Spanier, einen Italiener und einen Nepalesen.

Der Präsident der Bergsteigervereinigung, Zimba Jangbu Sherpa, sagte zu den abweichenden Angaben: «Genaue Einzelheiten sind schwierig zu bestätigen, weil wir unterschiedlichen Zahlen aus unterschiedlichen Quellen bekommen haben.»

Fünf Vermisste gerettet

Am Montag konnten nach Angaben der nepalesischen Polizei noch fünf vermisste Bergsteiger gerettet werden. Am Vortag waren bereits 13 Bergsteiger gerettet worden. Einer von ihnen ist ein Schweizer, wie der Blick schreibt. Es handele sich um einen 42-Jährigen aus Pully VD. Der Ingenieur ist noch immer geschockt von den Eindrücken der Katastrophe.

Fünf der Geretteten wurden mit Verletzungen ins Spital geflogen. Zur Nationalität der Geretteten lagen der Polizei keine Angaben vor. «France Info» jedoch berichtete, vier Franzosen und ein Schweizer seien gerettet worden.

Diese Information hat sich bislang jedoch nicht restlos bestätigt. Gemäss EDA gibt es keine Erkenntnisse, dass Schweizer Bürger vom Lawinenunglück betroffen wären. Die Schweizer Botschaft in Kathmandu stehe im Kontakt mit den nepalesischen Behörden.

Auch das in Bern ansässige Unternehmen Kobler & Partner hatte bereits am Sonntag auf seiner Website mitgeteilt, alle Teilnehmer und Sherpas der Manaslu-Expeditionsgruppe seien wohlauf und sicher im Basislager.

Im Lager drei hatten sich schätzungsweise insgesamt 30 Bergsteiger aufgehalten, als dort am frühen Sonntagmorgen eine Schnee- und Eislawine niederging. Nepals Tourismusministerium teilte am Montagabend mit, die Suche nach Vermissten werde bei Einbruch der Dunkelheit unterbrochen und am Dienstag fortgesetzt. Sie könne sich noch über Tage hinziehen. Die Hoffnung auf Überlebende aber schwindet.

Plötzlicher Sonnenschein nach Tagen mit kaltem Wetter hatte die Lawine auf dem achthöchsten Berg der Welt am Sonntag ausgelöst. Die Schneemassen begruben Camp drei in etwa 7000 Metern Höhe und beschädigten zudem Camp zwei.

Wegen seiner steilen Flanken und plötzlicher Wetterumschwünge wird der Mount Manaslu auch «Todesberg» genannt. Bei der Besteigung des Berges starben bisher 53 Menschen.


(sda)