Pussy-Riot zufrieden

14. Oktober 2012 04:47; Akt: 14.10.2012 11:54 Print

«Wir haben unser Ziel übertroffen»

In einem Interview zieht Jekaterina Samuzewitsch, das überraschend freigelassene Mitlgied der Punkband Pussy Riot, eine positive Bilanz. Es sei gelungen, eine Diskussion in der Russland loszutreten.

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Jekaterina Samuzewitsch bei einem Interview am 12. Okotber 2012 mit der Radiostation Echo Moskvy. (Bild: Keystone)

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Die kürzlich freigelassene Musikerin Jekaterina Samuzewitsch der russischen Punkbank Pussy Riot hat sich zufrieden über die Erfolge der Gruppe geäussert. «Wir haben unser Ziel übertroffen», sagte Samuzewitsch der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview.

Es sei gelungen, aufzuzeigen, wie eng Kirche, Staat und Gericht in einem Russland unter der Herrschaft von Wladimir Putin miteinander verwoben seien. «Menschen, die niemals über diese Dinge nachgedacht haben, haben begonnen, darüber zu reden, zu lesen und den Meinungen anderer zuzuhören.»

Eine Diskussion sei in der Gesellschaft losgetreten worden und «das ist für uns sehr wichtig». Sie sei sicher, dass viele Russen ihre Meinung über Putin geändert hätten.

Keinen Handel mit den Behörden

Samuzewitsch musste zusammen mit zwei Bandmitgliedern vor mehr als sechs Monaten ins Gefängnis. Die 30-Jährige kam am Mittwoch überraschend frei, während die anderen beiden Frauen für zwei Jahre ins Straflager müssen.

Der Anwalt von Samuzewitsch gab an, seine Mandantin habe an der Protestaktion am Altar der Christus-Erlöser-Kathedrale gar nicht direkt teilgenommen. Samuzewitsch betonte, sie sei im Gegenzug für ihre Freilassung keinen Handel mit den Behörden eingegangen.

Die Gruppe hatte im Februar mit den für ihre Auftritte charakteristischen bunten Sturmmasken über den Gesichtern in einem «Punk-Gebet» ihre Wut über den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Präsidenten Putin sowie dessen enge Verbindung zur russisch- orthodoxen Kirche zum Ausdruck gebracht. Im August wurden sie deshalb wegen «Rowdytums aus religiös motiviertem Hass» zu zwei Jahren Straflager verurteilt.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ueli am 14.10.2012 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Protest ist ok

    Aber was sie gemacht haben hat nichts mit politik oder mit restruktiver kritik zu tun. Man kann nicht in einer Kathedrale gegen die Politik demonstrieren, das hätte denen klar sein sollen. Sie haben zuviel unmut auf sich gezogen und eigentlich hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Die freigelassene hat gut reden, die muss nicht ins straflager. Mich würde viel mehr wunder nehmen, was die verurteilten sagen.

  • Hans N. am 14.10.2012 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Recken

    Wo bleiben hier die "Kuscheljustiz"-Beiträge?

  • Downunder am 14.10.2012 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    U hve th pssy - U mke th ruls

    Die Bandmitglieder von "Midnight Oil" (Beds are burning...) in Australien haben auch geschafft, was vorher all die politischen Kreise nicht annähernd erquaselt haben. Go Pussy. Go: U hve th pssy - U mke th ruls.

  • Silvio Valentino am 14.10.2012 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Kunst!

    Künstlerinnen-Kollektiv, toll! Im achten Monat schwanger öffentlich (künstlerisch-politischen) Gruppensex zu praktizieren, das war ein starkes Zeichen gegen das Patriarchat, gegen Putin und gegen die kommunistisch unterwanderte orthodoxe Kirche Russland! Da kommen unsere Verwirrte und Verwahrloste nicht heran mit ihren harmlosen Sprayereien und den paar Vandalenakten. Vielleicht wenn sie die Chagall-Fenster im Fraumünster einschlagen würden ...? Aus künstlerisch-politischen Gründen natürlich, und sie könntend die Aktion nackt durchführen. Unsere Bevölkerung hätte bestimmt Verständnis dafür.

    • Nikita Chrustchew am 14.10.2012 12:38 Report Diesen Beitrag melden

      Nichts mit Komunismus zu tun.

      Nur so ein Hinweis Russland ist Kapitalistisch und eine Kirche kann nicht komunistisch unterwandert sein da im Komunismus Religion als Privatangelegenheit betrachtet wird und im komunismus die Kirche keine Unterstützung durch den Staat bekommt (im gegensatz bei uns z.B. Kirchensteuer). Klar sind einige dinge von P.R. danaeben, aber ist schon Richtig, Staat,Justiz und Religion gehören getrennt.

    • Martin B. am 14.10.2012 13:40 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Super Kommentar!!!

    einklappen einklappen
  • Housi G am 14.10.2012 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vier und nicht drei Frauen

    Ich verstehe immer noch nicht warum dass nur drei Frauen angeklagt wurden!! Beim Film in der Kirche waren doch vier Frauen zu sehen?? Oder habe ich mich da getäuscht???