«Grösste Hexenjagd der Geschichte»

12. Juli 2017 11:30; Akt: 12.07.2017 15:11 Print

Trump senior verteidigt Trump junior erneut

Der älteste Sohn des US-Präsidenten gerät in der Russland-Affäre immer stärker in Bedrängnis. Republikaner äussern sich diplomatisch, sein Vater verteidigt ihn und der Kreml winkt ab.

Durch diese Enthüllungen gewinnt die Russland-Affäre in den USA eine neue Dimension. Video: Tamedia/AFP/AP
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US-Präsident Donald Trump hat seinen ältesten Sohn Donald Trump Jr. via Twitter gegen Kritik wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin in der Russland-Affäre verteidigt. Sein Sohn habe bei seiner Reaktion einen «guten Job» gemacht und sei «offen, transparent und unschuldig» gewesen, schrieb Trump heute Morgen (Ortszeit). «Das ist die grösste Hexenjagd der politischen Geschichte. Traurig!», fügte er hinzu.

Trump reagierte damit auf die Rechtfertigungen seines Sohnes, nachdem ein Treffen von diesem mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja bekannt geworden war. Trump Jr. veröffentlichte dazu am Dienstag E-Mails, denen zufolge er offenbar begierig darauf gewesen ist, bei dem Treffen im Sommer 2016 Informationen der russischen Regierung zu erhalten, die angeblich schädigend für die damalige Präsidentschaftsrivalin seines Vaters, Hillary Clinton, gewesen sein sollen.

Das sagen Republikaner zur neusten Russland-Enthüllung

Die Republikaner im US-Kongress haben die Vorwürfe gegen den ältesten Sohn von Präsident Donald Trump in der Russland-Affäre gelassen aufgenommen. «Die Untersuchung im Senat wird vom Geheimdienstauschuss abgewickelt, und ich bin mir sicher, er wird herausfinden, was immer passiert sein mag», sagte der Mehrheitsführer der Republikaner in der Kongresskammer, Mitch McConnell.

Donald Trump Jr. ist in Bedrängnis, weil er im Sommer 2016 einem Treffen mit einer russischen Anwältin zugestimmt hatte, die angeblich direkt von der russischen Regierung stammende, belastende Informationen über Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton an ihn weitergeben wollte. Einige Demokraten sehen das als ersten Beweis dafür, dass Trumps Wahlkampfteam sich bei der russischen Beeinflussung der US-Wahl mit Moskau abgesprochen habe.

Offene Fragen, fehlende Details

«Ich denke, das ist überzogen», sagte der führende Republikaner Orrin Hatch über solche Schlussfolgerungen. Donald Trump Jr. sei ein «sehr netter junger Mann» und zudem sei er nicht Teil der US-Regierung. Im Wahlkampf war Trump Jr. ein lautstarker Verfechter seines Vaters gewesen. Nach dessen Wahl blieben er und sein jüngerer Bruder Eric jedoch in New York, um das Familienimperium zu führen.

Mehrere Republikaner betonten, es fehlten noch genauere Details zu dem Fall. «Die E-Mails werfen sicherlich Fragen auf», sagte Senatorin Susan Collins. «Aber wir sehen nur einen Teil des Bildes, deshalb will ich all die anderen Teile einfüllen, bevor ich irgendeine Art von Schlussfolgerung ziehe.»

Auch Senator Roy Blunt warnte davor, voreilige Schlüsse zu ziehen, ebenso wie die Nummer zwei der Republikaner im Senat, John Cornyn. «Ich weiss nicht genau, was passiert ist. Ich würde gerne die ganze Geschichte erfahren», sagte er. Es sei wahrscheinlich, dass Trump Jr. vor den Geheimdienstausschuss geladen werde.

Kreml: Keine Verbindungen zu Treffen

Die russische Regierung hat die Kontaktaufnahme zu einem in Moskau ansässigen Immobilienunternehmer und seinen Sohn dementiert, die ein Treffen zwischen Donald Trump Jr. und einer russischen Anwältin arrangiert haben sollen.

Der Kreml habe nicht mit Aras und Emin Agalarow gesprochen und auch keine Verbindungen zu der Anwältin, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, am Mittwoch in Moskau.

(nag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno H am 12.07.2017 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Sie wollten es so, leider

    Die Republikaner versuchen mit allen Mitteln, das miese Image von ihrem hochgelobten Chef zu rechtfertigen. Im Grunde genommen reiten sie sich immer tiefer in den Schlamassel, zum Schaden der ganzen Nation.

    einklappen einklappen
  • Lilo am 12.07.2017 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump Junior

    Diese Familie glaubt, dass sie sich ungestraft alles erlauben kann. Wann hat das endlich ein Ende?

  • Kayla am 12.07.2017 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witchhunt

    Schon wieder Hexenjagd? Der USA Präsident hat einen absolut kleinen Wortschatz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Asterix am 12.07.2017 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Trump Dynastie

    Selbstverständlich muss er seinen Trohnfolger verteidigen. Schliesslich muss die Dynastie, die er gerade aufbaut, weiter auf dem Thron bleiben.

  • Willy D. am 12.07.2017 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Öfter mal was Neues

    Sehr geehrte Herren Trump I+II, ich und vermutlich mit mir sicher sehr viele Erdenbürger wären Ihnen dankbar, wenn Sie nun nach 6 Monaten im Amt als POTUS und Sohn von POTUS sich etwas in den Trump Tower in Manhattan zurückziehen würden. Vielleicht hätte Mr Pence, Vice-POTUS, Freude daran dieses Amt zeitweise oder gar bis zum Ende der Amtsperiode zu übernehmen. Wir wären froh, wenn wir, und wohl auch viele Jünger der schreibenden Zunft, zur Tagesordnung übergehen könnten. Wir könnten alle ruhiger schlafen. Was meinen Sie zu meiner Idee?

  • Carlo am 12.07.2017 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das zählt

    Bravo Trump. Lassen Sie sich vin diesen Mediafritzen nicht beeindrucken. Sie halten in der Familie zusammen. Das zählt.

    • David Stoop am 12.07.2017 17:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Carlo

      Eigentlich sollte Trump ein Land führen und nicht einfach seine Familie "fördern". Mag sein, dass es Ihnen am wichtigsten ist, dass die Familie Trump ein paar Millionen an Steuern sparen kann und ein paar Regierungsaufträge erhält, während der Rest der Bevölkerung verarmt. Aber der normale US-Bürger sollte besser schnell umdenken.

    • ton ton am 12.07.2017 18:21 Report Diesen Beitrag melden

      Los gehts

      Und nicht vergessen: Reichtum legalisiert alles. Was sich der kleine Bürger niemals erlauben dürfte und Hillary Clinton auch nicht, das dürfen Sie und Ihre Familie jederzeit und in einer totalen Grosszügigkeit. Denn eben: Das Gesetz ist für alle gleich, aber wer viel Geld hat, dem kommt es unendlich entgegen. Und nun wäre es langsam an der Zeit, das Handy aus den Händen zu legen und mit Regieren zu beginnen. Ein halbes Jahr ist ja bereits taten- und ergebnislos (bzw. mit vielen mails) vergangen, und vermutlich reichen die 3.5 Jahre nicht mehr, um alle diese schönen Dinge noch umzusetzen.

    einklappen einklappen
  • Maximus am 12.07.2017 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Denver-Clan

    Denver-Clan und JR Ewing sind richte Kinderbuben gegen diese Trumps. Nepotismus in Reinkultur! Und sowas ist angetreten, das "Etablishment" zu bodigen. Was für ein Lacher!

  • Gusti B am 12.07.2017 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Dünne Luft

    Wahrscheinlich wird die Luft immer dünner... oder warum schlagen sie plötzlich die Flucht nach vorne und veröffentlichen sooo gewissenhaft den Kontakt mit den Russen? Kommt mir eigentlich nur eines in den Sinn: