Kongo-Konflikt

19. Dezember 2012 01:12; Akt: 19.12.2012 10:23 Print

126 Frauen in 10 Tagen vergewaltigt

Im Osten des Kongos sind zur Zeit des Rückzugs der Regierungsarmee aus von Rebellen besetzten Gebieten mehr als 120 Frauen vergewaltigt worden. Konsequenzen haben die Gräueltaten nur selten.

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Im Verborgenen erleben Frauen während des Kongo-Konflikt unmenschliche Gräueltaten. (Bild: Keystone)

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Eine Untersuchung der UNO-Mission im Kongo (MONUSCO) auf der Grundlage von Befragungen von mehr als 200 Menschen hat ergeben, dass es zwischen dem 20. und 30. November 2012 mindestens 126 Fälle von Vergewaltigung und zwei Morde an Zivilisten gegeben hat. Das sagte UNO-Sprecher Martin Nesirky am Dienstag in New York. Die Fälle hätten sich in der Region Minova nahe der Stadt Goma ereignet.

Neun Soldaten der Regierungsarmee seien festgenommen worden, zwei wegen Vergewaltigungsvorwürfen und sieben wegen mutmasslicher Plünderungen, führte Nesirky weiter aus. Die UNO habe den Vize-Regierungschef sowie den Verteidigungsminister des Landes über ihre Ergebnisse informiert.

Armee grosser Teil des Problems

Goma ist die Hauptstadt der rohstoffreichen Provinz Nord-Kivu. Die Rebellen der M23-Miliz hatten die Stadt am 20. November eingenommen, sich nach einer Übereinkunft mit der Regierung in Kinshasa Anfang Dezember aber wieder zurückgezogen.

Im chronisch instabilen Osten des Kongos ist die schlecht organisierte und unterversorgte Regierungsarmee Teil des Problems. Löhne und Kriegsmaterial erreichen selten die untersten Ränge der Armee.

M23 kämpft gegen die Regierung

Die Miliz M23 besteht aus früheren Tutsi-Rebellen, die infolge eines Friedensabkommens in die Armee eingegliedert worden waren. Unter anderem aus Protest gegen ihre schlechten Lebensbedingungen verliessen sie Anfang des Jahres das Militär jedoch wieder und erhoben die Waffen gegen die Regierung.

(sda)