Keine Einigung in Durban

09. Dezember 2011 20:11; Akt: 09.12.2011 20:41 Print

Weltklimagipfel steht auf der KippeWeltklimagipfel steht auf der Kippe

Noch ist an der UNO-Klimakonferenz in Durban keine Einigung in Sicht. Im schlimmsten Fall scheitert die Konferenz ohne Abschluss. Die Beratungen wurden jetzt auf den Samstagmorgen vertagt.

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Umweltaktivisten drängen auf eine Einigung an der UNO-Klimakonferenz in Durban. (Bild: Reuters)

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Kurz vor Abschluss der UNO-Klimakonferenz in Durban zeichnete sich am Freitag kein Durchbruch ab. Eine Einigung lag aus Sicht der EU, die sich mit über 100 Ländern zusammengeschlossen hatte, zwar immer noch in Reichweite. Auch ein komplettes Scheitern wurde aber nicht ausgeschlossen.

Offiziell sollte die Konferenz am Freitagabend enden. Die Beratungen wurden dann aber auf Samstagmorgen vertagt. Ein ursprünglicher Verhandlungsentwurf sei verworfen worden und es müsste ein neues Papier erarbeitet werden, verlautete aus Delegationskreisen.

«Wenn es nicht mehr Bewegung gibt, dann muss ich sagen, dass es keinen Abschluss geben wird», machte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard vor dem Finale in der südafrikanischen Hafenstadt klar. «Es ist noch alles möglich, aber es gibt eine harte Verhandlungsnacht», sagte Adrian Aeschlimann, Sprecher des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), zur Nachrichtenagentur SDA.

Auch Hedegaard zeigte sich verhalten optimistisch: Es sei weiterhin möglich, einen Fahrplan für ein rechtlich bindendes Klimaschutzabkommen bis 2015 und eine zweite Verpflichtungsperiode für das Kyoto-Abkommen zu beschliessen.

«Die Unterstützung für die Roadmap wächst», begründete sie ihren Optimismus. Hedegaard verwies darauf, dass auch die Schwellenländer Brasilien und Südafrika inzwischen zu rechtlich bindenden Verpflichtungen im Grundsatz bereit seien. «Da ist einiges an Fortschritt», sagte Hedegaard.

EU schart Staaten um sich

Offen blieb aber die Haltung der USA, Chinas und Indiens. Am Donnerstag hatte sich die EU mit den ärmsten Staaten sowie den kleinen Inselländern zu einem rund 120 Staaten umfassenden Bündnis zusammengeschlossen, um den Druck auf deren Blockadehaltung zu erhöhen. Die Gruppe bekannte sich zum Ziel, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.

Mit der neuen Allianz wurde die Blockbildung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aufgebrochen. Gemeinsam erklärte die Allianz, dass man bereit sei zu einer zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls verbunden mit einem «starken Mandat und einem Fahrplan für einen rechtlich bindenden Vertrag».

Ihrem Ärger über die Verhandlungspolitik einiger Staaten gaben mehr als hundert Aktivisten auf dem Tagungsgelände Ausdruck. Die Demonstranten hielten am Freitagnachmittag fast zwei Stunden lang ein Foyer nahe den Verhandlungssälen besetzt. Einige von ihnen verlangten, die USA von der Klimakonferenz auszuschliessen.

Vertagung als Plan B

Nicht ausgeschlossen war bis zuletzt eine Vertagung der 17. Weltklimakonferenz - als Plan B kursierte in Durban am Freitag die Idee einer Fortsetzung in Bonn im kommenden Jahr. Bereits die 6. Klimakonferenz in Den Haag im Jahr 2000 war gescheitert und Mitte 2001 in Bonn fortgesetzt worden. Dort gab es dann den Bonner Beschluss zur Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls.

Dieses bisher einzige bindende Klimaschutzabkommen läuft Ende kommenden Jahres aus. Die Staaten, die sich zum Abkommen bekennen, vereinen allerdings nur noch 15 Prozent der globalen Treibhausgas- Emissionen auf sich.

Weitgehende Einigkeit herrschte in Durban über Beschlüsse zur Arbeitsfähigkeit des geplanten globalen Klimafonds, der den Entwicklungsländern die Anpassung an die veränderten Klimabedingungen ermöglichen soll.

Unklar blieb allerdings dessen Finanzierung. Weiter gibt es ein Gerangel um den Sitz der Einrichtung und die Projekte, in die das Geld fliessen soll.

(sda)

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  • Anonymous am 10.12.2011 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht überraschend

    Dass sich die Welt nicht einigen konnte überrascht doch Niemanden. Der Kapitalismus gewinnt immer! Zum Glück habe ich keine Kinder in den Weltuntergang hineingeboren.

  • Andy M am 10.12.2011 01:47 Report Diesen Beitrag melden

    Geld & Macht zerstoert die Welt

    Diese Staaten USA, China & Indien sollten sehr hart bestraft werden, den so kann es nicht weiter gehen mit unserer Mutter Erde! Warum wird nicht endlich mit Sanktionen durch gegriffen oder mit Boykot.

  • Stergi am 10.12.2011 01:08 Report Diesen Beitrag melden

    Die gehören Sanktioniert!

    Die USA, Indien und China wollen (weiterhin) nicht mitziehen? Dann sprecht endlich mal Sanktionen aus! Erstens gehts bei Lybien, Syrien, Iran, Nordkorea, ect auch. Und zweitens, die Quersteller fürchten also um ihre Wirtschaft? Was gibts dann besseres als Sanktionen von der EU und 120 andern Staaten? Würde man sie Sanktionieren, würde noch mancher ein blaues Wunder erleben, wie schnell man sich dann doch einigen würde. Oder will sich wirklich die ganze Welt von 3 Staaten die Hosen runterziehen lassen? Man bewegt nichts, wenn man sich selber nicht bewegt.