Emmanuel Macron

06. Mai 2017 00:11; Akt: 06.05.2017 15:32 Print

«Massiver Hackerangriff» soll Zweifel säen

Kurz vor der Stichwahl in Frankreich sind im Internet Tausende E-Mails und vertrauliche Dokumente der Macron-Kampagne aufgetaucht.

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Tausende E-Mails entwendet: Kandidat der Bewegung «En Marche!», Emmanuel Macron. (6. Mai 2017) (Bild: AFP/Eric Feferberg)

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Das Wahlkampfteam des französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Online wurden gemäss der Nachrichtenagentur Reuters ungefähr neun Gigabyte an internen Dokumenten veröffentlicht. Die Daten wurden von einem Benutzer namens «EMLEAKS» auf der Website Pastebin veröffentlicht.

Hackerangriff vor Präsidentschaftswahl

Es ist von einem «massiven, koordinierten Hackerangriff» die Rede. E-Mails, Verträge und Dokumente mit finanziellen Informationen seien in den sozialen Medien verbreitet und mit gefälschten Unterlagen vermischt worden, teilten die Kampagnenhelfer am späten Freitagabend in einer Erklärung mit. Wer auch immer hinter dem Hackerangriff stehe, habe «Zweifel und Desinformation säen» wollen. Ziel der Attacke sei es gewesen, Macron zu diskreditieren.

Die im Netz verbreiteten Dokumente seien vor einigen Wochen bei Attacken auf persönliche und berufliche Mailboxen mehrerer Parteifunktionäre erbeutet worden, erklärte «En Marche!»

Die Publikation geschehe ausgerechnet in den letzten Stunden des Wahlkampfs vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl. Es handele sich um eine Aktion der «demokratischen Destabilisierung», wie man es schon beim jüngsten Präsidentschaftswahlkampf in den USA gesehen habe.

Wahlkommission mahnt Medien

Die staatliche Kontrollinstanz zur Überwachung des französischen Präsidentschaftswahlkampfs hat Medien davor gewarnt, Inhalte von gehackten Dokumenten der politischen Gruppierung von Emmanuel Macron zu veröffentlichen.

Die Verbreitung falscher Nachrichten könne strafrechtlich geahndet werden, teilte die Nationale Kommission zur Kontrolle des Wahlkampfs (CNCCEP) am frühen Samstagmorgen auf ihrer Internetseite mit.

Die Kommission erklärte, dass sie am Freitag von Macrons «En Marche!»-Bewegung über den Hackerangriff informiert worden sei. Ein Teil der Informationen bestehe wahrscheinlich aus Fälschungen.

Anzeige erstattet

Macron geht am Sonntag als Favorit in die Stichwahl gegen die rechtsextreme Marine Le Pen. Bereits Mitte der Woche hatte es in sozialen Netzwerken Gerüchte gegeben, dass Macron ein Konto in einem Steuerparadies habe.

Macrons Gegnerin Marine Le Pen nahm die Vorwürfe kurz im einzigen TV-Duell vor der Wahl auf. «En Marche!» klagte in diesem Fall, die Staatsanwaltschaft nahm Vorermittlungen auf.

(mch/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simi am 06.05.2017 02:51 Report Diesen Beitrag melden

    Die üblichen Verdächtigen...

    Wie lange dauert es wohl noch, bis wieder alle die Russen beschuldigen?

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  • sepp am 06.05.2017 01:36 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Also der Leak ist erst seit einigen Studnen online und das Team von Macron weiss jetzt schon, dass unter den Leaks auch gezielte Fakes platziert wurden?? WikiLeaks untersucht den Leak und berichtet von 10.000den Emails und Dokumenten. Wir reden hier von 9GB!!

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  • BoomXfactor am 06.05.2017 00:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Monsieur Macron, und Tschüss

    Das sind doch schon mal gute Nachrichten, diesen Cüppli Helden zu stoppen! Ein Exbanker als Staatspräsidenten, der ist genau so korrupt und gierig wie alle anderen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alexander am 06.05.2017 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    mein Eindruck

    letzte Woche wurde das politische Establishment klar abgewählt und Macron gilt immer noch als Favorit? Er hat ja keine Partei im Rücken - mit wem wird er denn wohl zusammen regieren wollen? Mit den Abgewählten etwa? Auch das kann man als Angriff auf die Demokratie verstehen. Für eine funktionierende Demokratie, braucht es politische Transparenz. Scheinbar sind nur "Russen" an Demokratie im Westen interessiert. Transparenz gilt bei unseren westlichen Politikern als «demokratische Destabilisierung».

  • Rolando am 06.05.2017 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Le Pen - Vertreterin der kleinen Leute?

    Eigenartig: Macron ist der Vertreter der Elite und Le Pen die Vertreterin der Arbeitenden resp. des Volkes. Le Pen wohnt aber in einem grosszügigen Schloss und hat sich bisher noch nie aktiv um das Wohl der "kleinen Leute" bemüht. Wer glaubt, dass Le Pen Arbeitsplätze schafft ist im selben Boot wie jene die glauben, Trump bringe Millionen von Jobs in die USA zurück. Oder in den Worten von Martullo-Blocher: "You are a dreamer!"

    • Schweiger am 06.05.2017 16:35 Report Diesen Beitrag melden

      Tu was gutes und prahle damit

      Naja.. das sich "Le Pen" nie um das Wohl der "kleinen Leute" bemüht hat, bezweifle ich mal. Das werden sie kaum wissen, da es nicht jeder an die dicke, fette Glocke hängen muss, wie gewisse Selbstinszenierer. Bei uns vorwiegend aus der linken "Weltretter"-Szene.

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  • retep am 06.05.2017 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wandtafel reinigen..

    Kommt mir vor wie in der Schule, mit dem Wischen der Tafel ist alles verschwunden. So könnte man sagen, dass durch dieses Hacken alles als Unwahr oder zumindest zweifelhaft abgetan werden kann. Aber warum kommen denn diese Hacker erst 2 Tage vor der Wahl auf den Plan? Ales war ja schon längst auf dem Feuer des Kandidaten!! Dies ist doch reines taktisches Kalkül, nochmals von sich reden zu machen um Punkte zu sammeln. Es sollte nicht nur der Verursacher gesucht werden, sondern auch die Tragweite der sogenannten Infos. Vielleicht ist ja nicht nur Leaks darin zu finden...

  • Earl Paul am 06.05.2017 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weder Macron, noch Le Pen können Frankreich retten

    ... alles kaputt gemacht seit der Einführung des Euro. Eine wirkliche Chance, hätte das Land wohl nur mit Le Pen. Nicht weil Sie besser wäre als Alles davor, sondern anders. Es kann nicht so weiter gewurstelt werden wie bisher als Status Quo der Polit-Elite Frankreichs.Mit LePen kann zudem druck auf die EU ausgeübt werden, sich endlich zu Reformieren. Mit Macron passiert gar nichts. Ein Austritt aus dem Euro und der EU wäre auch unter LePen an der Abstimmungsurne nicht mehrheitsfähig.

  • Rizzo am 06.05.2017 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Strategie

    Da war vermutlich gar kein Hacker-Angeiff. Er hat einfach Angst dass etwas aus der Vergangenheit rauskommt und zudem hat er dann schon ein Ausrede bereit wenn er die Wahl verlieren sollte. "Es wurde manipuliert". Tönt halt besser so als wenn man den Vorwurf der Manipulation erst nach der Wahl bringt. :-)