Afghanistan

20. Oktober 2017 18:00; Akt: 21.10.2017 07:50 Print

IS bekennt sich zu Anschlag auf Moschee

Bei zwei Selbstmordattentaten sind in Afghanistan mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen. Ein Anschlag geht auf Kosten des IS.

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Viele Leichen und Verletzte: In Afghanistans Hauptstadt Kabul haben sich am Freitag gleich zwei Anschläge ereignet. (Bild: Keystone/S. Sabawoon)

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Bei zwei Angriffen auf Moscheen in Afghanistan sind am Freitagabend mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen. Ein Attentat traf ein schiitisches Gotteshaus in der Hauptstadt Kabul – hierbei starben 39 Menschen, darunter auch Frauen und Kinder –, ein weiteres eine sunnitische Moschee in der zentralafghanischen Provinz Ghor – hier kamen 33 Menschen ums Leben.

Zu dem Anschlag auf die schiitische Moschee bekannte sich inzwischen der Islamische Staat (IS) bekannt. Ein IS-Selbstmordattentäter namens Abu Omar der Turkmene habe die Tat begangen, erklärte die Gruppe am Samstag im Messengerdienst Telegram. Er habe seine Sprengstoffweste in der Menge «in einem Tempel der Polytheisten» gezündet. Damit beschuldigte der sunnitische IS die Schiiten, an mehrere Götter zu glauben. Das zweite Attentat traf eine sunnitische Moschee in der zentralen Provinz Ghor. Zumal der IS sunnitisch ist, dürfte er nicht auch hinter dieser Bluttat stecken.

USA verurteilen Angriffe

Der Anschlag in Kabul war der dritte Angriff auf eine schiitische Moschee in Kabul in knapp zwei Monaten. Ende September waren bei einem Angriff auf eine schiitische Moschee sieben Menschen getötet worden, Ende August starben bei einem weiteren Anschlag mindestens 28 Menschen.

Ein ähnliches Attentat gab es Anfang August auch in der westafghanischen Stadt Herat, damals kamen 29 Menschen ums Leben. Fast jedes Mal kamen die Attentäter, wenn die Moscheen voll waren – entweder an einem hohen Feiertag oder während eines Freitagsgebets.

Die USA verurteilten beide Anschläge. «Im Angesicht dieser unsinnigen und feigen Taten ist unser Engagement für Afghanistan unerschütterlich», erklärte eine Sprecherin des Aussenministeriums. Die USA stünden an der Seite der Menschen in Afghanistan und unterstützten ihre Bemühungen für Frieden und Sicherheit weiterhin, fügte sie hinzu.

(kfi/sda)