Doh!

06. Januar 2012 17:55; Akt: 06.01.2012 18:05 Print

«Präsident Obama, ähh Romney»«Präsident Obama, ähh Romney»

Es sollte ein Bekenntnis zu Mitt Romney werden, stattdessen lieferte John McCain Wahlkampfmunition für Barack Obama. Freudscher Versprecher oder fiese Absicht? Urteilen Sie selbst.


John McCains peinlicher Aussetzer am Donnerstag in Charleston. (Video: Huffington Post)
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Die öffentliche Unterstützung durch prominente Exponenten aus Wirtschaft und Politik ist ein wichtiger Faktor im Kampf um die US-Präsidentschaft. Je bekannter die Persönlichkeit, desto wertvoller ihr sogenanntes «Endorsement» für einen Kandidaten. Am Mittwoch meldete sich diesbezüglich ein Schwergewicht der republikanischen Partei zu Wort. Der langjährige Senator aus Arizona und vormaliger Kandidat, John McCain, will dieses Jahr Mitt Romney unterstützen. Nur: Den Namen seines Favoriten sollte er schon kennen.

An einem gemeinsamen Auftritt mit Romney in Charleston, South Carolina, unterlief McCain ein freudscher Versprecher in Reinkultur: «Ich bin zuversichtlich, unter der Führung und mit der Unterstützung der amerikanischen Bevölkerung, wird Präsident Obama die Wende schaffen», rief er ins Mikrofon. Romney und die republikanische Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, hofften zunächst, die Zuhörer würden den Ausrutscher ebenso diskret ignorieren wie sie. Doch als sich die ersten Buhrufe einstellten, zupften sie McCain am Ärmel. «Entschuldigen Sie, Präsident Romney», stammelte er. «Präsident Romney wird die Wende schaffen», schob er unter Gelächter nach. Ein schönes Geschenk für die Videoabteilung von Obamas Wahlkampfteam.

«Meisterhafte Pirouetten»

Dass McCains Unterstützung für Romney keine Herzensangelegenheit ist, dafür gibt es handfeste Hinweise: 2008 kämpften beide um die republikanische Nomination für die Präsidentschaft. Vor allem ein TV-Spot ist in Erinnerung geblieben, der aufgrund von McCains Unterstützung für Romney nun von der US-Presse genüsslich hervorgekramt wird.

(Video: youtube/PoliticalRealm)

In «A Tale of Two Mitts» (Die Geschichte der zwei Mitts) unterstellte McCain seinem Kontrahenten Romney, in wichtigen Fragen immer wieder seine Ansichten zu wechseln. So hatte er sich als Gouverneur von Massachussetts für das Recht auf Abtreibung ausgesprochen, bevor er als Präsidentschaftskandidat plötzlich zum Abtreibungsgegner mutierte. Das Video, das in Theatermanier daherkommt, schliesst mit der Feststellung: «Mitt Romneys Pirouetten sind wahre Meisterstücke…». Der Vorwurf der Prinzipienlosigkeit wird auch eine der Hauptwaffen im Arsenal Obamas sein, sollte Romney im November gegen ihn antreten.

«Obama nichts entgegen zu setzen»

McCain und Romney sind alte Hasen und haben sich wiederholt um die republikanische Nomination für die Präsidentschaft bemüht. Dass sie im Verlauf der Jahre die verschiedensten Dinge über einander gesagt haben, liegt in der Natur der Sache. Darum erstaunt es nicht, dass sich auch Romney gegenüber McCain schon wenig schmeichelhaft geäussert hat. «Ich glaube nicht, dass er Barack Obamas Botschaft etwas entgegenzusetzen hat», dröhnte er im Vorwahlkampf 2008. Wie es scheint, bevorzugen beide Obama gegenüber dem jeweils anderen.

(Video: youtube/tomm2thumbs)

(kri)

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  • Kuno am 06.01.2012 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Absicht !

    Natürlich war das Absicht, darum hat McCain ja auch so übertrieben schnell weitergeredet, und quasi im Redefluss korrigiert. Wärs ein Versprecher gewesen hätte man ihm zuerst klarmachen müssen dass er "Obama" gesagt hat. Haha, Romney ist sicher innerlich gestorben als McCain sich (absichtlich) versprach... :o) Naja, wenigstens sorgen die Republikaner so für Aufmerksamkeit, mit Inhalt und Lösungen haben sie's ja nicht so...

    • Reto Burmann am 07.01.2012 19:18 Report Diesen Beitrag melden

      Gute Beobachtung

      Dass der sich im Redefluss korrigiert hat, hast du gut beobachtet! Das ist für mich der Grund warum das gestellt war.

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