Nervengas

19. April 2017 19:35; Akt: 19.04.2017 19:55 Print

Einsatz von Sarin in Syrien ist «unbestreitbar»

Experten der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen bestätigen den Einsatz von Nervengift. Auch Frankreich will «Beweise» vorlegen.

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Versorgen Opfer mit Sauerstoff: Zivilschützer in Syrien stehen nach dem Chewiwaffeneinsatz am 4. April 2017 im Einsatz. Soll erneut angegriffen worden sein: Die Stadt Khan Sheikhoun liegt in der weitgehend von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib. Assad aus dem Amt zu jagen, hat höchste Priorität: Die US-Botschafterin der Vereinten Nationen Nikki Haley im UNO-Hauptquartier in New York. (27. März 2017) Erklärung an den Kongress: Donald Trump hat schriftlich begründet, warum er den Befehl für den Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt gegeben hat. (8. April 2017) Es ist dieselbe Stadt, die am 7. April angegriffen wurde. Die Zahl der Getöteten beträgt 15, darunter vier Kinder. Das staatliche syrische Fernsehen sprach von 13 Toten. (7. April 2017) «Der Aktion in Syrien muss zwingend eine breit angelegte Strategie folgen»: Hillary Clinton über den US-Raketenbeschuss. Von einem solchen Schiff wurden die Raketen auf Syrien abgefeuert: Der Zerstörer USS Porter auf dem Mittelmeer. (9. März 2017) Der zweite Zerstörer, der zum Einsatz kam, ist die USS Ross, hier an der Naval Station Rota in Spanien. (3. März 2017) Eine Rakete des Typs Tomahawk wird vom US-Zerstörer USS Ross abgefeuert. (7. April 2017) Kritik an US-Angriff: Wladimir Putin an einem Meeting mit dem usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev (nicht im Bild) in Moskau. (5. April 2017). Insgesamt 59 Präzisionsraketen werden aus dem Mittelmeer auf Syrien abgefeuert. (7. April 2017) Die Basis Shayrat liegt südöstlich der syrischen Stadt Homs im Westen des Landes. (7. April 2017) Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldet, die Raketen hätten grosse Zerstörung auf der Luftwaffenbasis angerichtet: Luftaufnahme der Basis vom letzten Herbst. (7. Oktober 2016) Die Raketen wurden von den Kriegsschiffen USS Porter und USS Ross aus abgefeuert: Start einer Tomahawk-Rakete. (7. April 2017) Die US-Zerstörer sind im östlichen Mittelmeer stationiert. (Archivbild) Von hier aus haben die USA mehrere Dutzend Raketen des Typs Tomahawk in Richtung Syrien abgeschossen. (Archivbild) Verteidigt den Luftschlag gegen Syrien mit eigenen Sicherheitsinteressen: US-Präsident Donald Trump spricht zu den Medien. (6. April 2017) Hören die Rede von US-Präsident Donald Trump in Florida: Ivanka Trump neben Handelsminister Wilbur Ross. (6. April 2017) Macht Assad für den Giftgas-Angriff in Syrien verantwortlich: US-Präsident Trump an einer Veranstaltung im Weissen Haus. (4. April 2017) Der US-Angriff ist eine Vergeltung für den mutmasslichen Giftgasangriff gegen syrische Zivilisten drei Tage zuvor: Ein Mann trägt ein verletztes Kind im Spital von Khan Sheikhoun. (4. April 2017) Die US-Regierung und europäische Politiker machen das Assad-Regime verantwortlich: Ein Arzt behandelt einen Knaben. Tragödie in Syrien: Ein Kind wird nach der Giftgasattacke in Khan Sheikhoun behandelt. Nach dem vermuteten Giftgasanschlag ist das Krankenhaus, in dem die Opfer behandelt werden, unter Beschuss geraten. Im Innern der Klinik kämpften Ärzte ums Überleben zahlreicher Opfer eines zuvor erfolgten Luftangriffs, bei dem nach Angaben von Aktivisten Giftgas eingesetzt wurde. Das Bild zeigt laut der Organisation Documenting Oppression Against Muslims (DOAM) vom Giftgasangriff betroffene Kinder in Khan Sheikhoun. (Screenshot Youtube) Angriffe, Kämpfe, Folter und Hinrichtungen: Ein zerstörtes Spital von Ärzte ohne Grenzen in Idlib, Syrien. (15. Februar 2016) Verheerende Folgen: Angriffe auf Spitäler und Schulen im Norden Syriens haben 50 Menschen das Leben gekostet. Unter den getroffenen Krankenhäusern befinden sich auch Kliniken, die von Ärzte ohne Grenzen sowie dem UNO-Kinderhilfswerk Unicef unterstützt werden. Es wird vermutet, dass auch russische Flugzeuge Krankenhäuser zerstört haben. Das Elend in Syrien – die Bevölkerung leidet unter den Bürgerkriegswirren.

Fehler gesehen?

Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hat laut Diplomaten den Einsatz von Giftgas in Syrien bestätigt. Sie hat dies zu Beginn einer Sondersitzung des Exekutivrates am Mittwoch in Den Haag bekannt gegeben.

Die Analyse von Proben habe gezeigt, dass «Sarin oder eine Sarin vergleichbare Substanz in Chan Scheichun» eingesetzt worden sei. Dies sei nach der Analyse von Proben in vier Labors «unbestreitbar». Bei der Attacke am 4. April im Norden Syriens waren rund 80 Menschen getötet worden.

Die OPCW hatte nach dem Angriff ein Expertenteam mit der Untersuchung beauftragt. Das Ergebnis wurde bislang noch nicht veröffentlicht. Britische und türkische Analysen waren zuvor zu demselben Ergebnis gekommen.

Auch Frankreich will «Beweise» für den vermuteten syrischen Giftgasangriff vorlegen. Aussenminister Jean-Marc Ayrault sagte am Mittwoch in Paris, in einigen Tagen werde die Regierung Informationen dazu veröffentlichen. «Sie zeigen, dass das Regime absichtlich Chemiewaffen eingesetzt hat», sagte Ayrault. Der syrische Machthaber Baschar al-Assad streitet dies ab.

(oli/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fake News am 19.04.2017 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    Erinnert mich daran, wie Saddam angeblich ohne Zweifel Massenvernichtungswaffen gehabt haben soll.

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  • Jesus am 19.04.2017 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    am Sarin

    war eine Etikette dran: "gehört Assad". Bitte fallt doch nocht immer wieder auf die gleichen US-Stories rein!

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  • Wording am 19.04.2017 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    die Macht des Wortes

    Aussage: heute war es heiss und es hat geschneit. Antwort: stimmt, es hat geschneit. Zum Vergleich: Bei einem Giftgasangriff von Assad wurde Sarin eingesetzt. Antwort: stimmt, die Leute sind wohl an Sarin gestorben. Ist jemand von euch werten Lesern noch fähig zu verstehen, was ich meine?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 21.04.2017 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wirkt ziemlich inszeniert!

    Da wird angeblich Sarin - notabene eines der tödlichsten Nervengifte schlechthin - eingesetzt, aber all die Helfer trampeln in der Kernzone nur mit Staubmasken und Latexhandschuhen "geschützt" herum. Als AC-Of erwarte ich nun eigentlich, dass deren Tod vermeldet wird, da sie mit praktisch null Schutz "voll reingelatscht" sind, und mit dem Gift durch Hautkontakt und Einatmung (die Staubmaske nützt nichts!) in Berührung gekommen sein müssten.

  • Raphi am 20.04.2017 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krieg legal? Einfach Giftgas nicht?

    Der Einsatz von Giftgas ist verboten und alle Medien berichten darüber, dass der Einsatz eben illegal ist. Das vermittelt mir irgendwie, dass der Krieg legal ist, nur einfach der Einsatz von Giftgas nicht. Ist Krieg jetzt doch irgendwie legal?

  • Daniel Münger am 20.04.2017 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Hätte? Könnte? Würde?

    Wäre dem vom syrischen Volk grandios gewählten Präsidenten (nicht Dikator) Assad seine Zivilbevölkerung egal, wäre dieser Bürgerkrieg innert Stundenfrist erledigt gewesen und hätte sich nicht über mehrere Jahre hinweggezogen. Es war also für Assad der denkbar ungünstiste Zeitpunkt, überhaupt einen Angriff auszulösen. Wie man an den vielen "Helfervideos" der White Helmets deutlich erkennen kann, haben diese von Lebensrettung etwa soviel Ahnung wie ein Elefant vom Tennis spielen.

  • Toni am 20.04.2017 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragen

    Der Einsatz von Giftgas ist schlimm. Nur die Amerikaner, Europäer haben es auch früher eingesetzt (Afrika etc.). Heute sind gewisse Gebiete boch verseucht und die Krebsrate ist dort immer noch höher. Und wer hat als einziger Staat die Atombomben abgeworfen? Wer hat die Isis früher unterstützt?

  • Truther am 20.04.2017 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Beweise für eine Inszenierung

    Russland hat der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) Beweise dafür vorgelegt, dass die angebliche Giftgasattacke in der syrischen Provinz Idlib Anfang April inszeniert wurde. Dies gab der russische OPCW-Botschafter Alexander Schulgin bekannt.

    • Interessiert am 20.04.2017 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Truther

      Gibt es eine Quellenangabe dazu? Würde mich sehr interessieren, vielen Dank!

    • keny am 21.04.2017 17:04 Report Diesen Beitrag melden

      dazu braucht es nicht Russland

      das hat bereits ein Doktor der MIT Uni in Boston bewiesen.

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