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Kampf um Millionen
28. April 2010 12:46; Akt: 28.04.2010 17:15 Print
Grossrazzia gegen deutsche Steuersünder
Bei einer deutschlandweiten Razzia wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung werden seit dem Morgen mehr als 230 Objekte durchsucht. Auch die Deutsche Bank ist im Visier der Fahnder.
Polizei und Staatsanwaltschaft sind in Deutschland einem Ring von Steuerhinterziehern auf der Spur. Sie sollen den Fiskus beim Handel mit Luftverschmutzungsrechten um die Umsatzsteuer betrogen haben. Mehr als 1000 Beamte durchsuchten am Mittwoch bei einer Razzia mehr als 230 Objekte.
Die Ermittler beschuldigen rund 150 Geschäftsleute, beim Handel von sogenannten Emissionsrechten die Umsatzsteuer hinterzogen zu haben. Der Schaden soll mindestens 180 Mio. Euro betragen.
Beteiligt sind nach bisherigem Ermittlungsstand etwa 50 Gesellschaften und Unternehmen. Die Generalstaatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben Vermögenswerte der Verdächtigen beschlagnahmt oder unter Arrest gestellt. An der Aktion waren auch Steuerfahnder und Beamte des Bundeskriminalamtes beteiligt.
Razzia bei Deutscher Bank
Zu Durchsuchungen kam es unter anderem bei der Deutschen Bank. Diverse Räume wurden durchsucht, bestätigte ein Sprecher der Bank einen Bericht von Bild.de.. Die Bank unterstütze die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen, sagte der Sprecher.
Zudem schloss die Bayerische Börse wegen des Verdachts des Steuerbetrugs zwei Marktteilnehmer vom Emissionsrechtehandel aus. Die zwei weniger bedeutenden Handelsteilnehmer seien nach einem Auftritt der Steuerfahndung vom System abgeklemmt worden, sagte ein Sprecher der Börse und bestätigte damit einen Vorabbericht der «Financial Times Deutschland». Die Vorwürfe würden geprüft, die Börse leiste den Steuerbehörden Amtshilfe.
Nach den bisherigen Ermittlungen sollen die beschuldigten Firmen ein sogenanntes Umsatzsteuerkarussell gebildet haben. Dafür wurden über deutsche Gesellschaften Emissionsrechte aus dem Ausland gekauft und diese im Inland über zwischengeschaltete Gesellschaften weiterverkauft, ohne jeweils Umsatzsteuer zu bezahlen.
Die jeweils letzte Gesellschaft in der Kette soll die Zertifikate wieder ins Ausland verkauft haben. Dafür bekam sie die Umsatzsteuer vom Finanzamt erstattet. Häufig sind mehrere Handelsfirmen bei solchen Ketten hintereinandergeschaltet, was die Ermittlungen erschwert.
(sda)





















